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Christin Siebel

SPD 20.03.2026 Sitzungen 18/120

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der 11. März war ein guter Tag für den Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Mit zwei Exzellenzuniversitäten und 15 von bundesweit 70 Exzellenzclustern steht unser Land stark da. Die RWTH Aachen und die Universität Bonn werden für weitere sieben Jahre, also bis 2033, als Exzellenzuniversitäten gefördert. Das ist ein starkes Signal weit über die beiden Standorte hinaus. Es zeigt: An den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen wird hervorragende Arbeit geleistet. Zu diesem Erfolg gratulieren wir der RWTH Aachen und der Universität Bonn ausdrücklich und herzlich. (Beifall von der SPD und Jule Wenzel [GRÜNE]) Unser Dank gilt den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, den Beschäftigten in Lehre, in Forschung und Verwaltung, den Hochschulleitungen und den vielen Partnerinnen und Partnern in den Verbünden. Denn Exzellenz ist kein Zufallsprodukt. Exzellenz entsteht durch harte Arbeit, durch kluge Strategien, durch Verlässlichkeit und durch Menschen, die jeden Tag sehr viel leisten. Gerade die RWTH Aachen zeigt sehr eindrucksvoll, worum es bei der Exzellenzstrategie geht: um wissenschaftliche Vernetzung, um interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine klare Profilschärfung. Mit den Clustern FSC2, ML4Q und CARE stehen dort Zukunftsfragen im Mittelpunkt, von klimafreundlichen Kraftstoffen und chemischen Prozessen über Quantentechnologien bis hin zu klimafreundlichem und ressourceneffizientem Bauen. Das zeigt: Exzellenz ist nicht nur wissenschaftliche Spitzenleistung, son-Landtag dern auch ein konkreter Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit. (Beifall von der SPD) Auch die Universität Bonn steht beispielhaft für das, was Exzellenzstrategien leisten können. Mit inzwischen acht Exzellenzclustern ist sie bundesweit die erfolgreichste Universität in diesem Wettbewerb. Das steht für enorme Forschungskraft, internationale Anerkennung und eine Entwicklung, die weit über einzelne Projekte hinausgeht. Bonn nutzt diesen Rückenwind, um seinen Weg in die Spitzengruppe der besten Universitäten der Welt weiterzugehen: mit der Förderung junger wissenschaftlicher Talente, mit starker transdisziplinärer Forschung, mit internationaler Vernetzung sowie Investitionen in Lehre, digitale Infrastruktur und Transfer. Beide Beispiele zeigen sehr konkret: Dieser Status ist weit mehr als eine Auszeichnung. Er steht für strategische Entwicklung, für Profilbildung und für die Fähigkeit, Zukunftsthemen mit internationaler Strahlkraft voranzutreiben. (Beifall von der SPD) Schon der Weg dorthin, das Schärfen von Profilen, das Überprüfen von Strukturen und das Ausbauen von Kooperationen, setzt wichtige Entwicklungen in Gang. Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Punkt: Erfolg in diesem Wettbewerb bringt auch zusätzliche Mittel nach Nordrhein-Westfalen. Dies stärkt nicht nur die ausgezeichneten Standorte selbst, sondern den Wissenschaftsstandort insgesamt. Auch daran zeigt sich: Gute Rahmenbedingungen sind kein Luxus. Gute Rahmenbedingungen machen gute Arbeit überhaupt erst möglich. Wir schauen heute nicht nur nach Aachen und nach Bonn. Wir schauen auch weiter nach vorn. Denn mit der Universität zu Köln, der Ruhr-Universität Bochum sowie der TU Dortmund sind weitere starke Standorte aus Nordrhein-Westfalen im Rennen. Lassen Sie mich auch als Schalkerin und Dauerkarteninhaberin sagen: Wir hoffen sehr, dass Köln, Bochum und Dortmund hier erfolgreich sind. (Beifall von der SPD und Romina Plonsker [CDU]) Jeder weitere Erfolg wäre ein Gewinn für die Standorte und für Nordrhein-Westfalen insgesamt. Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, gerade aus dieser Freude über Exzellenz ergibt sich eine zweite wichtige Perspektive. Neben der Förderung der Exzellenz lohnt sich auch ein Blick auf die Breite unseres Hochschulsystems. Denn wenn zusätzliche Mittel an der Spitze helfen, Profile zu schärfen, Kooperationen auszubauen und internationale Sichtbarkeit zu erhöhen, dann gilt doch umso mehr, dass auch die Breite unseres Hochschulsystems verlässliche Bedingungen braucht. 20.03.2026 Nordrhein-Westfalen besteht nicht nur aus einigen, wenigen Leuchttürmen. Nordrhein-Westfalen lebt von der Stärke seiner gesamten Wissenschaftslandschaft – von Universitäten, von Hochschulen für angewandte Wissenschaften, von Standorten in allen Regionen unseres Landes. Auch jenseits der Exzellenzuniversitäten wird in Nordrhein-Westfalen tagtäglich geforscht, gelehrt, ausgebildet und innoviert. Genau diese Breite macht unseren Wissenschaftsstandort so stark. Deshalb gilt: Es gibt die Spitze nicht ohne den Berg. (Beifall von der SPD) Oder anders gesagt: Wer Leuchttürme feiert, darf das Fundament nicht aus dem Blick verlieren. Gerade deshalb zeigen die Erfolge von Aachen und Bonn, worauf ein starker Wissenschaftsstandort aufbauen kann, nämlich auf Qualität, auf Strategien, auf Zusammenarbeit und gute Rahmenbedingungen. Sie erinnern uns daran, dass ein starker Wissenschaftsstandort immer beides braucht: Exzellenz in der Spitze und Stärke in der Breite. Für uns als SPD steht fest: Ein starker Wissenschaftsstandort braucht verlässliche Rahmenbedingungen, gute Bedingungen für Studierende und Beschäftigte sowie starke Hochschulen in der gesamten Breite des Landes. Dazu gehören ausdrücklich auch die Hochschulen für angewandte Wissenschaften, die für Fachkräftesicherung, Transfer und regionale Entwicklung unverzichtbar sind. (Beifall von der SPD) Solche Erfolge sollten uns Ansporn geben, den Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen insgesamt weiter zu stärken. Wir gratulieren der RWTH Aachen und der Universität Bonn von Herzen. Wir drücken Köln, Bochum und Dortmund die Daumen für die nächsten Entscheidungen. Und wir sollten die gute Arbeit an den Universitäten und ihre Exzellenz nicht nur feiern, sondern zugleich die gesamte Hochschullandschaft in Nordrhein-Westfalen im Blick behalten. Denn ein starker Wissenschaftsstandort lebt von der Exzellenz in der Spitze und von der Stärke in der Breite. – Vielen Dank. (Beifall von der SPD, Tim Achtermeyer [GRÜNE] und Gönül Eğlence [GRÜNE])

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