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Dorothee Feller

19.03.2026 Sitzungen 18/119

So, jetzt kommen wir mal zurück zur Sache. – Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Passend zum heutigen Tagesordnungspunkt erschien letzte Woche Mittwoch der Trendmonitor Spezial der Deutschen Telekom Stiftung mit einem Überblick über Regelungen zur schulischen KI-Nutzung. Hierzu fand am selben Tag eine Diskussionsrunde der Telekom Stiftung statt, an der auch Landtag eine Vertreterin unseres Ministeriums teilgenommen hat. Wieso? In Nordrhein-Westfalen sind wir nicht nur Vorreiter, sondern auch richtungsweisend im Umgang mit Künstlicher Intelligenz an den Schulen. So haben wir nicht nur kurz nach der Veröffentlichung von ChatGPT unseren Handlungsleitfaden zum Einsatz von KI an Schulen veröffentlicht, der anderen Bundesländern als Vorbild dient, sondern haben auch sehr schnell die Chancen von KI für die Unterrichts- und Qualitätsentwicklung erkannt. Insbesondere für Lehrkräfte ergeben sich durch Künstliche Intelligenz ganz neue Möglichkeiten, den Unterricht zu gestalten und jungen Menschen eine unmittelbare und kriterienorientierte Rückmeldung zu ihren Arbeitsergebnissen zu geben. Unser Forschungsvorhaben KIMADU dient dazu, den Deutschund Mathematikunterricht weiterzuentwickeln und die Lehrkräfte bei der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen. Auf der Bildungsmesse didacta habe ich von vielen IT-Anbietern lobende Worte für unser Forschungsvorhaben KIMADU erhalten. Daher verstehe ich nicht, wieso Sie einfach nicht anerkennen wollen, dass NRW beim Themenfeld „KI in Schule“ gut dasteht – Punkt. (Beifall von der CDU – Dilek Engin [SPD]: Aber man kann doch besser dastehen!) Wir lassen im Eifer auch nicht nach. Mit unserer KI-Skilling-Initiative ermöglichen wir allen Lehrkräften eine einfache und zugängliche Fortbildung zu den Grundzügen von KI im Schulalltag. Dies ist zumindest in dieser Form im ganzen Bundesgebiet einmalig. Mit Blick auf das Thema „KI-Korrekturen“ ergibt sich bereits aus den KMK-Handlungsempfehlungen für die Bildungsverwaltung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen, dass KI als Vorkorrektur- und als Korrekturassistenz zur Entlastung und Unterstützung von Lehrkräften beitragen kann. Frau Müller-Rech, das müssen die Lehrkräfte nicht im Schatten machen – dieses Wort würde ich aktuell sowieso vermeiden –, sondern es kann ganz offiziell über die Plattform telli eingebunden werden. Die Lehrkräfte können damit arbeiten. Bevor wir als Land jedoch ein Tool, ein Korrekturtool empfehlen, muss es auch sicher sein, und die KI-Tools, die Korrekturtools, die im Moment am Markt sind, sind es eindeutig nicht, weil sie nämlich zum Beispiel die kreativen Lösungen von Schülerinnen und Schülern nicht berücksichtigen, weil sie auch keinen Ermessensspielraum ausüben. Ich finde schon, dass Schülerinnen und Schüler bei den Korrekturaufgaben einen Anspruch darauf haben, dass wir die Korrekturen ernst nehmen und dass der Ermessensspielraum bei Lehrkräften auch 19.03.2026 ausgeschöpft wird. Dazu hat der Philologenverband noch heute deutlich gesagt, dass dieser Aspekt bei den Tools, die derzeit auf dem Markt seien, noch nicht gegeben sei. Daher geht es hier nicht darum, einfach schnell etwas anzuwenden, vielmehr muss es auch gut sein, wenn wir das in Schule insgesamt anwenden wollen. Das Wissen um diese Risiken verhindert nicht die Umsetzbarkeit, sondern zeigt, dass es noch Entwicklungsbedarf gibt. Die ersten Erfahrungen dienen als Grundlage dafür, wie die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz in sicherer und pädagogisch sinnvoller Weise zur Entlastung sowohl von Schulleitungen als auch von Lehrkräften beitragen können und genutzt werden können. Da sind wir stetig am Ball und gucken, wie wir weitere Entwicklungen in die Schulen hineintragen können. Im vergangenen Jahr haben wir ein Schulleitungspostfach eingerichtet, in dem Schulleitungen Vorschläge machen konnten, mit welchen Maßnahmen wir sie in ihrem Arbeitsalltag entlasten können. Ich glaube, gerade beim Thema, wie man durch sinnvolle KI-Anwendungen Lehrkräfte und Schulleitungen in ihrem Arbeitsalltag entlasten kann, haben wir wesentlich mehr Potenzial als bei den Korrekturen, weil das schlichtweg komplizierter ist. Von daher brauchen wir diesen Antrag nicht. Wir sind schon längst auf dem Weg. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

Protokoll ↗