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Zacharias Schalley

AfD 19.03.2026 Sitzungen 18/119

Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Die SPD malt mal wieder düstere Szenarien an die Wand. (Norwich Rüße [GRÜNE]: Das ist doch eigent- lich eure Spezialität!) 19.03.2026 Ein kleines Kind kommt morgens in die Kita, die Sonne scheint, und eigentlich möchte es nur eines: mit seinem besten Freund spielen, bauen, lachen, die Welt entdecken. Aber am Horizont droht eine dunkle Gefahr. Ein großer, grauer Bus rollt heran, bedrohlich knirschend, mit quietschenden Bremsen. Die Türen öffnen sich. Das Kind wird eingesammelt und verschwindet im Inneren dieses düsteren Gefährts – weg vom Spielen, weg von der Gruppe, weg von der heilen Kita-Welt, als wäre der Bus zur ABC-Klasse das Horrorauto aus Stephen Kings Gruselroman „Christine“. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Wat für’n Ding?) Das ist Ihre Erzählung, wenn es um die gezielte Sprachförderung von Kindern geht. Kinder, die zusätzliche Förderung brauchen, werden nach Ihrer Darstellung aus ihrer vertrauten Umgebung herausgerissen, in irgendwelche Sondermaßnahmen gesteckt und damit pädagogisch stigmatisiert. Dabei ist doch klar: Frühe Sprachförderung ist entscheidend für den weiteren Bildungsweg eines Kindes. Wer sprachlich gut vorbereitet in die Schule startet, hat bessere Chancen – fachlich, sozial und später auch beruflich. Mehr als jedes dritte Kind in NRW zeigt in der Schule sprachliche Auffälligkeiten. Rund 33 % verfügen beim Schuleintritt nicht über ausreichende Sprachkenntnisse, um dem Unterricht problemlos folgen zu können. Das Problem liegt auf der Hand. In vielen Städten NRWs sprechen Kinder auf dem Schulhof mittlerweile zig unterschiedliche Muttersprachen. In immer mehr Grundschulen ist Deutsch für einen großen Teil der Kinder nicht mehr die Alltagssprache. Lehrkräfte berichten, dass sie zunächst eine grundlegende Verständigung herstellen müssen, bevor der Unterricht überhaupt beginnen kann. Was sagt die SPD dazu? Sie spricht von schwierigen Startbedingungen, von strukturellen Defiziten, von unzureichenden Förderangeboten. Wenn es nach der SPD geht, dann liegt das Problem also nicht an immer heterogeneren Klassen mit 50 Sprachen und kulturellen Hintergründen. (Justus Moor [SPD]: Richtig!) Nein, nach der Logik der SPD werden die Kinder offenbar einfach immer dümmer. Das ist mitnichten der Fall. Das Problem liegt doch darin, dass man offenbar gar nicht mehr verlangt, Deutsch zu sprechen. Schauen Sie sich allein den Vorschlag an, Klausuren künftig in der Herkunftssprache zu schreiben. Sie kapitulieren vor Ihrem eigenen migrationspolitischen Versagen. Aber die SPD wäre nicht die SPD, wenn sie für selbst geschaffene Probleme nicht sofort auch die passende Lösung präsentieren würde: das Chancen-Landtag jahr. Der Begriff klingt freundlich und verheißungsvoll. Doch was verbirgt sich hinter dieser Überschrift? Letztlich ist es der Versuch, eine verpflichtende frühkindliche Betreuung schrittweise über den Umweg eines zusätzlichen Förderjahres einzuführen. Unabhängig davon, wie man zu diesem Vorschlag steht, scheitert er bereits an einem einfachen Realitätscheck. Die Lage in vielen Kitas ist heute schon angespannt. Fachkräfte berichten von Personalmangel, zu großen Gruppen, steigender Arbeitsbelastung. Es fehlt schlicht die Zeit, um jedem Kind die individuelle Förderung zukommen zu lassen, die eigentlich notwendig wäre. Wer unter solchen Bedingungen zusätzliche Aufgaben in die Kitas verlagert, löst kein Problem, sondern verschärft es. Denn am Ende droht genau das Gegenteil dessen, was Sie angeblich erreichen wollen: Ein ohnehin belastetes System gerät noch stärker unter Druck. Darunter leiden ausgerechnet diejenigen, um die es eigentlich gehen sollte: die Kinder. Sie erwecken außerdem den Eindruck, als seien spezialisierte Förderangebote außerhalb des regulären Kita-Alltags ein pädagogischer Irrweg. Fördergruppen oder zusätzliche Sprachkurse erscheinen in Ihrer Darstellung wie überholte Konzepte von vorgestern. Die Praxis zeigt jedoch etwas anderes: Gerade Kinder mit größeren sprachlichen Defiziten profitieren häufig von gezielten Förderformaten. Kleinere Gruppen, strukturierte Übungen und speziell qualifizierte Fachkräfte können sehr wirksam sein. Im normalen Kitaalltag mit großen Gruppen ist eine so intensive Förderung gar nicht möglich. Wir sagen deshalb sehr klar Ja zu verbindlichen Sprachstandserhebungen, damit Probleme früh erkannt werden, zu professioneller Förderung, wenn Defizite festgestellt werden, und zu guter frühkindlicher Bildung, die Eltern freiwillig in Anspruch nehmen können, aber klar Nein zu immer neuen Pflichtstrukturen und zu staatlicher Übergriffigkeit, die schrittweise Elternrechte zurückdrängt. Gute Bildungspolitik beginnt früh. Sie beginnt aber nicht mit neuen Verpflichtungen, sondern mit funktionierenden Strukturen, ausreichend Personal und einer ehrlichen Benennung der Probleme. Sie wiederholen die Fehler, die Sie schon bei der Inklusion gemacht haben. Wir stimmen der Überweisung in den Ausschuss selbstverständlich zu, aber inhaltlich werden wir diesem Antrag nicht folgen. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

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