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Claudia Schlottmann

CDU 20.03.2026 Sitzungen 18/120

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, in einem Punkt sind wir alle uns einig: Jedes Kind, das die erste Klasse einer Grundschule besucht, muss die deutsche Sprache so gut beherrschen, dass es dem Unterricht in allen Fächern gut folgen kann. Ansonsten verfehlt der Unterricht seinen Sinn. Ohne ausreichende Deutschkenntnisse fehlt den Schülerinnen und Schülern der entscheidende Schlüssel, um Zugang zur Bildung zu bekommen. Dabei zeichnen die aktuellen Zahlen genau dieses Bild. Bei den Schuleingangsuntersuchungen zeigt rund ein Drittel der Kinder Auffälligkeiten im Bereich der Sprachkompetenz. Diese Kinder sind bei ihrer Einschulung sprachlich nicht in der Lage, am Unterricht teilzunehmen, und weisen somit bei Eintritt in die Schullaufbahn bereits starke Defizite auf, die sich dann über ihre gesamte Bildungsbiografie erstrecken. Damit ist klar: Die Frage ist nicht, ob wir handeln müssen, sondern wie wir handeln müssen. Dieser herausfordernden Aufgabe hat sich die Landesregierung mit der Einführung der ABC-Klassen bereits angenommen. Wir planen, dass künftig bereits ein Jahr vor der Einschulung die Schulanmeldung mit der einhergehenden Untersuchung stattfinden soll. So können Förderbedarfe frühzeitig erkannt und Kinder dementsprechend unterstützt werden. Nun haben die Kolleginnen und Kollegen von der FDP prompt einen Gegenvorschlag, das sogenannte Schulfähigkeitsjahr, und lehnen die ABC-Klassen ab. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Ja!) Sehr gerne erkläre ich Ihnen noch einmal, warum die Etablierung der ABC-Klassen der einzig richtige und zukunftsweisende Weg für unsere Schülerinnen und Schüler ist. (Dilek Engin [SPD]: Das glaube ich nicht!) Landtag In dem Modell des Schulfähigkeitsjahres sollen die Kinder bei mangelnder Schuleignung nicht in die erste Klasse eingeschult werden, sondern zunächst in eine eigene Lerngruppe kommen. Doch dort liegt unserer Meinung nach der Fehler dieses Schulfähigkeitsjahres. Es setzt viel zu spät an. Mit der Förderung von Schülerinnen und Schülern vor Eintritt in den Schulalltag, wie die ABC-Klassen es vorsehen, können viel früher gezielte Fördermaßnahmen vorgenommen und den Kindern damit ein reibungsloser Einstieg in die Grundschule ermöglicht werden. Darüber hinaus werden die angehenden Schülerinnen und Schüler bei dem Übergang in die Grundschule begleitet und unterstützt. Dies zeigt die Kombination aus früher Sprachstandsfeststellung, vorschulischem Kurs und zusätzlicher Förderung innerhalb der Schuleingangsphase. Ebenso wird argumentiert, dass es besser wäre, die alltagsintegrierte Sprachförderung in der Kita zu stärken. Das erschließt sich mir gar nicht. Selbstverständlich ist die alltagsintegrierte Sprachförderung richtig und wichtig. Doch wo diese nicht greift, schaffen die Vorkurse innerhalb der ABC-Klassen eine tiefergehende Unterstützung. (Zuruf) Ein zentraler Kritikpunkt im Antrag lautet, dass ABC-Klassen Kinder aus ihrem gewohnten Umfeld lösen würden. Aber ist das wirklich ein Nachteil? Schule ist immer ein neuer Lebensraum. Der Übergang dorthin ist für jedes Kind ein Einschnitt. (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) ABC-Klassen bieten hierfür eine Brücke. (Henning Höne [FDP]: Ob es ein Nachteil ist, Kinder aus der gewohnten Umgebung heraus- zuholen?) Sie führen Kinder behutsam an schulische Strukturen heran, ohne dass sie sofort den Anforderungen der ersten Klasse ausgesetzt sind. Statt eines abrupten Einstiegs ermöglichen sie ein gezieltes Ankommen. ABC-Klassen sind genau solche Maßnahmen. Sie sind kein Ersatz für eine gute Kita, sondern eine Ergänzung. Sie greifen dann ein, wenn vorherige Förderung nicht ausgereicht hat. Genau das macht sie so wertvoll. Sie schließen eine Lücke, statt eine neue Struktur komplett neu aufzubauen. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Warum machen Sie nur etwas Halbes?) Bei dem vorgeschlagenen Schulfähigkeitsjahr wird zwar ein ähnliches Ziel verfolgt, aber das Problem wird lediglich verschoben. Denn auch dort werden die Kinder zunächst aus dem regulären Unterricht herausgenommen. Der Unterschied ist: ABC-Klassen sind 20.03.2026 flexibler integrierbar und können unmittelbarer auf die Anforderungen der ersten Klasse vorbereiten.

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