Dorothee Feller
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Blex, die Abschiebung wird dieses Problem, das wir heute angehen wollen, nicht lösen. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN – Ver- einzelt Beifall von der SPD und der FDP – Zu- ruf von Dr. Christian Blex [AfD]) Wenn wir aus den Schuleingangsuntersuchungen 2024 wissen, dass 33 % unserer Kinder nicht schulfähig sind, (Dr. Christian Blex [AfD]: Woher kommen die denn? – Dilek Engin [SPD]: Von der AfD!) und wissen, dass wir seit 2011 in den Leistungsstudien schlecht abschneiden, dann brauchen wir Mut für neue Schritte. Ein solcher neuer Schritt sind unsere ABC-Klassen. Wenn wir doch wissen, dass in unseren Kitas engagierte Arbeit geleistet wird und dass auch in unseren Grundschulen engagierte Arbeit geleistet wird, und wir trotzdem solche Ergebnisse haben, wie ich sie gerade genannt habe, dann ist es doch ein Zeichen dafür, dass wir etwas Zusätzliches brauchen, und das sind eben unsere ABC-Klassen. Gestern Abend im „heute journal“ konnten Sie Äußerungen des Landesvorsitzenden der VBE aus Rheinland-Pfalz hören, der deutlich gesagt hat: Wir brauchen eine Klasse 0 und kein verpflichtendes Kita-Jahr, das verfassungsrechtlich auch bedenklich ist. 20.03.2026 (Silvia Gosewinkel [SPD]: Ja, aber das ist et- was anderes! –Thorsten Klute [SPD] Was sagt denn der nordrhein-westfälische Verbandsvertreter? – Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) Gerade das Schulbefähigungsjahr kann diese Vorläuferkompetenzen nicht weiter fördern. Denn Sie sorgen mit dem Schulbefähigungsjahr eben nicht für einen guten Schulstart, sondern dafür, dass die Schülerinnen und Schüler früh selektiert werden und die Förderung viel zu spät einsetzt. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Was ist „Schulbefähigungsjahr“ eigentlich für ein sprachliches Ungetüm und für ein kaltes Wort? Die Kinder kommen zur Schule und kriegen bescheinigt: Du bist nicht fähig und gehst in diesen Raum. (Beifall von Gönül Eğlence [GRÜNE] und Claudia Schlottmann [CDU] – Gönül Eğlence [GRÜNE]: Genauso ist es!) Das geht doch nicht. Untersuchungen belegen, dass eine verbindliche schulische Förderung einen Bildungserfolg tatsächlich fördert. Andere Bundesländer machen es uns doch mit einer vorschulischen Förderung vor. Schauen Sie nach Baden-Württemberg, nach Niedersachsen oder Hessen, wo sie sogar zusammen mit der FDP eingeführt worden ist. Sie können sich für die guten Ergebnisse auf die Schulter klopfen, die Sie dort damit erzielt haben. (Dietmar Brockes [FDP]: Aber wie? – Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) Selbst Schulen in Nordrhein-Westfalen gehen schon längst freiwillig diesen Weg: Sie kooperieren mit den Kitas, holen die Kinder vor der ersten Klasse in die Schulen und haben damit großen Erfolg. (Franziska Müller-Rech [FDP]: Ohne Ressour- cen! – Andrea Busche [SPD]: Aber nicht vier Stunden pro Woche!) Wenn ich mir die Debatte von gestern Nachmittag anschaue, frage ich mich: Wie gehen wir mit dem Vorschlag der ABC-Klassen um? Es wird gesagt: Die Toiletten in der Grundschule sind dafür nicht geeignet. Deswegen dürfen wir keine ABC-Klassen einführen. – Es wird gesagt, auch eben noch einmal: Die Grundschullehrkräfte können nicht mit den Kindern umgehen. (Dilek Engin [SPD]: Das hat doch keiner ge- sagt!) Was für eine Wertschätzung gegenüber unseren Grundschullehrkräften ist das denn? (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Das ist ja unfass- bar! Was für eine Wertschätzung ist das denn umgekehrt? Misstrauen gegenüber der früh-Landtag kindlichen Bildung! Das ist das Problem zwischen Ihren Ministerien! – Weitere Zurufe von der SPD) Wir schaffen mit dem 18. Schulrechtsänderungsgesetz die Grundlage für ABC-Klassen und werden mit dem MKJFGFI eng zusammen und gemeinsam an den Inhalten arbeiten. Es ist uns doch völlig klar, dass das, was in den Kitas an altersorientierter Sprachförderung läuft, und das, was in den ABC-Klassen geschieht, Hand in Hand gehen bzw. wie zwei Puzzlestücke ineinandergreifen muss. Deswegen werden wir diesen Weg weitergehen. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN – Zu- ruf von der CDU: Bravo! – Zuruf von der SPD: Hören Sie auf zu puzzeln und kümmern Sie sich lieber um unsere Kinder!)
