Zacharias Schalley
Der Antrag bleibt politisch halbgar, so wie die Wortbeiträge der Kollegen hier im Plenum. Sie schreiben im Antrag von Umwelt- und Gewässerrisiken sowie von Gefahren für Nichtzielorganismen. Aber eine ernsthafte Reduktionsstrategie? Fehlanzeige! Dabei haben die Sachverständigen schon in der Anhörung, in der es um die Weiternutzung von Rodentiziden ging, auf den Kern des Problems hingewiesen. Rattengifte sind keine Wundermittel, sondern Gifte. Gegen Gifte können sich Resistenzen entwickeln. Sie können sich in Nichtzielorganismen wie Greifvögeln oder anderen Wildtieren ablagern. Sie können in der Nahrungskette und in Organismen Rückstände bilden. Ziehen CDU und Grüne daraus den Schluss „weniger Gift, mehr Alternativen“? Natürlich nicht! Sie erklären lediglich, welche Berufsgruppen künftig weiterhin zum Gift greifen dürfen, nachdem sie Lehrgänge absolviert und Formulare ausgefüllt haben. Das ist natürlich besser als ein totales Verbot, und darum werden wir diesem Antrag zustimmen. Die eigentlichen blinden Flecken dieser Debatte, zum Beispiel der Einsatz von Rattlern, der seit Jahrhunderten bewährt ist und funktioniert, werden aber nicht angefasst. Speziell gezüchtete Hunde jagen und töten Ratten – (Julia Kahle-Hausmann [SPD]: Fetisch!) ohne Gift, ohne Rückstände im Grundwasser, ohne die Sekundärvergiftung von Greifvögeln, ohne chemische Belastung der Umwelt, und das auch noch günstig. Der Hund macht einfach nur seine Arbeit. Der Giftköder hingegen hinterlässt noch lange eine Spur. (Zuruf von Markus Höner [CDU]) 17.06.2026 Doch im Deutschland des Jahres 2026 und unter grüner Regierungsbeteiligung scheint der Einsatz von Chemie politisch akzeptabler zu sein als die Arbeit eines dafür gezüchteten Gebrauchshundes. CDU und Grüne nehmen lieber die Vergiftung der Nahrungskette in Kauf, als eine natürliche Bekämpfungsmethode ernsthaft zu prüfen. (Norwich Rüße [GRÜNE]: Also wollen Sie Rat- tengifte verbieten?) Dabei hatten Sie, Herr Kollege Rüße, in der Anhörung doch noch Interesse an dieser Methode. Im Antrag fehlt sie trotzdem komplett. Deshalb legen wir einen Änderungsantrag zur Legalisierung von Ratting vor. Ratting ist umweltfreundlich, tierschutzgerecht und effizient. Sie haben aber ja schon angekündigt, dass Sie diesen ablehnen werden. Denn auch für Sie gilt das alte Sprichwort: Einer Ratte, die Kleien frisst, braucht man kein Mehl vorzusetzen. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD – Norwich Rüße [GRÜNE]: Gut, dass Sie auf den letzten Metern so genu- schelt haben!)
