Zacharias Schalley
Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Kitas sollen sichere Schutzräume für Kinder sein. Doch genau dieser Schutz fehlt immer häufiger: Kinder verletzen Kinder, Erwachsene vergreifen sich an den Schwächsten. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im Jahr 2025 wurden über 4.700 Übergriffe in unseren Kitas gemeldet, ein Anstieg von fast 80 %. Körperliche Gewalt hat sich nahezu verdoppelt, die Zahl sexualisierter Übergriffe nimmt drastisch zu. Das heißt konkret: Tausende Kinder erleben dort, wo sie eigentlich Geborgenheit erfahren sollten, Gewalt: Gewalt unter Kindern, Gewalt durch Erwachsene, körperliche Übergriffe, Grenzverletzungen, sexualisierte Gewalt. Die Zahlen sind nicht nur erschreckend, sie sind ein politisches Alarmsignal. Denn sie zeigen unmissverständlich: Der Schutz unserer Kleinsten ist nicht gewährleistet. Natürlich spielen dabei strukturelle Probleme eine entscheidende Rolle: Personalmangel, Überlastung, zu große Gruppen, sinkende Qualitätsstandards – all das ist seit Jahren bekannt, aber es ist nur die Spitze des Eisbergs. Der wahre Giftcocktail heißt: sexuelle Bildung. Flächendeckend ist er in unseren Bildungsgrundsätzen verankert. Es ist eine gefährliche Ideologie, die zur pädagogischen Maxime erhoben wurde. Kinder sollen – Zitat – „die lustvollen Seiten des Körpers, der Sinne und der Berührungen mit sich selbst und anderen zulassen“. Die sexuelle Bildung verwischt natürliche Schamgrenzen und schafft täterfreundliche Kinder. Gerade weil die übrigen Fraktionen und die Landesregierung militante Verfechter der sexuellen Bildung in den Kitas sind, lohnt sich ein Blick auf die ideengeschichtlichen Wurzeln dieser Konzepte. Eine zentrale Figur ist Helmut Kentler. Der vertrat die These, Kinder seien sexuelle Wesen von Geburt an und müssten Sexualität durch praktische Erfahrungen lernen. Bekannt wurde er durch sein staatlich gefördertes Experiment, bei dem Jungen gezielt bei verurteilten Sexualstraftätern untergebracht wurden. Diese Geschichte ist inzwischen aufbereitet worden, aber viele seiner pädagogischen Ansätze wirken bis heute fort. Sein Erbe lebt weiter in unserer Sexual-19.03.2026 pädagogik. Die sexuelle Bildung ist Kentlers Vermächtnis. Uwe Sielert, Kentlers Freund, prägt bis heute Netzwerke, Fachstellen und sorgte für die Kontinuität im Denken. Umso erstaunlicher ist die politische Zurückhaltung bei diesem Thema. In nahezu jedem anderen Bereich fordert die Politik umfassende Aufarbeitung und Vergangenheitsbewältigung. Sie fördert diese interne Aufarbeitung sogar mit nicht unerheblichen Summen: Sei es die NS-Vergangenheit des Naturschutzes, sei es die Herkunft von kolonialer Raubkunst in Museen oder die „Initiative nazifreies Recht“ und nicht zu vergessen die fast alltägliche Umbenennung von Straßen. Doch hier, wo es um den Schutz unserer Kinder geht, herrscht dröhnendes Schweigen. Keine unabhängige Überprüfung der Kentler-Einflüsse, keine systematische Evaluation der Konzepte. Stattdessen: Schweigen, Vertuschen und dann weiter so wie bisher. Warum? Weil es ihren ideologischen Liebling trifft, die Pädagogik der Vielfalt. Sie opfern Kinderschutz für politische Korrektheit. Wir sagen: Schluss damit. Kinderschutz braucht klare Regeln, klare Grenzen und gut ausgewähltes Personal. Deshalb sind unsere Forderungen klar und eigentlich selbstverständlich: Erstens: eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung der sexualpädagogischen Konzepte in NRW. Zweitens: eine kritische Überprüfung aller Bildungspläne und Schutzkonzepte immer mit dem Vorrang des Kindeswohls. Drittens: keine weitere Ausweitung dieser Konzepte. Eines muss klar sein: Kinder sind keine Projektionsflächen für gesellschaftspolitische Experimente. Sie brauchen Schutz und sie brauchen Erwachsene, die Verantwortung übernehmen. Wenn dieser Landtag dazu nicht bereit ist, dann versagt er bei seiner wichtigsten Aufgabe, dem Schutz der Schwächsten in unserer Gesellschaft. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)
