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Andreas Keith

AfD 26.11.2025 Sitzungen 18/109

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Eine von vielen Turnhallen irgendwo in Nordrhein-Westfalen: Der Putz bröckelt von den Wänden, der graue Laminatboden ist mit Panzerband geflickt, das alte Bitumendach ist undicht und es tropft, die rostigen Duschen laufen nur noch kalt – und zwischen alledem der Muff von 70 Jahren. So sieht die Realität in vielen Städten Nordrhein-Westfalens aus, wo zahlreiche Sportanlagen noch aus den 50er-Jahren stammen. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik fällt in rund 40 % der Kommunen der Sportunterricht aus, weil die Anlagen schlicht zu marode sind. Deutschland soll ein reiches Land sein? Wer das immer noch behauptet, sollte sich vor Augen führen, dass unsere NRW-Kommunen mit 86 Milliarden Euro in der Kreide stehen. Nur um es einmal bildlich zu machen: Wenn die Kommunen jeden Tag eine Million Euro sparten, würde es 236 Jahre dauern, um diesen Schuldenberg abzubauen. Da man kein Geld hat, geht der Investitionsstau auch im Sportbereich längst in die Milliarden. Ein trauriges Beispiel dafür ist das Bädersterben. Was setzt die Landesregierung dem entgegen? Mobile Schwimmcontainer. Fünf davon touren seit zwei Jahren durch NRW und sollen den Mangel an Schwimmbädern „ausbaden“. Wir haben von Anfang gesagt, dass das nichts bringt, und heute zeigt sich: Auch damit sollte die AfD wieder einmal Recht behalten. Die DLRG sagt, Schwimmcontainer seien allenfalls für die Wassergewöhnung geeignet, nicht jedoch, um das Schwimmen zu lernen. Weiter hat sich gezeigt, dass solche Container organisatorisch kaum in den regulären Schulsport integriert werden können, weil sie nur Platz für sechs bis acht Kinder bieten. Nicht umsonst hat der rheinland-pfälzische Landtag das Projekt nach einer Expertenanhörung abgelehnt. NRW hingegen hat alleine für die Anschaffung von fünf Einheiten drei Millionen Euro aus dem Fenster geworfen – Betriebskosten nicht mit eingerechnet. Dieses Konzept hätte sich längst als überteuerte Symbolpolitik entpuppen müssen. Laut Landesregierung ist es aber Grund genug dafür, auch im nächsten Jahr ordentlich Geld zu verpulvern. Der Haus-Landtag haltsplan 2026 bestätigt das schwarz-grüne Versagen schwarz auf weiß. Wenigstens einen kleinen Lichtblick gibt es. Die Trainerförderung im Leistungssport, die die AfD immer wieder gefordert hat, wird nun um 3,5 Millionen Euro angehoben. Aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, denn in Wahrheit sind das Umverteilungen innerhalb eines schrumpfenden Gesamttopfes, in dem echte Zukunftsinvestitionen in den Breitensport fehlen. Wer die im Koalitionsvertrag versprochene Wiederauflage des Programms „Moderne Sportstätten“ sucht, wird dies auch 2026 vergeblich tun – und das trotz des milliardenschweren Sanierungsstaus bei unseren Sportstätten. Damit wird das Programm „Moderne Sportstätten 2022“ wohl endgültig zum Lehrstück unter der Rubrik „versprochen – gebrochen“. Kein Wunder also, dass sich auch in diesem Jahr auf unsere Anfrage zum Haushalt wieder das gleiche Muster zeigt: ausweichende Antworten. Auf konkrete Fragen zum Schwimmcontainer, zur Qualifizierung von Übungsleitern oder zur Unterstützung ehrenamtlicher Trainer heißt es stets, man prüfe, man plane, man beabsichtige. Mit anderen Worten: Man tut nichts. Dabei wäre gerade da ein Handeln dringend nötig, denn es fehlt an Schwimmlehrern, an Übungsleitern, an Rettungsschwimmern – kurz: an Menschen, die Sport überhaupt erst möglich machen. Trotzdem verzichtet die Landesregierung auf zusätzliche Mittel, um diesen Notstand zu beheben. Stattdessen werden neue Prestigeprojekte angeschoben. Die Bewerbung um Olympische Spiele verschlingt allein in der ersten Phase 500.000 Euro – Geld, das im Breitensport fehlt. Dabei hätten es die Bürger dieses Landes verdient, dass ihr Geld in Form von sanierten Sporthallen und nutzbaren Schwimmbädern und nicht von teuren Werbebroschüren für Olympia und völlig sinnfreien Schwimmcontainern wieder bei ihnen ankommt. Eine AfD-Landesregierung würde im Sport gänzlich andere Prioritäten setzen: weg von der Imagepolitik und hin zu realen Verbesserungen für unsere Bürger und Vereine. Der Landessportplan 2026 setzt aber die falschen Prioritäten und verkennt die wirklichen Probleme im Bereich „Sport“. Daher lehnen wir ihn ab. – Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD)

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