landtag.nrw.de ↗

Zacharias Schalley

AfD 08.05.2026 Sitzungen 18/123

Herr Präsident! Werte Damen und Herren! In einem alten Studentenlied heißt es: Als die Römer frech geworden, zogen sie nach Deutschlands Norden. In dem Teutoburger Walde – huh! –, wie pfiff, der Wind so kalte. Dieser Wind wird dem Teutoburger Wald nun zum Verhängnis. Das Hermannsdenkmal inmitten des Teutoburger Waldes wird künftig von Anlagen flankiert, die fünfmal so hoch sind. Die Windindustrieanlagen verspargeln nicht nur die Landschaft, sondern sind 2.000 Tonnen schwere Sargnägel, die in unsere Kulturlandschaft geschlagen werden. Durch sie wird unsere Heimat brutal entwertet, unser Nationalgefühl geschunden und ökologisch wertvolle Kulturlandschaft zu durchindustrialisierter Energielandschaft. Wenn wir über den Teutoburger Wald sprechen, dann sprechen wir nicht über irgendeinen Wald, den wir leichtfertig dem grünen Klimagott opfern können. Wenn wir über das Hermannsdenkmal sprechen, dann sprechen wir nicht über irgendein Bauwerk auf einem Hügel, sondern über einen Fixpunkt unserer Geschichte, an dem sich alles Deutsche spürbar verdichtet. Wir sprechen über einen Ort, an dem sich das Erwachsen von Identität aus unserer Natur versinnbildlicht. Vor über 2.000 Jahren, im Jahre 9 nach Christus, lockte Arminius die römischen Legionen in den damals deutlich größeren Teutoburger Wald. Dort fiel die Entscheidung, nicht nur militärisch, sondern zivilisatorisch. Die Varusschlacht wurde zum Symbol für Selbstbehauptung und den Widerstand gegen eine übermächtige, bürokratische und fremde Ordnung, die alles vereinheitlichen wollte. Das kommt uns auch heute noch bekannt vor. 08.05.2026 Auch heute tobt wieder ein Kampf im Teutoburger Wald, aber wir hören nicht das Klirren der Schwerter, sondern das Heulen der Motorsägen. Das ist der Schlachtenlärm dieses Kulturkampfes um unsere Identität und unsere Kulturlandschaft. Wenn diejenigen, die unsere Heimat, unser Volk und unsere Nation stets nur zum Kotzen fanden, nicht einmal vor Symbolen unserer Identität Halt machen, dann sagen wir als AfD: Stopp. Denn der Teutoburger Wald ist ein solches Symbol. Es geht nicht nur um ein Denkmal, sondern um die Landschaft als solche, um unser Verhältnis zu unserer eigenen Geschichte als Volk und um die Glaubwürdigkeit von Errungenschaften des Naturschutzes. Der Eingriff in den jahrhundertealten Waldrücken rund um den Hermann ist nicht nur eine grüne Vergewaltigung von Natur- und Kulturlandschaft, sondern eine Bankrotterklärung gegenüber allen, die unsere heimatliche Natur bewahren wollen. Der Teutoburger Wald ist kein x-beliebiger Standort, sondern ein Hotspot der Biodiversität. Hier lebt eine der ursprünglichsten Populationen der europäischen Wildkatze, wandern Luchse aus dem Harz ein und ziehen Kraniche, Wespenbussarde und Rotmilane ihre Kreise. Es gibt Hunderte von Naturdenkmalen im Teutoburger Wald, von jahrhundertealten Eichen über bizarre Felsformationen bis hin zu Kleinbiotopen. In unmittelbarer Nähe liegt auch die Adlerwarte Berlebeck, eine der bedeutendsten Greifvogelstationen Europas. Genau hier sollen diese Vogelschredder errichtet werden. Es ist bezeichnend, dass der CDU-Kollege Hansen, Vorsitzender des Fördervereins der Adlerwarte, von der CDU heute nicht einmal als Redner nominiert wurde. Die Eingriffe in die Natur sind massiv: Rodungen, Versiegelungen von mehreren Tausend Quadratmetern pro Anlage, Schneisen durch den Wald und Bodenverdichtung. Hinzukommt: Die Tiere reagieren sensibel auf Lärm und Infraschall. Fledermäuse erleiden Barotraumata. Ein wichtiger Vogelzugkorridor wird bedenkenlos zerschnitten. Selbst das grüne Vorfeld sagt: Dieser Standort ist nicht naturverträglich. – Das ist der Punkt, an dem die grüne Erzählung zusammenbricht. Man kann nicht einerseits vom Artensterben sprechen und andererseits genau dort Industrieanlagen errichten, wo Artenvielfalt konzentriert ist. Das ist kein Naturschutz, sondern Naturzerstörung. (Beifall von der AfD) Es lohnt sich, einen Blick auf die Rahmenbedingungen dieses Projekts zu werfen: unvollständige Antragsunterlagen, ungeklärte Erschließungen, fehlende Gutachten und offene Klagen von Naturschutzverbänden. Trotzdem wird genehmigt. Warum? Aus Angst vor Schadenersatzklagen des Prinzen zur Lippe, des Waldeigentümers. Ich sage: Soll er doch. Landtag Am Ende wird er genauso klagen wie Kaiser Augustus, der einst über die Geschehnisse im Teutoburger Wald jammerte: Varus, gib mir meine Legionen zurück. Umweltminister Krischer, der heute ebenfalls nicht an der Debatte teilnimmt, hätte die Gelegenheit, eine historische Tat zu vollbringen und den Teutoburger Wald und das Hermannsdenkmal zu retten. Dann kann der Prinz zur Lippe klagen: Krischer, gib mir meine Windräder zurück. – Aber das wird wahrscheinlich nicht passieren, denn der Klimawahn ist wichtiger als Heimat, Identität und Natur. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

Alle Reden von Zacharias Schalley Protokoll ↗