landtag.nrw.de ↗

Hendrik Wüst

17.06.2026 Sitzungen 18/124

Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich hatte mir eigentlich fest vorgenommen, gar nichts zur AfD zu sagen. Aber: Es ist immer wieder gut, wenn die Zuschauerinnen und Zuschauer und alle Kolleginnen und Kollegen durch solche Reden wie die, die gerade gehalten wurde, sehen, wes Geistes Kind die Kolleginnen und Kollegen von der AfD sind. (Beifall von der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der FDP) Die wirtschaftliche Lage ist in ganz Deutschland schwierig. Die Herausforderungen, vor denen unsere Wirtschaft steht, sind groß. Es gibt aber drei Dinge, die sich wie ein roter Faden durch die inzwischen 80 Jahre lange Landesgeschichte von Nordrhein-Westfalen ziehen und mit denen es uns immer wieder gelungen ist, erfolgreich zu bleiben: der Fleiß der Menschen, die Offenheit für Innovationen sowie Zusammenhalt und Solidarität. Nordrhein-Westfalen ist ein Land der Arbeit. Der Fleiß der Menschen hat unser Land erfolgreich und stark gemacht. Auf diese Tradition sind wir zu Recht stolz. Diese kollektive Erfahrung lehrt uns, dass wir mit Anstrengung und Gemeinsinn sehr viel erreichen 17.06.2026 und auch große Herausforderungen gemeinsam meistern können. (Beifall von der CDU) Mit dieser Tradition im Rücken gehen wir die Herausforderungen dieser Zeit an. (Nadja Lüders [SPD]: Wann denn?) Die Menschen in Nordrhein-Westfalen sind für Innovationen und Wissen offen. Innovationen sind der Motor für Chancen schlechthin. Innovationen werden auch in Zukunft der Garant für wirtschaftlichen Erfolg und soziale Sicherheit sein. Innovationen sind entscheidend, um Wohlstand und Arbeitsplätze zu sichern. Deshalb ist es eine unserer größten Stärken, dass Nordrhein-Westfalen die dichteste Hochschul- und Forschungslandschaft in ganz Europa hat, und das auf Spitzenniveau. Wir haben zwei Exzellenzuniversitäten und zwölf Exzellenzcluster. Nordrhein-Westfalen ist das stärkste Innovationsland in Deutschland. Wir bauen diese Stärke weiter aus und nutzen sie ganz gezielt. Denn wir haben ein klares Ziel: Nordrhein-Westfalen soll das stärkste Industrieland und der erfolgreichste Standort im Herzen Europas bleiben. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Manches, auf das wir keinen Einfluss haben, hat es uns in den letzten Jahren schwer gemacht: die Coronapandemie, der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine mit all seinen Folgen, auch für uns. Wir in Nordrhein-Westfalen haben darauf gemeinsame Antworten gefunden. In der Pandemie war der Anspruch, durch Hilfsprogramme dabei zu helfen, dass keine Brüche entstehen. Und mit den Menschen in der Ukraine sind wir solidarisch. Wir haben in kürzester Zeit Hunderttausende Menschen in unser Land aufgenommen. In der Spitze haben wir bis zu 50.000 Kinder in unseren Schulen integriert. Denn Zusammenhalt und Solidarität werden in Nordrhein-Westfalen immer großgeschrieben. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Diese drei Dinge – Fleiß, Innovationsoffenheit sowie Zusammenhalt und Solidarität – sind die feste Grundlage, auf der wir in Nordrhein-Westfalen unsere Zukunft gemeinsam aufbauen. Dass wir damit auf dem richtigen Weg sind, zeigt die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zu den Regionen in Deutschland eindrücklich. Fast ein Drittel der Regionen unseres Landes hat in den letzten zehn Jahren deutlich an wirtschaftlicher Dynamik gewonnen. Köln, Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr gehören zu den dynamischsten Städten in Deutschland. Knapp zwei Drittel der Regionen in Nordrhein-Westfalen sind stabil geblieben. Angesichts der Vielzahl der Krisen in den vergangenen Landtag Jahren zeigt das eine herausragende Krisenresistenz unseres Landes. Und was mich besonders freut: Das Rheinische Revier und Bochum werden in der Studie als Vorbilder für gelingenden Strukturwandel hervorgehoben. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Die Ergebnisse der IW-Studie sind in erster Linie ein Erfolg der Menschen in unserem Land, die mit ihrer Arbeit, ihrem Fleiß und ihren Ideen dafür sorgen, dass Nordrhein-Westfalen erfolgreich bleibt. Wir in Nordrhein-Westfalen können mit Stolz sagen: Nordrhein-Westfalen ist das dynamischste Aufsteigerland der letzten zehn Jahre. Das ist eine gute Grundlage für mehr. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Ja, die wirtschaftlichen Herausforderungen sind da, und sie sind groß. Die meisten Unternehmen und viele Menschen in unserem Land spüren sie sehr konkret. Im Land können wir nicht alle Herausforderungen allein meistern. Aber wo wir Verantwortung tragen, gehen wir entschlossen voran. Deswegen legen wir eine klare Priorität auf Bildung und stellen dafür Rekordmittel bereit. Deswegen fördern wir Innovationen in der Spitze und in der Breite. Deswegen gehen wir entschlossen den Weg von der Kohle zur KI. Deswegen sanieren wir die öffentliche Infrastruktur mit dem größten Investitionsprogramm in der Geschichte unseres Landes. Deswegen bauen wir Bürokratie ab und machen unseren Staat schneller, moderner und digitaler. Deswegen kämpfen wir in Berlin und Brüssel zum Beispiel für bezahlbare Energie. Wir wissen sehr genau: Es gibt noch viel zu tun. Wir sind noch lange nicht am Ziel. Da ist noch ganz viel Potenzial, das sich heben lässt. Die Ergebnisse der IW-Studie zeigen aber auch: Unser Kurs ist genau richtig. Politik kann einen Unterschied machen. Deshalb arbeiten wir weiter mit einem klaren Ziel: beste Voraussetzungen schaffen, damit sich Fleiß, Mut und Ideenreichtum der Menschen in unserem Land voll entfalten können. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Wie immer und überall gibt es natürlich auch diejenigen, die das Glas halb leer sehen. Aber auch damit wissen wir in Nordrhein-Westfalen umzugehen. Kluge und ehrliche Hinweise sind uns immer willkommen. Ansonsten arbeiten wir weiter. Im Machen liegen unsere Stärke und unser Erfolg. (Dietmar Brockes [FDP]: Wo denn?) Die IW-Studie stärkt unser Selbstbewusstsein in Nordrhein-Westfalen und zeigt: Wir haben allen Grund zu Optimismus. Wir können die Dinge zum Besseren wenden. – Vielen Dank. 17.06.2026 (Anhaltender Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

Alle Reden von Hendrik Wüst Protokoll ↗