Raphael Tigges
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Genau, zur Sache und zur erfolgreichen Politik in Nordrhein-Westfalen: Wir schreiben den 11. März 2026; das war letzte Woche Mittwoch. Um kurz nach 18:00 Uhr wird in Bonn und Aachen gejubelt und gefeiert. Dabei hat weder die deutsche Nationalmannschaft ein Tor geschossen noch haben unsere Athleten bei Olympia eine Medaille geholt. Nein, die Universität Bonn und die RWTH Aachen haben erfolgreich ihren Status bei der Exzellenzstrategie von Bund und Land verteidigt und bleiben Exzellenzuniversitäten, wie just vorher die Exzellenzkommission verkündet hat. Wenn das kein Grund ist, die Sektkorken knallen zu lassen! Diese Entscheidung zeigt erneut, wie kraftvoll unser Wissenschaftsstandort ist. Unser herzlicher Glückwunsch geht nach Bonn und nach Aachen. Gleich zwei unserer Hochschulen werden für weitere sieben Jahre gefördert. Das ist kein glücklicher Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit, kluger Entscheidungen und einer klaren Ausrichtung auf Zukunftsthemen. 15 Exzellenzcluster werden nach NRW vergeben, womit wir bundesweit an der Spitze stehen. Landtag Lassen Sie mich kurz erklären, worüber wir hier eigentlich sprechen. Exzellenzcluster sind interdisziplinäre Forschungsverbünde, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an zentralen Zukunftsfragen arbeiten – in einer thematischen Bandbreite von Cybersicherheit, wie an der Ruhr-Universität Bochum, bis hin zu smarten Pflanzen für die Anforderungen von morgen an der HHU Düsseldorf und der Universität zu Köln. Um Exzellenzuniversität werden zu können, müssen Hochschulen über mindestens zwei Exzellenzcluster verfügen, Verbünde sogar über drei. Dieser Prozess verlangt Höchstleistungen von allen Beteiligten. Er stärkt im Ergebnis die internationale Sichtbarkeit unserer Hochschulen und zieht Spitzenkräfte aus aller Welt an. Daneben werden mit der Exzellenzstrategie auch optimale Bedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs geschaffen und der Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis beschleunigt, was die Innovationskraft unseres Landes stärkt. Die Universität Bonn ist mit acht Clustern die erfolgreichste Hochschule im gesamten Wettbewerb, und zwar bundesweit. Auch die RWTH Aachen zeigt eindrucksvoll, wie sich Ingenieurwissenschaften und gesellschaftliche Verantwortung zu einem schlagkräftigen Profil verbinden. Beide Universitäten haben nicht nur überzeugt, sondern setzen Maßstäbe für Hochschulen in ganz Deutschland. Und wir blicken weiter nach vorne. Denn die Universität zu Köln und der Verbund aus Ruhr-Universität Bochum und TU Dortmund sind aktuell noch im Rennen um zusätzliche Exzellenztitel, über die im Herbst 2026 entschieden wird. Die große Vielfalt und hohe Dichte unserer Wissenschaftslandschaft machen NRW stark, sicherlich in den großstädtischen Bereichen, aber auch bis tief hinein in den ländlichen Raum, mit Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Instituten. Da darf man auch mal mit etwas Stolz sagen: Exzellenz made in NRW. Vieles spricht dafür, dass wir unsere Spitzenposition im kommenden Jahr sogar noch weiter ausbauen können. An dieser Stelle möchte ich allen Beteiligten ausdrücklich danken: den Rektoraten, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, den Studierenden und allen Mitarbeitenden an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Diese Erfolge sind ihr Verdienst. Sie zeigen, was möglich ist, wenn Forschung, Freiheit und Förderung zusammenkommen. Doch Exzellenz ist kein Selbstzweck. Grundlagenforschung als Basis und anwendungsorientierte Forschung in enger Kooperation mit der Wirtschaft müssen schnell in marktfähige Produkte und Anwendungen überführt werden, um den Wissenschafts-20.03.2026 standort und den Wirtschaftsstandort NRW zu stärken. Wir müssen Technologietransfer so gestalten, dass neue Erkenntnisse unmittelbar in Wirtschaft und Gesellschaft wirken und damit unsere Arbeitsplätze hier sichern. Getreu unserem Leitbild „Von der Kohle zur KI“ ist Nordrhein-Westfalen als starkes Industrieland auch auf dem Weg zum führenden Wissens- und Innovationsstandort. Investitionen in Zukunftstechnologien sind deshalb von besonderer Bedeutung. Ich denke da beispielsweise an Quantentechnologie und Supercomputer, an KI und Medizinforschung. Für diese Themen sind unsere Hochschulen gut gerüstet. Damit der Wandel gelingt, braucht es politische Rahmenbedingungen. Spitzenforschung fällt nicht vom Himmel, sie braucht Freiheit und Finanzierung. So hat bereits die CDU-geführte Landesregierung unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers 2006 das Hochschulfreiheitsgesetz auf den Weg gebracht. Ohne diese grundlegende Reform wäre der heutige Erfolg in der Exzellenzstrategie nicht möglich gewesen. Wir haben auf die eigenverantwortlichen Kräfte in unserer Wissenschaft gesetzt und den Hochschulen den Rücken gestärkt, Modernisierung ermöglicht und NRW frühzeitig im Wettbewerb der Exzellenzinitiative positioniert. Diese Linie setzen wir gemeinsam in der Zukunftskoalition von CDU und Grünen fort. Dabei reden wir nicht nur, wir investieren. Allein mit dem Haushalt 2026 stellt das Land Nordrhein-Westfalen insgesamt 884 Millionen Euro für Spitzenforschung und Exzellenzförderung bereit. Das sind gut investierte Mittel, und das ist ein klares Bekenntnis zur Zukunft unseres Landes. Sehr geehrte Damen und Herren, Nordrhein-Westfalen ist spitze – nicht zufällig, sondern weil wir mit vereinten Kräften eine Wissenschaftslandschaft aufgebaut haben, die weit über Deutschland hinaus Anerkennung findet: mit Bonn und Aachen, mit 15 Exzellenzclustern, mit starken Bewerbern aus Köln, Bochum und Dortmund in der nächsten Runde und mit allen anderen, die in Forschung und Wissenschaft arbeiten. Lassen Sie uns diesen Weg der klaren Fokussierung auf die Zukunftsfähigkeit unseres Bundeslandes gemeinsam entschlossen fortsetzen. – Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
