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Dr. Martin Vincentz

AfD 15.07.2026 Sitzungen 18/127

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Ersten freuen sich schon auf meine Rede. Das finde ich sehr gut; das ist eine fachliche Anerkennung, denke ich. Es ist gut, dass wir über das wichtige Thema „wetterbedingte Übersterblichkeit“ sprechen. Ich denke, gerade bei den Temperaturen über 30 Grad in den letzten Wochen haben alle gemerkt, dass diese das System belasten; dass sie anstrengen. Wenn es gesunden Personen schon so geht, weiß man ganz genau, dass Personen mit Vorerkrankungen besonders darunter leiden. Die Politik ist gefragt, zu schauen, was wir tun können. Denn in einem Hochtechnologieland wie Nordrhein-Westfalen bzw. der Bundesrepublik Deutschland sollte es eigentlich jeden, der in modernen Zeiten leben möchte, aufschrecken, dass sowohl im Sommer als auch im Winter immer noch diese Übersterblichkeiten verzeichnet werden – also: Menschen in Nordrhein-Westfalen sterben an Wetter. Das sollte noch mal daran erinnern, dass wir als Gesellschaft an dieser Stelle weiter sein sollten. (Beifall von der AfD) Spannend ist aber doch, dass es in Europa insgesamt zehnmal mehr Kältetote als Hitzetote gibt. In Deutschland fällt das je nach Studie sogar noch drastischer aus. Die Aktuelle Stunde im Winter, wenn es ein bisschen kälter wird, vermisse ich allerdings. De facto ist es auch so, dass die Anzahl der klimabedingten Todesfälle durch die Erwärmung insgesamt sogar abnimmt, weil weniger Menschen an Kälte versterben und die höhere Anzahl der Hitzetoten das gar nicht aufwiegt. Die Panikmache der SPD, die wir heute Morgen wieder mitbekommen haben, ist an dieser Stelle also überhaupt nicht angebracht. (Beifall von der AfD – Tim Achtermeyer [GRÜNE]: Wahnsinn! – Zuruf von Mehrdad Mostofizadeh [GRÜNE]) Auch global gesehen 0,5 Grad mehr machen eines der kühleren Länder dieses Planeten wie die Bundesrepublik Deutschland nicht zum Glutofen. (Tim Achtermeyer [GRÜNE]: Also gibt es gar kein Problem? Alles klar!) 15.07.2026 Das muss man an dieser Stelle noch einmal betonen. (Zuruf von Michael Röls [GRÜNE]) Direkte Temperatureinwirkungen sind dementsprechend auch sehr selten für Todesfälle verantwortlich. (Zurufe von Thorsten Klute [SPD] und Mehrdad Mostofizadeh [GRÜNE]) Jemandem, der bei diesen Temperaturen zum Beispiel im Auto, das sich auf 60, 70 Grad aufwärmt, sitzen bleibt, kann so was natürlich passieren. (Tim Achtermeyer [GRÜNE]: Selber schuld sind die Leute? Okay!) Menschen, die sich mit Pullover usw. zum Joggen nach draußen begeben, kann das natürlich passieren. (Zurufe von der SPD: Oh! – Zuruf von den GRÜNEN: Ist das Ihr Ernst?) De facto ist es aber so, dass wir es hierbei mit statistischer Übersterblichkeit zu tun haben. Das heißt: Dazu zählen auch Personen, die beispielsweise bei einem Badeunfall durch Ertrinken sterben. (Zuruf von Julia Kahle-Hausmann [SPD]) Hätten Sie die kommunale Schwimminfrastruktur nicht über Jahrzehnte zugrunde gewirtschaftet, hätten wir zum Beispiel dieses Problem nicht. (Beifall von der AfD – Zuruf von Rodion Bakum [SPD]) Dazu kommen Motorradfahrer, die ihre Protektoren ablegen. Dazu kommen Suizide. Gerade Menschen mit einer Depression, die bei diesen Temperaturen andere dabei sehen, wie sie sich zum Beispiel draußen erfreuen, kann das vor Augen führen, dass sie Freude aktuell nicht spüren können. (Zurufe von der SPD: Oh! – Zuruf von Tim Achtermeyer [GRÜNE] – Lachen von den GRÜNEN) Das führt tatsächlich dazu – Herr Bakum, Sie wissen das –, dass man sich vielleicht eher das Leben nimmt. (Tim Achtermeyer [GRÜNE]: Das ist krass! – Zuruf von der SPD Der Radfahrer, der ohne Helm fährt, zählt auch dazu, ebenso wie der Feuerwehrmann, der bei den Temperaturen einen Waldbrand oder einen Wohnungsbrand löscht. Letztendlich ist auch die Erkältung durch eine veraltete Klimaanlage, (Zuruf von den GRÜNEN) durch die Viren durch die Gegend gepustet werden, (Zuruf von Tim Achtermeyer [GRÜNE]) statistisch mitverantwortlich für Hitzetote. Das ist das, was Sie mal wieder nicht sehen wollen. Landtag (Zuruf von Julia Kahle-Hausmann [SPD] – Zu- ruf von Wibke Brems [GRÜNE]) Da können Sie so laut