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Norwich Rüße

GRÜNE 16.07.2026 Sitzungen 18/128

Vielen Dank. – Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wer über die Zukunft der Landwirtschaft spricht, der muss vor allem über diejenigen sprechen, die die Zukunft gestalten werden. Das ist nicht mehr meine Generation – wir machen nicht die Zukunft –, sondern das sind die heute 20-, 25-, 30-Jährigen. Das sind diejenigen, die die Höfe übernehmen werden. Das sind diejenigen, die viele Ideen haben, die sich einbringen und auf den Höfen ihrer Eltern oder auf ganz anderen Höfen umsetzen wollen. Damit sind wir bei dem eigentlich spannenden Punkt, nämlich bei der Frage, wer die Höfe in Zukunft bewirtschaftet. Die klassische Betriebsnachfolge, also dass der Sohn oder die Tochter in der Familie den Hof übernimmt, wird immer seltener, weil die Selbstverständlichkeit, mit der das früher in der Familie fortgeführt wurde, nicht mehr gegeben ist. Erstens gibt es auch in der Landwirtschaft weniger Kinder. Zweitens wollen diese Kinder nicht zwingend weiterhin Landwirtschaft betreiben. Das heißt: Die außerfamiliäre Hofnachfolge wird immer wichtiger werden. Entweder ermöglichen wir hier mehr und unterstützen stärker, oder diese Höfe werden verloren gehen. Da wir sowieso schon einen so starken Strukturwandel in der Landwirtschaft haben, ergibt es absolut Sinn, dass wir hier eingreifen. Dazu dient dieser Antrag heute. (Beifall von den GRÜNEN und der CDU) Wir wollen in Nordrhein-Westfalen auch in Zukunft Landwirtschaft haben, und zwar eine vielfältige Landwirtschaft. Wir alle wissen – so ehrlich muss man 16.07.2026 sein –: Wir haben ein Wachstum bestimmter Betriebe. Diese bedienen eben Märkte, in denen es darauf ankommt, in Quantität zu liefern. Wir wollen in den ländlichen Räumen aber auf der anderen Seite eine vielfältige Landwirtschaft und auch kleinere Betriebe erhalten. In den Vorgesprächen, die wir geführt haben, fand ich es total spannend, mit was für Ideen junge Menschen kommen. Sie sagen: Ich kann aus diesem Hof wieder etwas machen. Ob das dann Gemüseanbaubetriebe oder Hühnermobile sind, ob man in eine direkte Vermarktung reingeht oder versucht, direkt mehr Tierschutz oder, bei der Legehennenhaltung, die Bruderhähne mitzuvermarkten – es gibt so viele und vielfältige Möglichkeiten, wie man das aufstellen kann. Dabei ist uns eins immer wieder begegnet: Wenn es nicht innerbetrieblich ist, wenn also etwas von außen übernommen oder neu gegründet wird, lautet fast immer die Frage: Ja, ich habe die Idee, aber wie setze ich die denn jetzt um? – Die Wenigsten haben mal eben 100.000 Euro oder 200.000 Euro und können sagen: Ich setze das erst mal damit um, das ist mein Startkapital. Genau darum geht es. Auch wenn ich einen Kredit aufnehme, lautet die Frage: Kann ich eine Sicherheit bieten? Das können viele nicht. Deshalb werden viele gute Ideen gar nicht erst umgesetzt. Da ist es gut, wenn wir, wie es einige andere Bundesländer wie Brandenburg zum Beispiel schon machen, sagen: Das Konzept überzeugt. Das wollen wir unterstützen, dafür gibt es die Existenzgründungsprämie mit einer bestimmten Summe. Mit der kannst du schon mal anfangen. Dann hast du einen Grundstock für einen Betrieb. Das würde vielen jungen Bäuerinnen und Bauern Sicherheit bieten, sodass sie sich auch wirklich trauen, diesen Weg zu gehen, den sie sich vorgenommen haben. Das ist meiner Meinung nach alle Unterstützung unsererseits wert. (Beifall von den GRÜNEN und der CDU) Ich möchte einen Punkt betonen, nämlich die konzeptbasierte Prämie. Da stellt sich auch die Frage – lieber Markus, das finde ich auch –, ob die EU diesen Schritt mitgeht, sodass wir, wenn wir mehr für junge Bäuerinnen und Bauern tun, davon wegkommen, pro Hektar mehr zu zahlen, und zu einer tatsächlich auf dem Konzept basierenden Förderung hinkommen, bei der man sagt: Du brauchst den Betrag. Im Moment machen wir die Junglandwirteförderung so, dass im Zweifelsfall derjenige viel bekommt, der viele Hektar hat. Aber Hektare gestalten keine Zukunft und bringen keine Ideen. Das, was eigentlich ein Nachteil vieler kleiner Betriebe ist, die sich gründen, kann auch der Vorteil sein. Ich bewundere den Mut und dass sie das überhaupt starten. Sie müssen sich unglaublich viel einfallen lassen, um überhaupt einen Weg zu finden, wenn sie nicht über viel Land verfügen. Landtag Deshalb fordere ich Sie auf, diese Existenzgründungsprämie mit uns zusammen anzugehen. Am Ende ist das, was die Landjugendlichen gesagt haben, richtig: Es bedarf auch einer klaren finanziellen Hinterlegung. Es braucht das Kapital im Haushalt, um tatsächlich in die Förderung einsteigen zu können. – Vielen Dank für Ihre Unterstützung. (Beifall von den GRÜNEN und der CDU)

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