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André Kuper

07.05.2026 Sitzungen 18/122

Danke, Herr Dr. Vincentz. – Für die Landesregierung spricht Herr Minister Laumann. Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales: Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir sprechen heute über ein Thema, das für die Zukunft unseres Landes entscheidend ist: Wie gelingt jungen Menschen nach der Schule der Start in das Berufsleben? Wir alle wissen, dass eine abgeschlossene Berufsausbildung die beste Brücke in ein selbstbestimmtes Leben ist. Sie bietet Ausstiegsmöglichkeiten, schützt vor Arbeitslosigkeit und damit auch vor Armut, und sie sichert damit auch gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb ist der Übergang von der Schule in den Beruf nicht nur eine Frage der Bildungspolitik, sondern vor allen Dingen auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und der Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Es ist doch völlig klar, dass erklärtes Ziel der Landesregierung ist, allen jungen Menschen nach der Schule eine Anschlussperspektive zu eröffnen und damit eine berufliche Zukunft zu bieten. (Zuruf von der SPD: Dann macht das doch!) Wir sind davon überzeugt: Wer beruflich ausgebildet ist, hat die besten Grundlagen für ein gutes Leben. Deshalb finde ich es gut, meine Damen und Herren von der SPD-Fraktion, dass Sie für heute eine Aktuelle Stunde zu diesem Thema beantragt haben. Ihnen ist wichtig, dass kein junger Mensch in Nordrhein-Westfalen verloren geht. Nehmen Sie aber auch zur Kenntnis: Uns ist das genauso wichtig, wie es Ihnen wichtig ist. (Beifall von der CDU) Deshalb investieren wir viel Geld und Mühe in die berufliche Orientierung unserer Schülerinnen und Schüler. Wir sind überzeugt: Wer sich selbst, seine Stärken und Talente gut kennt, wer frühzeitig in Berufe reinschnuppert, der wird auch den Mut haben, seinen eigenen Weg ins Berufsleben zu gehen. Mit „Kein Abschluss ohne Anschluss“ haben wir in Nordrhein-Westfalen ein bewährtes und bundesweit einmaliges System aufgebaut. Es ist ein System, das dafür sorgt, dass Jugendliche strukturiert, frühzeitig und verlässlich begleitet werden, nicht erst am Ende der Schulzeit, sondern Schritt für Schritt. Dazu gehören Potenzialanalysen, Berufsfelderkundungen und natürlich auch Praktika. So lernen die jungen Leute ganz praktisch: Was kann ich? Welche Berufe gibt es? Was passt zu mir? – Genau so muss es sein. Die Wahrheit ist aber: Nicht jeder junge Mensch findet auf Anhieb seinen Weg. Manche Jugendliche brauchen mehr Unterstützung als andere. Wir sind davon überzeugt, dass wir nicht wegschauen dürfen, wenn manche Jugendliche die Unterstützung der Landtag Berufsberatung nicht annehmen. Im Gegenteil müssen wir als Staat, als Kommune, als Gesellschaft dann besonders genau hinschauen und diese jungen Menschen an die Hand nehmen. Genau deshalb haben wir das Schülerdatenübermittlungsgesetz auf den Weg gebracht. Wir wollen wissen, welche jungen Menschen mit Schulabschluss keine Anschlussperspektive haben. Denn nur wenn wir das wissen, kann auch gezielt geholfen werden. Ich bin schon ein bisschen stolz darauf, dass wir als erstes Flächenland der Bundesrepublik Deutschland konsequent diesen Weg gegangen sind. (Jochen Ott [SPD]: Nachdem wir euch fünf Jahre darum gebeten haben!) Die Lehrerinnen und Lehrer fragen bei den Schülerinnen am Ende des Schuljahres jetzt genau nach: Hast du eine Anschlussperspektive? Ist die auch wirklich sicher? – Wenn die Antwort Nein lautet oder die Tinte unter dem Ausbildungsvertrag noch nicht trocken ist, dann geben sie den Namen an die Agentur für Arbeit weiter. 2024 wurden von den Schulen 32.800 Schülerinnen und Schüler an die Arbeitsagentur gemeldet. Jetzt sind es 34.800. Sie sagen: Die Zahlen sind zu hoch. – Darauf erwidere ich Ihnen: Vergessen Sie dabei bitte nicht, dass wir keine schönen Zahlen wollen, sondern, dass wir sicher gehen wollen, dass uns kein junger Mensch verloren geht. Deshalb sind die Lehrerinnen und Lehrer bei der Umsetzung sehr verantwortungsvoll und fürsorglich vorgegangen. Das ist richtig und wichtig. Unser Ziel sind doch nicht niedrige Zahlen, sondern unser Ziel ist doch, dass allen Jugendlichen, deren Übergang potenziell gefährdet ist, Unterstützungsangebote unterbreitet werden. Ich bin deswegen der Meinung: Da soll lieber einer dabei sein, der seinen Ausbildungsvertrag drei Wochen später in der Tasche hat, als dass einer fehlt, der unsere Hilfe braucht. Ich will ein paar einordnende Worte zu den 35.000 Schülerinnen und Schülern sagen. Etwa die Hälfte dieser Schülerinnen und Schüler war schon bei der Beratung und Begleitung der Agentur für Arbeit. Durch die vielfältigen Unterstützungs- und Beratungsangebote der Berufsberatung, der Jobcenter und der Kommunen konnten bis Ende des Jahres noch zwei Dritteln dieser jungen Menschen eine Anschlussperspektive vermittelt werden. Ich finde, dass das ein toller Erfolg ist. Das andere mache ich im zweiten Teil. (Beifall von der CDU, Tim Achtermeyer [GRÜNE] und Jule Wenzel [GRÜNE])

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