Anke Fuchs-Dreisbach
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Übergang von der Schule in eine Ausbildung, in ein Studium oder in einen Beruf ist für viele junge Menschen entscheidend hinsichtlich Chancen, Selbstständigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe. Insofern greifen die Kollegen der FDP in dem Antrag hier ein wichtiges Thema auf. Unsere Betriebe suchen dringend Nachwuchs, und in vielen Branchen werden händeringend Auszubildende gesucht. Daher ist es umso wichtiger, dass junge Menschen frühzeitig Orientierung erhalten und Perspektiven bekommen. Doch diese Debatte führen wir in diesem Haus nicht zum ersten Mal. Erst in der vergangenen Plenarwoche haben wir in der Aktuellen Stunde über junge Menschen und ihre Anschlussperspektiven gesprochen. Schon damals habe ich gesagt: Kein junger Mensch darf nach der Schule aus dem Blick geraten. – Deshalb müssen wir uns immer wieder folgende Fragen stellen: Wie erreichen wir junge Menschen besser? Wie vermeiden wir Warteschleifen? Wie schaffen wir verlässliche Anschlussperspektiven? Ein Gedanke im FDP-Antrag verdient dabei durchaus mehr Aufmerksamkeit: Junge Menschen brauchen Orientierung, und das möglichst aus einer Hand. – Deshalb muss die entscheidende Frage sein: Brauchen wir hierfür neue Strukturen, oder müssen wir bestehende Strukturen besser ausbauen? Ich wiederhole mich mit Blick auf die letzte Debatte gerne: Wir beginnen hier in Nordrhein-Westfalen nicht bei null. Mit „Kein Abschluss ohne Anschluss“ verfügen wir bereits über ein etabliertes System der Berufsorientierung. Schulen, Kammern, Betriebe, Arbeitsagenturen, Jobcenter und weitere Partner arbeiten schon heute zusammen. Aus diesem Grund müssen wir genau hinschauen, bevor wir neue Strukturen schaffen. Vieles, was im Antrag beschrieben wird, ist bereits in der Entwicklung: mehr Zusammen-17.06.2026 arbeit, bessere Vernetzung und niederschwellige Unterstützung. Deshalb sollten bestehende Konzepte weiter gestärkt werden. Gerne nenne ich hier die Jugendberufsagenturen, welche bereits heute ein wichtiger Baustein sind. Sie ermöglichen jungen Menschen, Informationen, Beratung und Unterstützungsangebote gebündelt an einem Ort zu erhalten. Natürlich unterstützen auch digitale Instrumente die Berufsorientierung sinnvoll. Daher führt das Land Nordrhein-Westfalen ab dem Schuljahr 2026/2027 die Berufswahl-App landesweit ein – einfach, weil sie sich bewährt hat.
