Dietmar Brockes
Vielen Dank. – Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Nordrhein-Westfalen ist das industrielle Herz Deutschlands. Aber dieses Herz braucht vor allem eines: eine sichere, bezahlbare und wettbewerbsfähige Energieversorgung. Deshalb ist für uns Freie Demokraten klar: Versorgungssicherheit in Nordrhein-Westfalen entsteht durch Vielfalt an Energieträgern und nicht durch ideologische Denkverbote, Frau Ministerin. (Beifall von Ralf Witzel [FDP]) Ein wettbewerbsfähiger Industriestandort braucht einen breiten Energiemix mit erneuerbaren Energien, Gas als Brückentechnologie und neuen Technologien der Zukunft. Innovation entsteht dort, wo Politik Mut zeigt, Chancen zu nutzen, und nicht dort, wo man sie aus Angst vor Debatten ungenutzt verstreichen lässt. Die aktuelle geopolitische Lage zeigt erneut, wie verletzlich energieimportabhängige Volkswirtschaften sind. Der Krieg im Nahen Osten und die Spannungen rund um die Straße von Hormus treiben die Ener-18.03.2026 giepreise weltweit nach oben. Gleichzeitig sind die deutschen Gasspeicher nach der Heizperiode nur zu rund 20 % gefüllt. Für Nordrhein-Westfalen als größtem Industrieland Deutschlands bedeutet das: Energiepreisschocks treffen unsere Industrie, unseren Mittelstand und unsere Arbeitsplätze besonders hart. Deshalb braucht Nordrhein-Westfalen eine Energiepolitik, die auf Versorgungssicherheit, Marktwirtschaft und technologische Offenheit setzt. (Beifall von der FDP) Wir importieren heute Flüssiggas aus den USA oder künftig aus Katar, und das häufig zu viel höheren Preisen und unter teilweise geringeren Umwelt- und Sozialstandards. Gleichzeitig schließen wir aber die Nutzung heimischer Ressourcen pauschal aus. Dabei schätzt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe die förderbaren Schiefergasvorkommen in Deutschland auf bis zu 800 Milliarden m³. Das ist genug, um Deutschland über Jahre zu versorgen. Wer also Versorgungssicherheit ernst meint, muss zumindest bereit sein, wissenschaftlich zu prüfen, welche Potenziale wir im eigenen Land verantwortungsvoll nutzen können. (Beifall von der FDP) Gleichzeitig dürfen wir nicht nur über Energie und Gegenwart sprechen, wir müssen auch über Energie der Zukunft reden. Andere Bundesländer investieren bereits strategisch in Fusionsenergie, Frau Ministerin, entwickeln Masterpläne und bauen Forschungsallianzen auf. Nordrhein-Westfalen dagegen verschläft diese Möglichkeiten völlig. Dabei haben wir mit dem Forschungszentrum Jülich, mit den Fraunhofer-Instituten, unseren Universitäten und einer starken Industrie beste Voraussetzungen, hier weltweit vorne zu sein. Deshalb sagen wir Freie Demokraten ganz klar: Eine wissenschaftliche Potenzialstudie zu heimischen Gasvorkommen, eine ergebnisoffene Neubewertung des sogenannten Frackingverbots auf Bundesebene, die Ermöglichung sicherer Forschung und Erprobungsmaßnahmen sowie ein Masterplan Kernfusion in Nordrhein-Westfalen mit dem Beitritt zur Fusionsallianz sind jetzt dringend geboten. (Beifall von der FDP) Denn eine starke Wirtschaft braucht eine starke Energiepolitik – eine Energiepolitik, die Versorgungssicherheit schafft, Wettbewerbsfähigkeit ermöglicht und Innovationen fördert. Genau das leistet unser Antrag. Er überwindet Denkverbote, stärkt die technologische Offenheit und sichert langfristig Wohlstand und Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen. Deshalb bitte ich um Ihre Zustimmung. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP) Landtag
