Norwich Rüße
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Als ich ein kleiner Junge war, waren Igel noch allgegenwärtig. Jeder, der in meinem Alter ist, kennt das. Wenn man einen eigenen Garten hatte, lief da garantiert ein Igel durch und manchmal auch zwei. Man hat sie einfach überall gesehen. Das zeigt auch die Geschichte vom Wettlauf zwischen Hase und Igel. Man greift auf so ein Tier zurück, wenn es allgegenwärtig ist. Jedes Kind konnte sich etwas unter einem Igel vorstellen, und das ist heutzutage nicht mehr so. Der Igel ist mittlerweile auf der Vorwarnstufe der Rote-Liste-Arten angelangt. Das ist für uns alle ein Signal, dass wir mehr tun müssen für den Igel. Deshalb ist es auch sehr gut, dass wir uns heute mit diesem Antrag dem Thema stellen und uns dem Igel ein bisschen mehr widmen. (Beifall von den GRÜNEN und der CDU) Wir alle miteinander können deutlich mehr für die Igel tun. Da geht es um die Frage, wie unsere Gärten gestaltet sind. Sind die Zäune durchlässig? Können die Igel auch von einem Garten in den anderen? Sind die Strukturen so, dass der Igel überleben kann? Das gilt aber auch für die öffentliche Grünpflege: Wie gehen wir mit öffentlichem Grün um? Wie wird das gemäht? Wird das vorsichtig genug gemäht, damit die Igel keinen Schaden nehmen? Eines ist schon klar: Das Aufkommen der Mähroboter in den letzten Jahren ist ein entscheidender Punkt. Gerade wurde den Ehrenamtlern gedankt, die in der Igelhilfe aktiv sind, die verletzte Tiere aufnehmen und versuchen, diese am Leben zu halten, sie wieder fit zu machen. Landtag Ich finde, dass das tatsächlich ein großes Dankeschön an diese Gruppe wert ist und dass wir wirklich einmal sagen: Vielen Dank, dass ihr euch so kümmert. (Beifall von den GRÜNEN und der CDU) Gleichzeitig will ich zwei Verletzungen nennen: Einerseits werden Tiere massiv verletzt. Sie werden so verletzt, dass sie an den Verletzungen sterben, dass sie eingeschläfert werden müssen – nicht immer, aber oft. Die Verletzung, die andererseits passiert, ist die Verletzung der Seele der Menschen, die diese ehrenamtliche Arbeit machen. Ich habe das sehr gut mitbekommen, als ein Arbeitskreis der Igelhilfen bei uns war. Sie haben mit uns gesprochen und gesagt: Wir können nicht mehr; wir haben das als Ehrenamt im kleinen Rahmen angefangen, aber es werden immer mehr Igel. Das muss ein Ende haben, oder wir müssen stärker unterstützt werden. Deshalb ist es gut, dass dieser Antrag zum einen das Ehrenamt stärken will, ganz klar darauf fokussiert und sagt: Wir wollen euch stärker unterstützen. Gut wäre aber auch, wenn es tatsächlich die Initiative gäbe, auf Bundesebene endlich ein Nachtfahrverbot für Mähroboter durchzusetzen. (Beifall von den GRÜNEN) Da geht es auch um Tierschutz. Da geht es um die Fragen: Ist es richtig, dass Mähroboter nachts laufen und Tiere verletzen, die evolutionsmäßig nicht dafür ausgestattet sind, mit dieser Gefahr umzugehen? Oder kann man Mähroboter auch einfach tagsüber fahren lassen? Es gibt am Tag genügend Zeit, das tun zu lassen, auch wenn einen dann vielleicht der Mähroboter im Garten stört. In der Abwägung komme ich aber immer dazu, zu sagen: Es braucht ein Nachtfahrverbot. Ich will noch einmal darauf eingehen, was wir alle für die Tiere tun können. In der Landschaft müssen wir deutlich mehr machen: Hecken müssen wieder in die Landschaft zurückkommen. Bei der Frage „Insektenvielfalt bzw. Artenvielfalt“ geht es um die Nahrungsgrundlage. Ein Igel lebt ja nicht davon, dass wir hier gute Worte sprechen, sondern er lebt davon, dass er Insekten und Würmer vorfindet, von denen er sich ernährt. Deshalb werden wir in dem Bereich noch einmal deutlich mehr tun müssen. Ganz zum Schluss – das sollte uns als Politik doch Ansporn sein – möchte ich Segway zitieren. Segway ist der Hersteller der modernsten Mähroboter, die es gibt. Segway sagt auf seiner Internetseite sinngemäß, der beste Schutz für den Igel sei es, ein Nachtfahrverbot einzurichten. Wenn schon die Hersteller von Mährobotern das sagen, dann sollten wir als Politik denen vertrauen, denen glauben. Die wissen es am allerbesten, und die würden ja ihr eigenes Geschäft quasi schädigen. Wir sollten dies befolgen und umsetzen, im Interesse der 17.06.2026 Ehrenamtler und im Interesse der Tiere. – Vielen Dank. (Beifall von den GRÜNEN und der CDU)
