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Susanne Schneider

FDP 18.06.2026 Sitzungen 18/125

Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Menschen mit Behinderungen möchten wie alle Menschen möglichst selbstbestimmt leben. Dazu gehört auch, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Doch die Inklusion gestaltet sich auf dem Arbeitsmarkt häufig sehr schwierig. Die Landesbehindertenbeauftragte hat sogar schon vor einer rückläufigen Inklusion gewarnt. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderungen ist nach Angabe der Aktion Mensch in Nordrhein-Westfalen immer noch zu hoch. Selbst wenn ein integrativer Arbeitsplatz gefunden wurde, machen immer mehr Menschen mit Behinderungen Erfahrungen mit Kündigungen. Das ist natürlich auch eine Folge der angespannten wirtschaftlichen Lage. Viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber nutzen entsprechende Förderprogramme für Beschäftigte mit Behinderungen nicht, weil sie schlichtweg nicht bekannt oder zu bürokratisch sind. Dabei geht es auch anders. Beeindruckt hat mich ein Bericht über einen Fahrradladen in Mönchengladbach. Dort arbeiten mittlerweile sechs Mitarbeiter mit Unterstützungsbedarf, zwei davon im Rollstuhl. Grandios! Menschen mit Behinderungen verfügen häufig über hohe berufliche Kompetenzen und Qualifikationen. Wenn ein Arbeitgeber Menschen mit Behinderungen eine Chance gibt, bekommt er erfahrungsgemäß eine besondere Loyalität und hohes Verantwortungsbewusstsein von seinen Mitarbeitern zurück. Um diesen Schritt zu gehen, müssen Arbeitgeber aber bereit sein, die Chancen zu erkennen und nicht nur mögliche Risiken zu sehen. Wir sollten sie daher weiter ermutigen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels wäre es fast fahrlässig, wenn die Potenziale von Menschen mit Behinderungen ungenutzt blieben. Der Erfolg bei der Integration von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt hängt stark von den handelnden Personen ab. Da kommt man häufig nicht mit dem Schema F weiter. Vielmehr braucht man einzelfallbezogene Lösungen und Angebote sowie Überzeugungsarbeit bei den Betrieben. Die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber – kurz: EAA – übernehmen dabei eine wichtige 18.06.2026 Vermittlerrolle. Sie besuchen Betriebe vor Ort und beraten diese aus der Perspektive der Arbeitgeber. Sie können die jeweiligen Unternehmen über Förderleistungen und Unterstützungsangebote sowie über Zuständigkeiten und Ansprechpartner in den Behörden informieren. Diese Aufklärungsarbeit bei den Arbeitgebern muss noch weiter intensiviert werden. Eine Schlüsselposition haben auch die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Sie müssen aber stärker auf Qualifizierungen und auf den Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt ausgerichtet werden. Werkstätten müssen so aufgestellt sein, dass ihre Beschäftigten ganz nach ihren Fähigkeiten an die betriebliche Realität herangeführt werden. Werkstätten, die mit Unternehmen kooperieren und somit einen fließenden Übergang von den Werkstätten in den Arbeitsmarkt ermöglichen, müssen das Ziel sein. Daher bin ich sehr froh, dass die Weiterentwicklung der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen ein entscheidender Punkt im Forderungsteil dieses Antrags ist. Aus unserer Sicht braucht es aber noch weitere Maßnahmen. Teilqualifizierungen und Inklusionsunternehmen müssen weiter gefördert werden. Ich freue mich, dass auch die Koalitionsfraktionen die Bedeutung der Landesförderung für Investitionen der Inklusionsbetriebe erkannt haben. Die tatsächliche Politik von Schwarz-Grün sah in den letzten Jahren noch etwas anders aus. Und auch im Themenbereich „Inklusion“ kann noch viel beim Bürokratieabbau getan werden. Der vorliegende Antrag wäre wahrscheinlich noch etwas zielführender, wenn er nicht unter dem schwarzgrünen Vorbehalt der vorhandenen Haushaltsmittel stehen würde. Andererseits ist es ein starkes Zeichen, dass sich bei diesem Thema die Landtagsfraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP zusammengeschlossen haben und diese Initiative gemeinsam tragen. Hoffentlich geht es mit der Arbeitsmarktinklusion jetzt weiter voran. – Ich danke Ihnen. (Beifall von der FDP – Vereinzelt Beifall von der CDU, der SPD und den GRÜNEN)

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