Dorothee Feller
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist die beste Brücke in ein selbstbestimmtes Leben. Sie bietet Aufstiegsmöglichkeiten, schützt vor Arbeitslosigkeit und somit auch vor Armut, und sie sichert damit gesellschaftliche Teilhabe. Es ist erklärtes Ziel der Landesregierung, allen jungen Menschen nach der Schule eine Anschlussperspektive zu eröffnen und damit eine berufliche Zukunft zu bieten. Wir sind davon überzeugt: Wer beruflich ausgebildet ist, hat die beste Grundlage für ein glückliches Leben. Nicht erst am Ende der Schulzeit stellt sich für die Schülerinnen und Schüler eine sehr entscheidende Frage: Was will ich beruflich machen? Den richtigen Weg zu finden, ist entscheidend für die persönliche Entwicklung und die Teilhabe an der Gesellschaft. Deshalb stecken wir viel Geld und Mühe in die berufliche Orientierung unserer Schülerinnen und Schüler. Wir sind überzeugt: Wer sich selbst gut kennt, kennt auch seine Stärken und Talente. Wer frühzeitig in Berufe reinschnuppern kann, wird auch den Mut haben, seinen eigenen Weg ins Berufsleben zu gehen und frühzeitig entsprechende Weichen zu stellen. 17.06.2026 Mit „Kein Abschluss ohne Anschluss“ haben wir in Nordrhein-Westfalen ein bundesweit einmaliges System der beruflichen Orientierung aufgebaut. Insgesamt sind im Jahr 2026 für die berufliche Orientierung 12,7 Millionen Euro aus ESF-Mitteln und aus Landesmitteln vorgesehen. Für das Werkstattjahr NRW stellen wir pro Jahr 4 Millionen Euro aus ESF-Mitteln bereit. KAoA sorgt dafür, dass Jugendliche strukturiert, frühzeitig und verlässlich begleitet werden – nicht erst am Ende der Schulzeit, sondern Schritt für Schritt. Klar ist: Die berufliche Orientierung muss mit der Zeit gehen und sich weiterentwickeln, und das tut sie auch. Sie wird zum Beispiel digitaler. Zusammen mit anderen Bundesländern haben wir als Landesregierung die Berufswahl-App entwickelt. Die Berufswahl-App bringt Informationen zusammen, die bisher verstreut waren: Ausbildungswege, Berufsbilder, regionale Angebote. Sie ist niederschwellig, praxisnah und erreicht die Jugendlichen dort, wo sie sind, auf dem Smartphone. Die Berufswahl-App ersetzt nicht die persönliche Begegnung – das ist klar –, aber sie ergänzt sie und sie stärkt die Arbeit unserer Schulen, unserer Berufsberatung und unserer Kammern. Fest steht: Die überwiegende Mehrheit der Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen verlässt die Schule mit einem konkreten Zukunftsplan, jedoch gilt dies nicht für alle. Genau diese Schülerinnen und Schüler wollen und dürfen wir nicht aus den Augen verlieren. Im Gegenteil: Diese Schülerinnen und Schüler müssen wir besonders begleiten. Genau deshalb haben wir das Schülerdatenübermittlungsgesetz auf den Weg gebracht. Die Daten der Schülerinnen und Schüler ohne konkrete Anschlussperspektive werden nun in eine Verantwortungskette weitergegeben, von den Schulen zur Arbeitsagentur zur Kommune. Die Kräfte aller Partner können so gebündelt werden. Unser Ziel lautet: Jeder junge Mensch, der eine Ausbildung machen will, soll auch die Möglichkeit dazu bekommen. Wir wissen, dass es nicht ausreicht, eine Ausbildung anzufangen. Entscheidend ist der erfolgreiche Abschluss einer Ausbildung. Ein Berufsabschluss muss möglich sein. Das ist das gemeinsame Ziel der Partner in unserem Ausbildungskonsens. Gemeinsam wollen die Partner des Ausbildungskonsens Angebote wie die assistierte Ausbildung und Azubi-Sprachkurse vor Ort stärken und die Zusammenarbeit intensivieren, um Ausbildungskrisen vorzubeugen und Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. Klar ist: Damit jungen Menschen ein guter Start ins Berufsleben gelingt, müssen wir alle an einem Strang ziehen. Ganz besonders bedarf es des Engagements der Wirtschaft. Ohne ausreichende Praktikums- und Ausbildungsplätze, ohne das große Engagement der Ausbilder und Ausbilderinnen in den Landtag Betrieben und der Lehrkräfte in den Berufskollegs werden wir das gemeinsame Ziel nicht erreichen. Daher bedarf es dieses Antrages nicht, um in der Sache voranzukommen. Wir gehen schon voran. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
