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Jonathan Grunwald

CDU 19.03.2026 Sitzungen 18/119

Ja, gerne, aber ich führe erst einmal aus. Vielleicht klärt sich ja dann noch einiges. Ich werde den Eindruck nicht los, dass Sie krampfhaft und immer verzweifelter das Haar in der Suppe suchen, da Ihnen die Wahlkampfthemen langsam flöten gehen. (Zuruf von Dilek Engin [SPD]) Sie kritisieren in Ihrem Antrag die Kosten für die ABC-Klassen. Wir halten dagegen und sagen Ihnen, dass wir nicht am Aufstiegsversprechen und selbst in Zeiten klammer Kassen nicht an der Bildung unserer Kinder sparen. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Für Busunterneh- men!) Dass die ABC-Klassen mit Kosten verbunden sind, ist richtig. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Ihr Aufstiegsver- sprechen für Busunternehmen!) 19.03.2026 CDU und Grüne sind aber fest entschlossen, für unsere Kinder und für echte Chancengerechtigkeit zu priorisieren, umzuschichten und zu sparen. Mit Ihrem Antrag versuchen Sie, Kinder und Schulen gegeneinander auszuspielen, (Dilek Engin [SPD]: Das machen Sie doch schon!) was uns in der Sache nicht weiterbringt, wenn wir alle Kinder und gerade auch diejenigen erreichen müssen, die keine Kita besuchen. (Zuruf von Dilek Engin [SPD]) Was mich wirklich sprachlos zurücklässt, ist Ihre Aussage, dass allein durch das zusätzliche Angebot der ABC-Klassen unsere Kitas zu Verwahranstalten degradiert würden. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Nein, das ist nur Ihre Version! – Zuruf von Justus Moor [SPD]) Ich habe unzählige Kitas in unserem Land besucht. Manche haben mich mehr, manche haben mich weniger mit ihren Konzepten überzeugt, aber eines kann ich Ihnen versichern: Allesamt leisten unsere Kitas einen zentralen Beitrag für die Erziehung und Bildung unserer Kinder. Sie sind lebendige Orte der Integration und Inklusion. Die Kitas in unserem Land sind keine Verwahranstalten, und sie werden es auch nicht durch die Einführung der ABC-Klassen. Anstatt mit Schaum vor dem Mund auszuteilen, empfehle ich einen nüchternen Blick auf die Statistik. Nordrhein-Westfalen ist mit seiner Größe und den 18 Millionen Menschen das vielfältigste Bundesland. Nicht ohne Grund nennt man uns auch „die Bundesrepublik im Kleinen“. Während Sie Ihren Wahlkampfbus durch ewig weite und menschenentleerte ländliche Regionen steuern, empfehle ich einen Blick auf die wirklich gut gemachte und interaktive digitale Karte des Landeszentrums für Gesundheit. Mit wenigen Mausklicks sehen Sie, dass wir bei der nicht altersgerechten Sprachentwicklung ein massives Stadt-Land-Gefälle haben. Auffälligkeiten zeigen sich bei rund 40 % aller Kinder in Dortmund und Mönchengladbach, bei rund 50 % in Wuppertal und Duisburg und bei 60 % in Gelsenkirchen. Dagegen liegen die Zahlen in den Kreisen Soest und Viersen bei rund 22 % und in Borken und Coesfeld bei rund 25 %. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich die von Ihnen problematisierten stundenlangen Bustransfers nicht selten als aktive Bewegungszeiten und Fußwege an der frischen Luft entpuppen werden. In der Enquetekommission „Chancengleichheit in der Bildung“ haben wir fraktionsübergreifend daran gearbeitet, unser Bildungssystem zukunftsfest zu gestalten. Auch wenn nicht in jeder Frage Konsens erzielt werden konnte, war die Arbeit von Gemeinschaftlichkeit und Kollegialität geprägt. Das hat mich Landtag zuversichtlich gestimmt, dass wir auch nach der Arbeit in der Enquetekommission gemeinsam konstruktiv an den zentralen Bildungsthemen arbeiten könnten. Doch meine Hoffnung wurde enttäuscht, denn kaum lag der Abschlussbericht auf dem Tisch, wurde er von der SPD für Wahlkampfzwecke instrumentalisiert. (Zuruf von der SPD: Mein Gott!) Zuerst wollten Sie die Eltern aus Ihrer Pflicht zu Bildung und Erziehung ihrer Kinder entlassen, (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Was?) dann die Haupt- und Realschulen einstampfen. Nun starten Sie den Versuch, das Konzept hinter der ABC-Klasse zu diskreditieren. Sie drehen und wenden Formulierungen und Handlungsempfehlungen so lange, bis sie in Ihr Bild der Bildungskatastrophe passen. (Zuruf von Thorsten Klute [SPD]) Wenn ich Ihnen einen freundschaftlichen Rat unter Demokraten erteilen darf: (Zurufe von der SPD: Nein, danke!) Vergeuden Sie weniger Ihrer Zeit mit der Suche nach dem Haar in der Suppe, sondern blicken Sie vielmehr auf die entschlossenen Entscheidungen und angestoßenen Reformen, mit denen wir die Bildung unserer Kinder priorisieren und dabei nicht einzelne Bildungsbereiche gegeneinander ausspielen, sondern Kita, OGS und Schule als zentrale Bausteine eines ganzheitlichen Bildungssystems begreifen. (Thorsten Klute [SPD]: Da ist das Haar in der Suppe drin!) Nicht das Haar in der Suppe, sondern konkretes politisches Handeln schafft echte Chancengerechtigkeit und Bildungserfolg. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Das ist aber eine ziemlich dünne Suppe, die Sie da vortragen!) Auch wenn der vorliegende Antrag daher leider keinen Mehrwert für den nun eingeschlagenen Weg der Landesregierung schafft, stimmen wir der Überweisung des Antrags zu und freuen uns auf die weitere Beratung. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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