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Susanne Schneider

FDP 18.03.2026 Sitzungen 18/118

Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Das Handwerk in Nordrhein-Westfalen ist robust, meinte der Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, Andreas Ehlert, bei der Vorstellung des letzten halbjährlichen Konjunkturgutachtens für das Handwerk. Aber auch der Robusteste hat mal eine Schwächephase. Selbst das Handwerk leidet unter der fehlenden Dynamik der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen. Ein weiteres Problem verschärft die Situation: Das Handwerk steht beim Personal stark unter Druck. Mehr Mitarbeiter gehen in Rente, als Nachwuchs da ist. Personal muss aufgebaut werden. Jeder dritte Betrieb kann nicht jede offene Stelle besetzen. Da ist er wieder, der Fachkräftemangel. Der Fachkräftemangel betrifft aber nicht nur das Handwerk. Fehlende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kitas, Gastronomie und Einzelhandel führen zu reduzierten Öffnungszeiten. Aufgrund fehlender Lokführer und Busfahrer fallen Verbindungen aus, was den Pendlern das Leben schwer macht. Im Gesundheitsbereich führt der Fachkräftemangel zu langen Wartezeiten für Patientinnen und Patienten. Die Nachwuchsgewinnung wird in fast allen Bereichen schwieriger. Um den Fachkräftemangel zu bewältigen, braucht es ein vielfältiges Maßnahmenbündel. Einerseits müssen alle verfügbaren Potenziale im Inland, insbesondere bei älteren Arbeitnehmern, Angehörigen mit Familien- bzw. Pflegeverantwortung oder Menschen mit Behinderung, angesprochen werden. Andererseits müssen aber auch ausländische Fachkräfte schnell und unbürokratisch zu uns kommen können. Den letzten Aspekt übergeht die AfD hier – wenig überraschend. Mit dem Antrag soll Tatkraft vermittelt werden. Darin wird aber nur wenig Konkretes genannt. Es wird unverbindlich forciert, sichtbar gemacht oder kommuniziert. Ein echtes Konzept wird nicht erkennbar. Die Forderungen bleiben oberflächlich. Wenn sich etwas durchzieht, dann allenfalls ein sehr rückwärtsgewandtes Denken. Alles in allem ist das mal wieder eine ziemlich dünne Suppe. Die FDP-Landtagsfraktion hat in dieser Legislaturperiode bereits mehrfach konkrete Initiativen gegen den Fachkräftemangel eingebracht. So setzen wir uns dafür ein, die Gleichwertigkeit von beruflicher und Landtag akademischer Bildung in der Landesverfassung zu verankern. (Beifall von Angela Freimuth [FDP]) Es muss eine landesweite Werbekampagne für Ausbildungsberufe mit Schwerpunkt auf Social Media und eine Kooperation mit Influencern zur Ansprache der jungen Zielgruppe geben. Verfahren zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse müssen digital sein, und es muss vor allem schneller gehen. (Beifall von der FDP) Außerdem setzen sich die Freien Demokraten hier im Haus für ein freiwilliges Handwerksjahr für Schulabgängerinnen und Schulabgänger als niedrigschwelligen Einstieg in das Berufsfeld sowie für den Erhalt der Meisterprämie in ihrer bisherigen Form als Landesförderung ein. (Beifall von der FDP) Leider tut die Landesregierung mit Blick auf den Fachkräftemangel weniger, als sie müsste. Die Fachkräfteoffensive hat außer Ankündigungen, kurzfristigen Projekten und öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen kaum konkrete Ergebnisse gebracht. Mit der Streichung wesentlicher Elemente der Fachkräfteoffensive wie der Meisterprämie oder des Haushaltstitels beim Wirtschaftsministerium hat Schwarz-Grün in den letzten Haushaltsberatungen vielmehr die Abrissbirne eingesetzt. Es gibt bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels noch viel zu tun. Mit viel heißer Luft kommen wir hierbei aber nicht weiter. Den vorliegenden Antrag lehnen wir ab. – Ich danke Ihnen. (Beifall von der FDP und Thorsten Klute [SPD])

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