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Christin-Marie Stamm

SPD 17.06.2026 Sitzungen 18/124

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Igel ist in Gefahr. Das Wildtier des Jahres 2024 ist durch zerschnittene Lebensräume akut bedroht. Straßen- und Siedlungsbau graben dem Igel unerbittlich die Lebensgrundlagen ab. Jedes Jahr sterben unzählige Igel auf dem Asphalt. Damit noch nicht genug: Ohne Versteckmöglichkeiten, ohne Nahrung, eingeengt zwischen Asphalt und Beton, flieht der Igel in unsere Wohngebiete. Der Igel sucht Schutz in unseren Gärten und klammert sich an die letzten Grashalme. Doch auch hier lauert Gefahr: Um spätabends die letzten Grashalme zu schneiden und das menschliche Tagwerk zu beenden, rollt gnadenlos der Mähroboter heran und macht dem nachtaktiven Igel den Garaus. Der Igel braucht unsere Hilfe. Genau dafür sind wir als Politik gefordert. Der Schutz der Igel liegt der SPD am Herzen. Ich erinnere an unsere Berichtsanfrage vom November 2024, in der wir fragten, mit welchen Maßnahmen die Landesregierung Igel schützen möchte. Die damalige Antwort fiel allerdings eher zurückhaltend aus: Konkrete Förderprogramme oder eigene Initiativen wurden nicht benannt, und zur Bestandsentwicklung konnten keine belastbaren Angaben gemacht werden. Umso mehr begrüßen wir, dass das Thema nun die Aufmerksamkeit erhält, die es auch verdient. (Beifall von der SPD und den GRÜNEN) Gleichzeitig interessiert uns natürlich, welche neuen Erkenntnisse die Landesregierung inzwischen gewonnen hat, die aus ihrer Sicht einen eigenen Antrag und sogar die Einrichtung eines runden Tisches erforderlich machen. Der nun vorliegende Antrag der regierungstragenden Fraktionen zählt einige wichtige Punkte auf. Auf drei möchte ich kurz eingehen. Ein runder Tisch, der Vertreterinnen und Vertreter einlädt, um sich über den Schutz von Igeln auszutauschen, trifft unsere volle Zustimmung. Wir sehen auch die Igelpflegestellen, die im Antragstext nicht explizit genannt sind, als gleichwertige Vertreterinnen und Vertreter an diesem runden Tisch. Auch hier sollte das Ziel sein, die Ehrenamtlichen der Igelpflegestellen untereinander zu vernetzen Landtag und den Wissenstransfer zwischen den Handelnden zu ermöglichen. Besonders begrüßen wir außerdem, dass unter Federführung der Landestierschutzbeauftragten ein Netzwerk der ehrenamtlichen Igelhilfe organisiert werden soll. Die vielen Pflegestellen in NRW leisten bereits heute Enormes. Aus Gesprächen mit ihnen wissen wir aber auch: Denkbar wäre perspektivisch ein Förderprogramm, das Mittel für ehrenamtlich organisierte Igelpflegestellen bereitstellt, die verletzte und geschwächte Igel versorgen – Ehrenamtliche, die genau wissen, mit welchen Maßnahmen den Igeln direkt vor Ort geholfen werden kann. Weil ich meinen Beitrag mit den Gefahren durch Mähroboter begonnen habe, möchte ich mit diesem Punkt auch schließen. Wir unterstützen ausdrücklich das Anliegen, sich auf Bundesebene für eine Regulierung des Einsatzes automatisierter Mähroboter in den Dämmerungs- und Nachtstunden einzusetzen. Gleichzeitig wird die Landesregierung darlegen müssen, wie sie sich eine solche Regelung in der Praxis vorstellt. Entscheidend ist am Ende nicht die Überschrift, sondern, dass der Schutz der Igel tatsächlich verbessert wird. Alles in allem trifft der Antrag inhaltlich auf unsere Zustimmung. Machen wir NRW igelgerechter. Schaffen wir bessere Lebensräume für Igel mit durchlässigen Gartenzäunen, igelfreundlichen Gärten und mehr Sicherheit für Igel in der Nacht. – Vielen Dank. (Beifall von der SPD und den GRÜNEN – Ver- einzelt Beifall von der CDU)

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