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Tülay Durdu

SPD 26.11.2025 Sitzungen 18/109

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Seit Jahren fährt der Sport in Nordrhein-Westfalen auf Verschleiß. Die Ehrenamtlichen im Vereinssport sind zusehends überlastet, und unsere Sport- und Schwimmstätten werden Jahr für Jahr maroder. Das Ergebnis kennen Sie: geschlossene Hallen, reduzierte Schwimm-26.11.2025 zeiten, Wartelisten bei Schwimmkursen und Vereine am Limit. Nun sorgen die Bundesmittel aus dem Sondervermögen das erste Mal seit Jahren für echte Hoffnung. Aus Berlin fließen mehr als 21 Milliarden Euro für die Sanierung der Infrastruktur nach Nordrhein-Westfalen. Daraus werden in NRW gerade einmal zwei Programme zur Förderung kommunaler Schwimm- und Sportstätten entstehen. Diese begrüßen wir ausdrücklich, und wir haben das aufgrund der dramatischen Lage seit Jahren gefordert. Aber – das muss ebenso klar gesagt werden – das ist ein Erfolg der Bundesregierung und nicht dieser Landesregierung. (Beifall von der SPD) Jenseits dieses Geldsegens aus Berlin sieht es im Landesetat leider alles andere als rosig aus. Ja, dem Sport bleiben nach den Kürzungsrunden der vergangenen Jahre weitere Einschnitte erspart. Aber das liegt nicht an einer sportpolitischen Schwerpunktsetzung dieser Landesregierung, sondern schlicht daran, dass die FISU World University Games beendet sind und damit Mittel frei werden. Das ist kein sportpolitischer Erfolg, sondern schlicht die Folge des Veranstaltungskalenders. Das ermöglicht die überfällige Einführung eines fairen Trainervergütungssystems. Außerdem macht es den Weg für dringend benötigte Investitionen in herausragende Sportstätten frei, was wiederum für die Olympiabewerbung unerlässlich ist. Gut ist, dass 9,5 Millionen Euro zur Finanzierung der kommunalen Ratsbürgerentscheide zur Olympiabewerbung bereitgestellt werden. Schlecht daran ist aber, dass diese Mittel ausgerechnet von den Investitionen in die herausragenden Sportstätten abgezwackt werden. Das führt wiederum dazu, dass eine absurde Lage entsteht, in der Olympia mit Olympia im Haushalt konkurriert. Angesichts zusätzlicher Steuereinnahmen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro ist das kaum zu verstehen. Vor allem aber verbessert sich mal wieder nichts für den Breitensport. Trotz steigender Kosten werden Kürzungen der vergangenen Jahre nicht zurückgenommen. Zum Beispiel bleibt es im Bereich „Rettungsschwimmen“ bei mickrigen 38.000 Euro. Bei der Förderung der Übungsleiterinnen und Übungsleiter gibt es ebenfalls keine Verbesserung. Bei Projekten der inklusiven Sportentwicklung tut sich ebenfalls nichts – und das, obwohl mit dem neuen Aktionsplan „Sport und Inklusion“ gerade hier eine Stärkung notwendig wäre. Das bedeutet: Der Breitensport fährt weiter auf Verschleiß. Das können sich Vereine, Kommunen und Ehrenamtliche schon lange nicht mehr leisten. Sie werden nun wieder auf die angespannte Haushaltslage des Landes verweisen. Aber ich sage Ihnen zum x-ten Mal: Schauen Sie doch alle einmal Landtag in Ihre Heimatorte und gehen Sie zu Ihrem Kämmerer oder zu Ihrer Kämmerin. Er oder sie wird Ihnen erklären, was echte Haushaltsnot ist. (Beifall von der SPD) Hören Sie endlich richtig zu und seien Sie bemüht, positiv etwas an der Sache zu verändern. Denn sie oder er muss entscheiden, ob die Turnhalle saniert oder mit dem Geld die Schulsozialarbeit finanziert werden soll. Diese kommunale Haushaltsnot hat diese Landesregierung durch unzureichende Kommunalfinanzierung zu verantworten. Aber wir wissen: Sie lassen die Kommunen auch im nächsten Jahr wieder hängen. Kolleginnen und Kollegen, Sport ist kein Luxus. Sport sorgt für Teilhabe, Integration, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. (Zurufe von den GRÜNEN) – Sie dürfen gleich gerne Ihren Redebeitrag ganz in Ruhe vortragen und müssen da nicht rummurmeln. (Beifall von der SPD) Aber dieser Haushaltsentwurf sichert gerade einmal das Bestehende, nicht die Zukunft des Sports in Nordrhein-Westfalen. Die Landesregierung schaut leider wieder einmal bloß zu, statt den Sport zu gestalten. Deshalb müssen wir diesen Haushalt ablehnen. – Ich bedanke mich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern. Danke schön. (Beifall von der SPD)

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