Julia Kahle-Hausmann
Heute beraten wir über eine Änderung, die für viele Menschen in Nordrhein-Westfalen vielleicht auf den ersten Blick klein erscheinen mag, für den Fischerei- und Angelsport ist sie aber eine wichtige Verbesserung: Das Mindestalter für den Erwerb des Fischereischeins wird von 14 auf 12 Jahre abgesenkt. Ich sage ausdrücklich: Das ist eine gute Nachricht. Denn Angeln ist mehr als nur ein Hobby. Es verbindet Menschen mit Natur, vermittelt Verantwortung und schafft Verständnis für Gewässer, Artenvielfalt und nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt. Gerade deshalb ist es wichtig, jungen Menschen frühzeitig den Zugang zu ermöglichen. Die SPD-Fraktion hat diese Absenkung des Mindestalters mehrfach eingefordert. Wir haben in den Beratungen zum Landesfischereigesetz darauf gedrängt, dass nicht nur über Digitalisierung gesprochen wird, sondern auch über die Frage: Wie stärken wir den Fischerei- und Angelsport in Nordrhein-Westfalen langfristig? Denn die Digitalisierung des Fischereiwesens ist gut und richtig, aber es geht noch mehr. Doch mehr haben CDU und Grüne im ersten Aufschlag für das Gesetz nicht vorgeschlagen. Dabei war für uns klar: Die Praxis muss gehört werden. Deshalb haben wir die Fachleute einbezogen. Und die Rückmeldungen aus Verbänden und Fachkreisen waren eindeutig: Ein Mindestalter von 12 Jahren ist sinnvoll und machbar. Dass die Landesregierung diesen Schritt nun übernimmt, begrüßen wir. Denn am Ende zählt nicht, welche demokratische Fraktion einen Antrag einbringt, sondern ob wir etwas für die Menschen im Land verbessern. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass CDU und Grüne bei diesem Thema anders handeln. Denn die Absenkung des Mindestalters ist kein parteipolitischer Streitpunkt. Sie ist keine Frage von „Regierung gegen Opposition“. Andere Bundesländer haben längst gezeigt, dass dieser Weg funktioniert. Dort haben ganz unterschiedliche politische Konstellationen erkannt: Wenn es um Nachwuchsgewinnung, Ehrenamt und Naturerfahrung geht, sollten wir gemeinsam handeln. Leider hat Schwarz-Grün auch bei diesem Thema den Weg des Alleingangs gewählt. Ein gemeinsamer Antrag über Fraktionsgrenzen hinweg wäre ein gutes Signal gewesen. Gerade beim Ehrenamt und bei Themen, die viele Menschen unmittelbar betreffen, sollten wir nicht in politischen Mustern verharren. Aber entscheidend ist die Sache. Daher stimmen wir der Absenkung des Mindestalters und dem Fischereigesetz insgesamt selbstverständlich zu. 17.06.2026 Denn sie erleichtert den Zugang zum Angelsport und hilft dabei, junge Menschen für dieses wichtige Stück Natur- und Freizeitkultur zu gewinnen. Klar ist auch: Mit dieser Änderung endet unsere Arbeit für den Fischerei- und Angelsport nicht. Es gibt weitere Themen, bei denen wir gemeinsam mit den Verbänden und Praktikern Lösungen finden müssen. Heute können wir aber festhalten: Ein Schritt in die richtige Richtung wird gemacht.
