Dietmar Brockes
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die Wärmewende ist keine abstrakte Zukunftsaufgabe. Sie ist eine ganz konkrete Notwendigkeit. Klimaziele, steigende Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten zwingen uns zum Handeln. Nordrhein-Westfalen steht dabei besonders unter Druck, denn rund 77 % unserer Wohnungen werden noch mit fossilen Energien beheizt. Das macht uns abhängig, verwundbar und es ist teuer. Deshalb ist klar: Wir brauchen Lösungen für Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz. Wärmespeicher können dabei eine zentrale Rolle spielen. Wärmespeicher sind ein entscheidender Baustein für ein modernes Energiesystem. Sie helfen, erneuerbare Energien effizient zu nutzen, Abwärme einzubinden, Angebot und Nachfrage auszugleichen. Sie reduzieren Importabhängigkeiten und stabilisieren die Energieversorgung, gerade in volatilen Märkten. Insofern, liebe Kolleginnen und Kollegen der SPD, greifen Sie in Ihrem Antrag ein wichtiges Thema auf. Wir teilen viele Ihrer Ziele: schnellere Genehmigungen, bessere Flächensicherung, stärkere Förderung von Forschung und Demonstrationsprojekten sowie die Einbindung in die kommunale Wärmeplanung. All das unterstützt einen technologieoffenen Ansatz, und den brauchen wir. 07.05.2026 (Beifall von der FDP) Aber Ihr Antrag bleibt an einer entscheidenden Stelle stehen. Sie setzen einseitig auf staatliche Förderung, insbesondere beim Ausbau von Fernwärmespeichern. Fünf neue Projekte in einem Umfang von 40 Millionen Euro sind vollständig staatlich finanziert. Das greift zu kurz, denn Fernwärmespeicher sind längst marktfähig. Wenn der Staat allein investiert, drohen Mitnahmeeffekte und ineffizienter Mitteleinsatz. (Beifall von der FDP) Unser Ansatz ist deshalb ein anderer: Wir wollen bessere Rahmenbedingungen für private Investitionen schaffen. (Beifall von Angela Freimuth [FDP]) Die Wärmewende gelingt nicht als staatliches System, sondern als funktionierender Markt. Das bedeutet: Wettbewerb statt Vorgaben, Wahlfreiheit statt Zwang, Technologieoffenheit statt Festlegung. Ob Wärmepumpe, Wasserstoff, Fernwärme oder hybride Lösungen: Die beste Lösung entsteht im Wettbewerb und nicht im Ministerium, liebe Freundinnen und Freunde. (Beifall von der FDP) Hinzu kommt: Sie konzentrieren sich in Ihrem Antrag stark auf kurzfristige Wärmespeicher. Dabei liegen gerade in saisonalen Speichern – etwa Erdbeckenspeicher, Aquiferspeicher oder unterirdische Systeme – große Potenziale. Diese ermöglichen es, Energie vom Sommer in den Winter zu übertragen. Gerade mit Blick auf mögliche Gasknappheiten ist das ein strategischer Vorteil. Ein weiterer Punkt: Wärmespeicher und Tiefengeothermie müssen zusammengedacht werden. Geothermie liefert grundlastfähige Wärme, Speicher sorgen für Flexibilität. Diese Verbindung fehlt bisher leider in Ihrem Antrag. Wir erkennen das große Potenzial von Wärmespeichern ausdrücklich an, aber wir wollen die Wärmewende intelligent, technologieoffen, marktwirtschaftlich und effizient gestalten. Deshalb sagen wir: den richtigen Ansatz weiterdenken, die richtigen Anreize setzen und den Markt wirken lassen. Wir freuen uns auf die weitere Beratung im Ausschuss. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP)
