Norwich Rüße
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist gut, dass wir hier im Landtag von Nordrhein-Westfalen über das Reiten und den Reitsport sprechen, weil der Reitsport mit keinem anderen Bundesland so sehr verbunden ist wie mit unserem. Wir sind das Reiterland Nummer eins in Deutschland, und deshalb ist es gut, darüber zu reden. Der Antrag – Kollege Höne hat es schon gesagt – hat sich eigentlich ein Stück weit überholt. Seine größte Schwäche war, dass er sich auf eine kleine Grenzregion bezogen hat, anstatt die gesamte Grenze zu den Benelux-Ländern zu thematisieren. Das haben wir in unserem Antrag gemacht. Wir haben diesen 06.05.2026 Fehler aufgegriffen. Deshalb ist die Schwäche eigentlich behoben, und eigentlich ist dieser Antrag hier dadurch ein Stück weit obsolet. (Beifall von den GRÜNEN) Es ist wichtig, an der Stelle noch einmal zu erwähnen, dass die Verhandlungen über das Bundeslandwirtschaftsministerium mit dem Land Niedersachsen laufen, um eine einheitliche Regelung hinzubekommen. Denn es ist richtig, was Sie damals in dem Antrag thematisiert haben: Es gibt dieses Problem; es ist tatsächlich schwierig, mit dem Pferd rüberzukommen. Das wollen wir alle zusammen beseitigen. Es ist gut, das zu tun. Reiten ist – davon bin ich seit Langem fest überzeugt – ein Motor für den Tourismus im ländlichen Raum. Dies könnte man angesichts dessen, wie viele Pferde wir in Nordrhein-Westfalen haben, wie viele Reiterbetriebe wir haben, wie viele Menschen Spaß daran haben, zu reiten, und wie viele Menschen mehr man dafür begeistern könnte, in Nordrhein-Westfalen noch deutlicher voranbringen, als es im Moment der Fall ist. (Beifall von den GRÜNEN) Was Sie dafür zwingend brauchen, wenn Sie das wollen – ich glaube, dass wir da Einigkeit haben –, ist ein gut ausgebautes Reitwegenetz. In dem Reitwegenetz, das wir im Moment in Nordrhein-Westfalen haben, fehlt es an vielen Stellen an Verbindungen. Da stehen Reiterinnen und Reiter irgendwo und fragen: Wie komme ich denn jetzt hier rüber? Wie soll das denn gehen? Deshalb finde ich Ihren zweiten Antrag, den Sie gestellt haben, die Abschaffung der Reitabgabe, ganz schwierig. Wir wollen doch gemeinsam dieses Reitwegenetz ein Stück weit voranbringen. Wenn wir gemeinsam das Ziel haben, Sie dann aber die Abschaffung der Reitabgabe ins Spiel bringen, dann müssten Sie zumindest gleichzeitig sagen, wie Sie es denn finanzieren würden. Und das fehlt. (Beifall von den GRÜNEN) Mit einem Blick auf das Reitwegenetz in Nordrhein-Westfalen stellt man fest: Es gibt Kreise und Regionen, die deutlich weiter als andere sind. Das muss man klar so konstatieren. Ich glaube, wir bräuchten eher mehr Mittel. Die Reitabgabe reicht nicht aus. Die Zahlen sind gerade genannt worden. Wir müssten uns darum kümmern, wie wir da ein bisschen mehr gemacht kriegen. Das reicht so nicht, denn dann dauert es noch ein halbes Jahrhundert, bis wir da irgendwie etwas Gescheites zustande bringen. Aber jetzt auf die Reitabgabe zu verzichten, hielte ich für falsch. Es wurde erwähnt, dass die Reitverbände selbst dies auch nicht wollen. Worüber wir diskutieren können – da kann der Antrag tatsächlich einen Anstoß geben –, ist Folgendes: Wie Landtag werden die Mittel verwendet? Funktioniert das? Ist das System tatsächlich funktional, oder ist es angesichts der Summen, die da bewegt werden, vielleicht ein bisschen zu bürokratisch? Das können wir alles gerne miteinander diskutieren. Aber zum jetzigen Zeitpunkt finde ich Ihren Antrag falsch. Deshalb lehnen wir ihn ab. – Vielen Dank. (Beifall von den GRÜNEN und der CDU)
