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Tülay Durdu

SPD 19.03.2026 Sitzungen 18/119

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Schulalltag ist ohne Zweifel ein wichtiges Zukunftsthema. Auch wir als SPD-Fraktion sehen große Chancen in der KI für Schule und Unterricht. Wir sehen aber auch, dass der Antrag der FDP an den entscheidenden Stellen vor allem wichtige Fragen aufwirft, sie aber noch nicht beantwortet. Die Kollegin hat ja schon vorgetragen, dass das in der Debatte noch gemacht werden soll. Klar ist aber auch, dass unsere Schulen unter Druck stehen: heterogene Lerngruppen, steigende Förderbedarfe und zu wenig Zeit für individuelle Förderung. Gerade in Prüfungsphasen bindet die Korrektur von Klassenarbeiten enorme Ressourcen, die an anderer Stelle dringend gebraucht werden. Natürlich liegt es nahe, über Unterstützung durch KI nachzudenken. Und ja, bei klar strukturierten, standardisierbaren Aufgaben – Herr Dr. Blex, Sie dürfen gerne lachen, dass ich gerade Deutsch nicht richtig ablesen konnte – kann KI sicherlich helfen, etwa durch kriteriengeleitete Vorschläge oder strukturiertes Feedback. Allerdings stellen sich doch erhebliche Fragen. Die Korrektur von Klausuren ist je nach Fach- und Aufgabenstellung gerade kein automatisierbarer Prozess. Eine Deutschklausur ist keine Matheklausur. Benotung ist kein rein technischer Vorgang. Sie ist immer auch fachliche Einordnung, pädagogisches Abwägen und individuelle Rückmeldung. Diese Verantwortung ist nicht delegierbar – zumindest noch nicht. KI kann keine Lehrkraft ersetzen; da sind wir uns alle einig. Doch es gibt auch ganz praktische Fragen, die wir als SPD-Fraktion uns natürlich stellen und auch in der Debatte noch beantworten müssen. Klausuren werden in der Regel handschriftlich verfasst. Bevor KI da überhaupt eingesetzt werden kann, müssten sie zuerst maschinenlesbar digitalisiert werden – mit 19.03.2026 zusätzlichem Aufwand, neuer Technik und neuen Arbeitsprozessen. (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) Es fehlt in Nordrhein-Westfalen ganz grundsätzlich noch an einer flächendeckend guten digitalen Infrastruktur für Schulen und Lehrkräfte. Zu klären bleibt deshalb: Wie soll der Einsatz von KI rechtssicher funktionieren? Welche technische Ausstattung wird benötigt? Wie wird die pädagogische Qualität gewährleistet? Wie verhindern wir, dass neue Belastungen für Lehrkräfte entstehen? Für uns als SPD ist klar: KI muss ein Werkzeug für besseren Unterricht sein. Aber sie darf die pädagogische Verantwortung von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften nicht aushöhlen. Daher stimmen wir der Überweisung zu und freuen uns auf die Beratung in den Ausschüssen. – Vielen Dank. (Beifall von der SPD)

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