Peter Blumenrath
Herzlichen Dank. – Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! 425 km beträgt die durchschnittliche Reichweite von Elektrofahrzeugen in Deutschland. Laut ADAC haben sich die Reichweiten in den letzten 15 Jahren vervierfacht. Doch es geht nicht nur um die mögliche Reichweite, sondern auch um zuverlässiges Laden. Ende 2025 standen landesweit bereits mehr als 35.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung, darunter über 8.300 Schnellladepunkte. Die gute Infrastruktur macht sich auch bei den Zulassungszahlen bemerkbar. Allein zwischen Januar und Mai 2026 wurden deutschlandweit fast 300.000 E-Fahrzeuge zugelassen, 41 % mehr als im Vorjahr, auch dank der E-Auto-Förderung des Bundes. Die Technologie ist seit Langem marktreif, und sie ist auch auf unseren Straßen angekommen. Über 400.000 E-Fahrzeuge sind allein in Nordrhein-Westfalen zugelassen. Wir sind Elektroland. Das gilt für Pkws und Lkws, aber auch für die Zulieferindustrie. So stammt der europäische Standardstecker Typ 2 immerhin aus dem schönen Sauerland. Grundsätzlich gilt: Die Menschen müssen sich auf eine zuverlässige Ladeinfrastruktur verlassen Landtag können, also auf ausreichend viele Ladepunkte, genügend Leistung an der Ladesäule und ein dichtes Netz, das auch im ländlichen Raum den Bedarf sicher abdecken kann. Mit dem Handlungskonzept „Ladeinfrastruktur“ haben wir die Anzahl der Ladepunkte in den letzten beiden Jahren um 50 % gesteigert und die Anzahl der Schnellladepunkte sogar verdoppelt. Es ist uns gelungen, dass 100 % der Kommunen über eine grundlegende Ladeinfrastruktur verfügen. Auch die Privaten ziehen mit. Mehr als 2.100 Ladepunkte in Mehrfamilienhäusern wurden beantragt. Der Bund unterstützt diese Maßnahmen mit immerhin 500 Millionen Euro. So werden Förderlücken geschlossen, damit auch Mieterinnen und Mieter sowie WEGs von der E-Mobilität profitieren können. Inzwischen ist jede fünfte Neuzulassung ein vollelektrisches Fahrzeug. Deshalb ist es wichtig, dass die Infrastruktur mitwächst. Genau dort setzt der heutige Antrag an; denn wir wollen den weiteren Ausbau gezielt beschleunigen. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur scheitert nämlich häufig gar nicht am Willen, sondern an den verfügbaren Standorten. Deshalb werden wir erstens in Ergänzung zum Deutschlandnetz geeignete landeseigene Flächen zur Installation von Ladeinfrastruktur systematisch erfassen und in einem Flächentool bereitstellen. Zweitens nehmen wir die Versorgungssicherheit abseits der Ballungsgebiete in den Blick. Wir befähigen nämlich die Kommunen, Konzessionen so zu vergeben, dass attraktive und weniger attraktive Standorte miteinander gekoppelt werden können. Durch solche kombinierten Lose stellen wir sicher, dass auch ländliche Räume und weniger frequentierte Standorte angeschlossen werden. Drittens schauen wir auf die Zukunft der Technologie, nämlich auf das bidirektionale Laden. Perspektivisch können Millionen E-Autos als flexible Stromspeicher dienen. Das hilft uns, Verbrauchsspitzen zu kappen, erneuerbare Energien besser zu integrieren und unser Netz zu stabilisieren. Der Bund muss die steuerlichen und regulatorischen Hürden zügig abbauen, damit das System für Bürgerinnen und Bürger so einfach und reibungslos funktioniert wie der normale Ladevorgang. Am Ende des Tages ist doch eine Sache klar: Die Menschen steigen nur dann auf neue Technologien um, wenn die Infrastruktur verlässlich ist. Mit den Maßnahmen in unserem Antrag stellen wir genau das sicher und bieten wirtschaftliche Lösungen zur Dekarbonisierung der Mobilität. Daher werben wir um Zustimmung zu unserem Antrag. – Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) 18.06.2026
