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Florian Braun

CDU 19.03.2026 Sitzungen 18/119

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich habe gerade sehr gerne Frau Ministerin gelauscht. Was über den Tag hinweg aber etwas ermüdend wirkt, ist die Bemühung seitens der SPD ein Entweder-oder herbeizureden: Oh, Schwarz-Grün will Sprachbildung außerhalb der Kitas auf den Weg bringen, dann wird sie wohl gleichzeitig alle Bemühungen in Kitas einstellen. – Das ist natürlich Quatsch. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Sie haben ja leider auch die KiBiz-Revision vorgelegt!) Herr Maelzer, zu unterstellen, wir wüssten nicht um die Vorteile einer Sprachgewinnung durch Begegnung und gemeinsame Alltagsgestaltung, ist ebenfalls Quatsch. Zu unterstellen, wir würden keine Sprach- und Kompetenzförderung in Kitas betreiben, ist Quatsch, wie Sie sich jetzt vielleicht denken können. Ich habe selbst eine vierjährige Tochter in einem Kita-Betrieb und kann Ihnen daher aus ganz persönlicher Erfahrung sagen: Dort wird eine tolle Arbeit geleistet. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Daher weiß ich aber auch, dass sich die Möglichkeiten der Kitas sowie die Reife und die Fähigkeiten der Kinder im Laufe der drei Jahre, die man möglicherweise die Kita durchläuft, selbstverständlich radikal unterscheiden. Ich darf Sie daran erinnern, dass uns gerade die Sprachförderung in Kitas ein ganz besonderes, wichtiges Anliegen ist. So war es die CDU-geführte Landesregierung, die kurzfristig mit bemerkenswerten jährlich 38 Millionen Euro eingesprungen ist, um die Sprach-Kita-Förderung in Nordrhein-Westfalen vollumfänglich zu schultern, (Vereinzelt Beifall von der CDU) und zwar genau in dem Moment, als sich die SPDgeführte Bundesregierung plötzlich ohne Vorwarnung vom Acker gemacht hat. Es war Ihre SPD, die die Kitas in Sachen „Sprachförderung“ im Regen hat stehen lassen. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Das waren eher die Grünen!) Wir als NRW-Regierung haben das Versagen aufgefangen. (Beifall von der CDU) Schon in der Überschrift Ihres Antrags und den lieben langen Tag über versuchen Sie uns vorzuwerfen – Landtag auch gerade eben, Herr Maelzer –, wir würden Fahrdienste statt unserer Kinder fördern. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Ja!) Das ist schwach, Herr Maelzer. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Echt? Ja, finde ich auch!) Ist es das, was Sie ernsthaft hier, da oben, draußen irgendwem weismachen wollen? Man kann ja über Optionen streiten. Lassen Sie uns das tun, Herr Maelzer. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Das haben Sie doch in Ihren Gesetzentwurf geschrieben!) – Wenn Sie sich melden wollen, können Sie das gerne tun. Sie kennen die Spielregeln hier. Man kann über Optionen streiten, über Geschwindigkeit, über Geld, aber eines ist doch klar: Wir allesamt beschäftigen uns so ausführlich damit, weil es uns ausschließlich um die beste Förderung unserer Kinder geht. Wir haben Kinder, die nicht auf einem ausreichenden Kompetenzniveau sind, um ab Klasse 1 gut zu starten und mitzuhalten. Die Anzahl dieser Kinder ist mittlerweile signifikant. Circa 25 % der Kinder haben beim Schuleintritt sprachliche Defizite. Das ist also keine theoretische Zahl, das ist die harte Realität in unseren Klassenzimmern. Lehrkräfte berichten, dass immer wieder Kinder von Anfang an das Gefühl haben: „Ich komme nicht mit, ich verstehe nicht, ich gehöre nicht richtig dazu“, und wir müssen feststellen, dass diese Kinder bereits in der ersten Klasse zurückfallen. Das führt zu Überforderung, zu Frust und dazu, dass sich manche Kinder von Anfang an nicht mit Schule anfreunden, geschweige denn ihr Potenzial entfalten können.

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