Dietmar Brockes
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wer über die Zukunft der Landwirtschaft spricht, muss auch darüber sprechen, wer unsere Höfe zukünftig führen soll. Viele landwirtschaftliche Betriebe stehen vor einem Generationswechsel. Gleichzeitig gibt es junge, gut ausgebildete Menschen, die Verantwortung übernehmen, investieren und unternehmerisch handeln wollen. Doch Hofübernahmen und Neugründungen scheitern häufig an zu hohen Hürden: teure Flächen, große Investitionen, fehlende Sicherheit, komplizierte Förderverfahren und immer mehr Bürokratie. Der Antrag greift deshalb ein wichtiges Thema auf. Wir Freien Demokraten begrüßen deshalb den Antrag und besonders auch, dass außerfamiliäre Hofübernahmen stärker unterstützt werden sollen. Denn nicht die Herkunft darf entscheiden, wer einen landwirtschaftlichen Betrieb führen kann. Entscheidend sind ein tragfähiges Konzept, unternehmerischer Mut, fachliche Qualifikation und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Das ist für uns Freie Demokraten sehr wichtig. (Beifall von der FDP) Richtig ist auch, die Agrarinvestitionsförderung zu vereinfachen und bessere Finanzierungs- und Bürgschaftsangebote zu entwickeln. Gerade jungen Gründerinnen und Gründern fehlen häufig nicht die Ideen. Es fehlt an Eigenkapital und an den Sicherheiten, die von den Banken verlangt werden. Doch Förderprogramme alleine schaffen noch keine Gründungskultur. Junge Landwirtinnen und Landwirte brauchen vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, unternehmerische Freiheit, weniger Bürokratie und eine realistische Chance, aus eigener Kraft auch erfolgreich wirtschaften zu können. (Beifall von der FDP) Deshalb fordern wir Freien Demokraten steuerliche Erleichterungen bei Hofübergaben. Wir brauchen schnellere und höhere Abschreibungsmöglichkeiten. Investitionen in Maschinen, Digitalisierung, Bewässerung, Energieeffizienz und Tierwohl müssen unmittelbar entlastet werden. Steuerliche Investitionsprämien sind oft einfacher als kleinteilige Förderpro-16.07.2026 gramme. Wer investiert, soll nicht monatelang auf einen Förderbescheid warten müssen. Landwirtschaftliche Betriebe sollten zudem steuerliche Rücklagen für Zukunftsinvestitionen bilden können. Und wir müssen die laufenden Belastungen reduzieren: weniger Abgaben, weniger Berichtspflichten, weniger Doppelmeldungen. (Beifall von der FDP) Das schafft mehr Zeit für die eigentliche Betriebsführung. (Norwich Rüße [GRÜNE]: Das passiert doch alles schon! Steuererleichterungen für Be- triebe, die gar kein Geld haben, sind der zweite Schritt!) – Lieber Kollege, Sie können sich gerne melden, aber ich gehe auch gerne so auf Ihre Ausführungen ein. Es sind ja nicht nur die Hofübernahmen, (Norwich Rüße [GRÜNE]: Genau!) die unter diesen bürokratischen und steuerlichen Lasten leiden. Deshalb ist es gerade wichtig, dass wir hier endlich für Vereinfachungen sorgen. Sie wollen immer überall noch mit einem Förderprogramm obendrauf und noch mal obendrauf. Gleichzeitig erhöhen Sie deshalb nämlich die Steuern, damit Sie es verteilen können. Viel wichtiger wäre, dass das Geld direkt bei denen in der Hand bleibt, die es brauchen und investieren, lieber Kollege Rüße. (Beifall von der FDP) Nordrhein-Westfalen braucht junge Menschen, die Höfe übernehmen, Betriebe weiterentwickeln und neue Ideen verwirklichen. (Beifall von den GRÜNEN – Norwich Rüße [GRÜNE]: Das ist richtig!) Anstatt aber weiterer neuer Förderprogramme braucht es bessere Rahmenbedingungen. (Beifall von der FDP) – Jetzt kommt der Applaus von der richtigen Seite. Deshalb, meine Damen und Herren, fordern wir Freien Demokraten steuerliche Entlastungen, weniger Bürokratie und mehr Vertrauen in unsere landwirtschaftlichen Unternehmerinnen und Unternehmer. Wir freuen uns auf die weitere Debatte im Ausschuss. (Beifall von der FDP)
