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Dr. Dennis Maelzer

SPD 19.03.2026 Sitzungen 18/119

Vielen Dank. – Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Seit Wochen singen CDU und Grüne hier das Hohelied der Stabilität und Verlässlichkeit, welche ihre Kita-Reform angeblich bringen würde. (Zuruf von der CDU: Das ist auch so!) Das sind genau die Schlagworte, die geplagte Väter und Mütter gerne hören möchten. Doch Sie versprechen etwas, was Sie durch Ihre Reform nicht einhalten werden. Wenn es nach Ihnen geht, sind künftig bis zu 29 Kinder in einer Kita-Gruppe möglich. Gleichzeitig soll der übergroße Teil der Kitas weniger Unterstützung für Kita-Helfer erhalten. Das wird den Stresspegel für unsere Kinder und die Beschäftigten nur weiter erhöhen. Darum sagen Ihnen die katholischen Kitas im Erzbistum Paderborn, das sei „Ein Gesetz wie ein Fußtritt“. Denn wer unter Stress leidet, der wird öfter krank. Schon heute sind die Krankheitszeiten in den Erziehungsberufen doppelt so hoch wie beim Rest der Bevölkerung. Ihr Irrweg wird das nur weiter verschärfen. Das Resultat: weniger verlässliche Betreuung und mehr frustrierte Eltern. (Beifall von der SPD) Mehr Stress bedeuten auch die neuen Buchungsmöglichkeiten in Fünf-Stunden-Schritten. Dadurch wird es ein ständiges Kommen und Gehen in den Einrichtungen geben. Doch viele Eltern werden sich dazu gezwungen sehen, kürzere Betreuungszeiten zu wählen. Warum? Weil Sie Ihr Versprechen nicht einhalten. Eigentlich sollte längst ein drittes beitragsfreies Kita-Jahr eingeführt werden. Die Realität: Eltern zahlen für die 19.03.2026 Kinderbetreuung bis zu 14.000 Euro im Jahr. Natürlich ist das dann ein Anreiz, die Betreuungszeiten zu verkürzen, um bei den horrenden Kita-Gebühren zu sparen. Frau Ministerin, allein dass eine Kita geöffnet ist, bedeutet noch keine Stabilität. Ganz entscheidend sind auch verlässliche Bindungen. Das, was Sie mit der Einführung von Kern- und Randzeiten planen, wird zum Gegenteil führen. Frau Schäffer, Sie sind ja nicht nur Ministerin, sondern auch Mutter von zwei Kindern. Ich selbst bin Vater einer Tochter. Inzwischen besucht sie zwar die Grundschule. Aber ich kann mich noch gut erinnern. Unsere Kita-Zeit begann, als sie noch keine zwei Jahre alt war. Es war das erste Mal, dass sie über längere Zeit von zu Hause getrennt war. Das war eine spannende und nicht immer leichte Zeit für unser Kind, aber natürlich auch für uns als Eltern. Aber es gab da auch Chantal. Sie war die Bezugserzieherin unserer Tochter. Chantal hat uns nicht nur die Eingewöhnung, sondern auch die ersten Jahre in der Kita unfassbar leicht gemacht. Sie hatte eine enge Bindung zu unserer Tochter, und sie stand auch uns als Eltern immer für Fragen zur Verfügung. Wenn es zur Kita-Zeit meiner Tochter bereits Ihr System der Kern- und Randzeiten gegeben hätte, hätte ich Chantal außer an Elternabenden niemals zu Gesicht bekommen. Es hätte keine Tür-und-Angel-Gespräche mit unserer Bezugserzieherin gegeben. Ich sage Ihnen aber: Das hätte ich um keinen Preis missen wollen, Frau Ministerin.

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