schreien, wie Sie wollen: (Zuruf) Das wird die Fakten schlichtweg nicht verändern. (Beifall von der AfD) Der wesentlich größte Anteil entfällt natürlich auf wetterbedingten Stress auf vorerkrankte Systeme. Wenn jemand schwer herzkrank ist und dann in einem von Ihnen nicht ausgestatteten Krankenhaus 30 Grad aushalten muss, kann das dazu führen, dass eine Herzvorerkrankung dekompensiert. Ist das dann die Hitze, oder ist das ein schwer kranker Mensch, der mit der Hitze dort nicht zurechtgekommen ist? Sie würden sagen: Es sind Hitzetote. – Ich würde sagen: Das ist Ihre fehlende Vorbereitung, diese kranken Menschen vor diesen Temperaturen zu schützen. (Beifall von der AfD) Deswegen ist vollkommen klar, dass wir an dieser Stelle darüber sprechen müssen. Aber was sind denn Ihre Antworten? Was sagt die EU? Was sagen die Grünen? Die wollen das Weltwetter in 50 Jahren mit Milliardenprogrammen verändern – mit ungewissem Ausgang. Wir haben es hier spieltheoretisch mit einer Mexican-Standoff-Situation zu tun: Der Erste, der seinen CO - Ausstoß senkt, verliert global. Länder wie China, Indien und Indonesien, in denen Millionen Menschen immer noch von Armut betroffen sind, werden nicht als Allererstes beim CO -Ausstoß sparen. Die werden eher dafür sorgen, dass die Menschen in ihren Ländern etwas zu essen haben. Das ist deren vordringliches Problem. Solange das so ist und solange Sie keine globale Lösung dafür finden, werden Sie mit Ihren Plänen absehbar scheitern, die NRW-Wirtschaft und die deutsche Wirtschaft zugrunde richten und dafür sorgen, dass der Strom hier sogar noch teurer wird und die Menschen sich weniger Hitzeschutz leisten können. (Beifall von der AfD) Realistischer – das ist es, was Sie tatsächlich tun können – ist direkte Hilfe vor Ort, sind Klimaanpassungsmaßnahmen. Das ist nicht nur deutlich günstiger, sondern das ist auch pragmatisch und rettet tatsächlich Menschenleben, und zwar hier. Damit komme ich zum wesentlichen und effizientesten Punkt: Energie. Durch Ihren Energieirrweg, den Sie beschritten haben, haben Sie dafür gesorgt, dass Deutschland im Wechsel mit anderen Ländern auf dem Energieirrweg wie Großbritannien den höchsten Strompreis Europas zahlen muss. 15.07.2026 Wozu führt das? Das führt dazu, dass die Menschen im Winter nicht die Heizung aufdrehen, dass die Menschen keine Klimaanlagen anschaffen, weil das natürlich Stromfresser sind. Jedes Grad Innenraumtemperatur im Winter mehr oder im Sommer weniger, das Sie verhindern, ist ein Toter in Nordrhein-Westfalen. Das ist Ihre Energiepolitik. (Beifall von der AfD – Christian Loose [AfD]: Jawoll!) Wenn Sie also wirklich etwas Gutes tun wollen, fangen Sie nicht bei der Begrünung der Stadt an. Denn die allermeisten Menschen, die schwer vorerkrankt sind, liegen zu Hause, werden zu Hause gepflegt, müssen die Temperaturen zu Hause aushalten. Wenn Sie denen helfen wollen, sorgen Sie endlich wieder für einen günstigen und guten Energiemix, damit die Menschen es sich wieder leisten können, ihre Innenräume zu klimatisieren, damit es sich die Menschen leisten können, in einem gut temperierten Innenraum zu leben, (Zuruf von Ina Besche-Krastl [GRÜNE]) damit es sich die Menschen mit schweren Vorerkrankungen wieder leisten können, zu Hause gepflegt zu werden, und nicht in eines Ihrer teuren Pflegeheime gehen müssen, was am Ende des Tages zum wirtschaftlichen Ruin führt. Sie müssen endlich anerkennen und einsehen, dass Ihr Energieirrsinn nicht dazu führt, dass es sich in Deutschland bessert und dass die NRW-Wirtschaft aufblüht, sondern dazu, dass die NRW-Wirtschaft zugrunde geht, dass Menschen hier ihre Jobs verlieren, dass mehr Menschen in Armut leben. Und was passiert mit Menschen, die in Armut leben? Die drehen ihre Heizung nicht auf, weil ihnen am Ende des Tages die paar Euro fehlen, um vernünftig zu heizen. Und wozu führt das? Das führt dazu, dass diese Menschen Stress auf ihrem System haben und dass der vorerkrankte Mensch am Ende stirbt. (Jule Wenzel [GRÜNE]: Wenn es nach Ihnen geht, haben die gar nichts mehr!) Das ist die Realität; das ist Ihre Politik, der Sie ins Auge sehen müssen. (Beifall von der AfD)

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