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Dr. Anette Bunse

CDU 06.05.2026 Sitzungen 18/121

Frau Präsidentin! Ja, das ist meine erste Rede hier in dieser Wahlperiode, und mir ist wirklich schlecht. Bei dieser Einlassung, dabei, wie Sie dieses Thema angegangen sind, ist mir wirklich schlecht geworden. (Lachen von Sandy Meinhardt [SPD]) Kinder sind keine Bestellware – das ist ein Satz, der total emotionalisiert, das ist sicherlich Ihre Absicht gewesen. Ich glaube, niemand hier unten oder da oben wird dem in irgendeiner Form widersprechen. Natürlich sind Kinder keine Bestellware. Sie aber machen sie in Ihrem Antrag zu einer Art Bestellware für Ihre politischen Aktivitäten. (Beifall von der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der FDP) Darum sage ich an dieser Stelle ganz eindeutig: Wir brauchen diesen Antrag nicht. Aber selbstverständlich, so ist es Gepflogenheit, werden wir uns im Ausschuss auch mit diesem Antrag beschäftigen. Sie haben gerade selbst herausgestellt, dass die rechtliche Lage in Deutschland einwandfrei und eindeutig geregelt ist. Ich unterstelle jedem und jeder, dass er oder sie sich zunächst einmal an unsere geltenden Gesetze halten will. Auf europäischer Ebene – Landtag da haben Sie recht – ist die Situation differenzierter, aber Sie wissen genauso gut wie ich, dass es keine einheitliche europäische Regelung gibt und dass es auch nicht Angelegenheit des Europäischen Parlaments ist, eine zu schaffen. Dafür sind nämlich die Länder, sind wir zuständig. Ich habe mich wirklich gefragt – jetzt ist mir nicht mehr ganz so schlecht –, was Sie eigentlich für eine Intention mit so einem Antrag haben. Warum stellen Sie so einen Antrag? Es ist ein hoch sensibles, emotionales, intimes, persönliches Thema eines Paares, sich für oder gegen Kinder zu entscheiden. Wenn Kinder sehnlichst gewünscht sind und sie kommen nicht, ist das ein Drama für solche Paare. Das kann ich Ihnen sagen, weil ich es selber … (Zuruf von Zacharias Schalley [AfD]) – Reden Sie nicht dazwischen, hören Sie wenigstens zu! (Beifall von der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der FDP) Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Mich regt es schon auf, dass Sie als Mann darüber sprechen. Ich rede hier als Frau. Ich habe selber vier Kinder bekommen und als Studentin an diesem Thema gearbeitet. Ich kann Ihnen versichern: Das ist ein emotionales Thema, und es verdient hier unseren Respekt und unsere Zurückhaltung. (Beifall von der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der FDP) Selbstverständlich haben diese Paare ein Recht, sich Informationsangebote einzuholen. Sie haben von diesen Messen gesprochen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jede Stadt, die einen Messeraum vergibt, in der Verpflichtung ist und dieser Verpflichtung auch nachkommt, zu gucken, wer da ausstellt und wer da wie berät. Sie stellen mit Ihrer pauschalen politischen Botschaft viele Menschen unter Generalverdacht. Ich kann hier nur noch mal betonen: Wir haben in Deutschland klare Gesetze, wir haben klare Grenzen. Es als Politik unsere Aufgabe, der Verantwortung mit Augenmaß nachzukommen. Ich habe es gerade gesagt: Ich bin selbst Mutter von vier Kindern, ich habe an diesem Thema auch als Studentin gearbeitet. Ich verbitte mir ausdrücklich, in dieser Art und Weise, in der Sie es getan haben, über diese Menschen zu reden, die wirklich ein großes Leid haben und denen ich persönlich nur wünschen kann, dass sich ihr Kinderwunsch erfüllt, natürlich rechtlich abgesichert und zum Wohle des Kindes. (Kopfschütteln von Zacharias Schalley [AfD]) Ich vertraue den meisten Menschen hier in Deutschland und auch weltweit, dass sie dieser Aufgabe mit 06.05.2026 viel Sorgfalt nachkommen und sich Gedanken machen. Das gerade war ungeheuerlich. Mir war, wie gesagt, wirklich schlecht. (Beifall von der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der FDP – Zuruf von Zacharias Schalley [AfD])

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