André Kuper
Danke, Frau Wenzel. – Für die Landesregierung hat noch einmal Herr Minister Laumann das Wort. Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales: Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich habe eben ausgeführt, dass die Arbeitsverwaltung von den 135.000 zwei Drittel in eine Anschlussperspektive, in der Regel in eine Ausbildung vermittelt hat. Jetzt haben wir dafür gesorgt, dass wir zum 17.04. die anderen rund 11.000 Schülerinnen und Schüler an die Kommunen übermittelt haben, sodass man sich neben Arbeitsverwaltung, Jobcenter dann auch in den Jugendämtern um diese Fragen kümmert. Ich will Ihnen sagen, dass genau diese 11.000 diejenigen sind, um die wir uns besonders kümmern und für die wir sehr viel Geld in die Hand nehmen. Wir investieren rund 130 Millionen Euro in die Aufgabe, diesen jungen Menschen eine Anschlussperspektive zu geben. Das finanzieren wir im Wesentlichen über den ESF, aber teilweise natürlich auch über Landesmittel. Ich will Ihnen ein Beispiel nennen: Wir haben vor zwei Jahren die sogenannten Ausbildungscoaches eingeführt – 240 Menschen kümmern sich darum. Die haben im letzten Jahr 13.100 junge Menschen erreicht und davon 4.052 junge Menschen in Ausbildung oder in eine Ausbildungs- und Berufsperspektive gebracht. Weitere 7.625 junge Menschen sind aktuell noch in der Begleitung dieser Coaches, um ihnen zu helfen, in eine vernünftige Anschlussperspektive zu kommen. Mit Blick auf diese Zahlen, diese Programme wird klar, dass diese Menschen mit sehr viel Energie, mit sehr viel Elan, aber auch durch sehr viel strukturiertes Vorgehen erreicht werden. Deswegen sollten wir jetzt nicht die Zahl 35.000 ins Fenster stellen, sondern die entscheidende Zahl sind die zwei Drittel, die eben noch nicht versorgt sind, für die es mit der Bundesagentur für Arbeit nicht geklappt hat. Man muss ganz genau helfen, damit diese Menschen ihren Weg finden, und oft brauchen sie natürlich auch noch weitere Unterstützung, weitere Qualifizierungen, um überhaupt eine Ausbildungsfähigkeit zu haben. Eine Sache möchte ich aber vor allen Dingen nach der Rede von Frau Engin zurechtrücken: Wir haben in Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren jedes Jahr rund 100.000 abgeschlossene Ausbildungsverträge bei den Kammern. Das heißt, 100.000 junge Leute aus unserem Schulsystem finden einfach ganz normal eine Ausbildungsstelle in den Regionen, in denen sie leben – ob im Handwerk, in der Industrie, (Dr. Christian Blex [AfD]: Das gibt es ja bald nicht mehr!) Landtag im Bereich der freien Berufe, um nur einige zu nennen. Die gehen ganz normal in die duale Ausbildung. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Schulsystem schon noch auf Berufsausübung und auf Berufsfähigkeit vorbereitet. 100.000 Schulabgänger gehen in die duale Ausbildung, etwa 100.000 jedes Jahr machen eine akademische Ausbildung. Bei einem bleibe ich: Die beiden Arme, eine gute akademische Ausbildung und eine gute duale Ausbildung, sind ein ganz großer Standortvorteil unseres Landes, und Schulen bereiten darauf nach wie vor vernünftig vor. (Beifall von der CDU – Vereinzelt Beifall von den GRÜNEN) Wenn man jetzt noch die nicht akademischen Gesundheitsberufe hinzunimmt, die Pflegeberufe, die Therapieberufe: Dort gehen auch über 130.000 Leute in eine Berufsausbildung und kommen in der Regel nach drei bis dreieinhalb Jahren in die Berufsausübung. Deswegen gehört es, finde ich, zu einer solchen Aktuellen Stunde dazu, dass wir sehr dankbar sein sollten, dass wir viele, viele Betriebe, viele, viele Arbeitgeber, aber auch viele, viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, die sich um die Berufsausbildung in ihren jeweiligen Berufen kümmern. Wir alle, die wir einen Beruf erlernt haben, wissen und jeder, der ein Unternehmen hat, weiß, dass die beste Nachwuchsgewinnung, um die Belegschaften immer wieder mit neuen Leuten zu versorgen, die Berufsausbildung ist. Diese Tradition der Berufsausbildung ist wichtig. Ich finde, dass wir in dieser Landesregierung in dieser Wahlperiode sehr viel Akzente gesetzt haben, um eine Gleichwertigkeit von dualer und akademischer Berufsausbildung hinzukriegen. (Beifall von der CDU) Ich will einmal sagen: Als ich 2017 wieder ins Amt kam, gab es in diesem Land in allen nicht akademischen Gesundheitsberufen noch Schulgeld. Es war zu Ihrer Zeit so, dass die Leute, die 100.000 Euro im Gesundheitssystem verdienen, über den Staat ausgebildet wurden und die, die unter 30.000 Euro verdienen, Schulgeld bezahlen mussten. Damit habe ich Schluss gemacht. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Sie sollten sich einfach mal daran erinnern, wie Sie gehandelt haben, wie Sie woanders handeln. Sie sollten vielleicht mal zugeben, dass hier eine Landesregierung auf dem Weg ist – auch mit dem Ausbildungskonsens und in einer guten Zusammenarbeit zwischen Arbeitsministerium und Schulministerium –, um unsere jungen Leute in Ausbildung zu bekommen. (Beifall von der CDU) Im Übrigen ist die Situation so – das will ich zum Schluss auch noch einmal sagen –: Wir haben zur Stunde in diesem Land laut Statistiken der Bundes-07.05.2026 agentur für Arbeit noch 52.000 nicht besetzte Ausbildungsplätze. Auch das ist eine Zahl, die uns durchaus ein bisschen optimistisch in die Zukunft schauen lässt. – Danke schön. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
