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Annika Fohn

CDU 20.03.2026 Sitzungen 18/120

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mein Kollege Raphael Tigges hat eben bereits dargestellt, welche Bedeutung die Exzellenzstrategie für Nordrhein-Westfalen hat. Was bedeutet die Exzellenz aber konkret für Aachen und auch für Bonn, für die Forschung vor Ort, für unsere Regionen und für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes? (Zuruf von Dr. Dennis Maelzer [SPD]) Als Abgeordnete aus Aachen sage ich ganz klar: Die Entscheidung, dass die RWTH ihren Status als Exzellenzuniversität verteidigt, ist eine Auszeichnung für die Hochschule, für die Stadt und für ganz Nordrhein-Westfalen. Doch es geht um weit mehr als nur um einen Titel. In unseren Exzellenzuniversitäten werden die Grundlagen für klimaneutrale Wirtschaft, sichere digitale Technologien, moderne Medizin und eine resiliente Infrastruktur gelegt. Sie stehen beispielhaft dafür, wie Wissenschaft dazu beiträgt, die großen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Für die RWTH Aachen bedeutet die erneute Förderung: Sie kann ihren Weg zu einer Universität der nächsten Generation konsequent weitergehen; zu einer Hochschule, die Exzellenz, Verantwortung, aber auch Gemeinsinn verbindet. Die RWTH hat sich in den letzten 20 Jahren von einer führenden technischen Hochschule zu einer integrierten interdisziplinären Universität entwickelt. Dort arbeiten Natur-, Ingenieurs-, Lebens-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zusammen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Struktur der Hochschule wider. Erstmals seit sechs Jahrzehnten hat die RWTH im letzten Jahr wieder eine neue Fakultät gegründet: die Fakultät für Informatik. Das unterstreicht, welche zentrale Rolle Informatik heute für Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft spielt und wie konsequent die RWTH ihre Organisation an die Anforderungen einer digitalen Wissensgesellschaft anpasst. Die drei Exzellenzcluster der RWTH und ihre Themen stehen exemplarisch für die Stärke der Universität und der Forschungslandschaft von Nordrhein-Westfalen: Erstens. Klimafreundliche Kraft und Grundstoffe: Forscherinnen und Forscher entwickeln aus erneuerbarer Energie, CO und nachwachsenden Rohstoffen flüssige Energieträger der Zukunft. Ziel ist eine saubere Verbrennung und eine nachhaltige Mobilität. Zweitens. Die Grundlage der Quantencomputer: In einem Verbund mit Köln, Bonn und dem Forschungszentrum Jülich erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neue Formen der Informationsverarbeitung auf Basis der Quantenphysik. Landtag Drittens. Das Bauen der Zukunft: Das Cluster für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen entwickelt neue Baustoffe, Konstruktionsprinzipien und digitale Planungsmethoden für Gebäude, die weniger Ressourcen verbrauchen, resilienter gegenüber Extremwetter sind und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum ermöglichen. Diese Beispiele machen deutlich: In Aachen wird unter anderem an konkreten Lösungen für Energie, Digitalisierung und Bauen geforscht – mit spürbaren Auswirkungen für unsere Region, für Nordrhein-Westfalen, aber auch darüber hinaus. Sie zeigen, dass Spitzenforschung ganz unmittelbar bei den Menschen ankommt. Gleichzeitig gibt es in Bonn eine Exzellenzuniversität, die mit acht Exzellenzclustern die erfolgreichste Hochschule im gesamten Wettbewerb ist. Bonn steht unter anderem für herausragende Leistungen in folgenden Bereichen: Immunforschung, Mathematik, Quanten- und Teilchenphysik, Ökonomie sowie Agrar- und Ernährungswissenschaften – häufig im Verbund mit anderen Partnern in ganz Nordrhein-Westfalen. In diesen Clustern werden zum Beispiel neue Therapien gegen Volkskrankheiten erforscht, Modelle für stabile Finanzmärkte und eine widerstandsfähige Wirtschaft entwickelt, oder es geht darum, wie Landwirtschaft und Ernährung zukunftsfest und nachhaltig gestaltet werden können. Die Universität hat sich zu einer globalen und vernetzten Hochschule für Forschung, Lehre und Transfer entwickelt, rangiert in internationalen Rankings ebenfalls in der Spitzengruppe und setzt Maßstäbe für transdisziplinäre Zusammenarbeit und strategische Profilbildung. Damit leisten Aachen und Bonn gemeinsam einen entscheidenden Beitrag dazu, Nordrhein-Westfalen als führenden Wissenschafts- und Innovationsstandort in Deutschland, aber auch in Europa zu positionieren. Von ihren Clustern und Netzwerken profitieren Hochschulen und Forschungseinrichtungen im ganzen Land. Exzellenz bedeutet starke Forschungsnetzwerke. Viele Cluster sind Verbünde, etwa zwischen Aachen, Bonn, Köln, Bochum, Dortmund, Jülich und internationalen Partnern. So entstehen Wissenschafts- und Innovationsräume, die weit über eine einzelne Hochschule hinausreichen. Sie sind ein besonderes Kennzeichen unserer starken, vielfältigen und professionellen Wissenschaftslandschaft in ganz Nordrhein-Westfalen. Diese Netzwerke wirken aber auch in die Lehre hinein. Studierende erleben Forschung auf höchstem Niveau, können früh in Projekte eingebunden werden und erwerben genau die Kompetenzen, die Wirtschaft und Gesellschaft in Zukunft brauchen. 20.03.2026 Exzellenzcluster schaffen damit zugleich beste Bedingungen für junge Talente aus der ganzen Welt. Umso wichtiger ist es, dass wir weiterhin die richtigen Rahmenbedingungen sichern – für moderne Infrastruktur, starke Nachwuchsförderung und internationale Sichtbarkeit unserer Hochschulen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Nordrhein-Westfalen belegt den Spitzenplatz in der Exzellenzstrategie. Das ist ein großer Erfolg, aber auch ein klarer Auftrag. Wir müssen diesen Vorsprung halten, wir müssen ihn ausbauen, und wir müssen ihn verantwortungsvoll nutzen, damit viele Lösungen der Zukunft made in Nordrhein-Westfalen sind. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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