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André Kuper

25.11.2025 Sitzungen 18/108

Danke, Herr Keith. – Für die Landesregierung spricht Frau Ministerin Scharrenbach. Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Seit 2017 gibt es in Nordrhein-Westfalen ein Ministerium für Heimat. Zugegebenermaßen ist es gut, dass wir es haben. Denn die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat Heimat nie als nationalen Mythos oder als Klischee betrachtet. Heimat ist vielmehr ein vielschichtiges Konzept. Ja, es hat Zeiten in Deutschland gegeben, in denen Heimat politisch definiert wurde. Diese Zeiten haben wir Gott sei Dank hinter uns gelassen. Die Definition, die aus dieser Zeit stammt, war ein Heimatverständnis, das Menschen ausschloss. Ich bin froh, dass zumindest vier von fünf Fraktionen diese Zeit eben nicht zurückwollen. Wir als Landesregierung Nordrhein-Westfalen haben sehr gut daran getan, Heimat als einen offenen Begriff zu verstehen, denn Heimat ist ein Gefühl. Sie ist nicht zwangsläufig an einen Ort gebunden, aber es kann auch ein Ort sein. Heimat hat viel mit Familie, mit Freundschaften, mit Gemeinschaft zu tun. Heimat sind die berühmt-berüchtigten unsichtbaren Wurzeln, die die Menschen in sich tragen und die sie – zugegebenermaßen – ein Leben lang begleiten. Wir definieren Heimat nicht politisch, weil Heimat in einem Land wie Nordrhein-Westfalen, das aus dem Rheinland, aus Westfalen und Lippe besteht, wunderbare regionale Eigenheiten und Eigenarten hat. 25.11.2025 Die wollen wir pflegen und auch gepflegt sehen, weil sie unser Bundesland ausmachen. Heimat ist ein Rückzugsort für Sicherheit und für die Vermittlung von Geborgenheit, denn Heimat bedeutet Zugehörigkeit, Vertrautheit. Sie bedeutet aber auch Veränderung. Letztendlich merken wir das doch alle. Globalisierung und Mobilität, die aktuelle politische Lage, geopolitische Bedrohungen, all das, was auf den einzelnen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland oder auf uns als Gemeinschaft gerade wirkt, bedeutet, dass sich Heimat verändert. Das stellt besondere Herausforderungen an diejenigen, die Politik gestalten. Wir wissen, dass heute viele Menschen an mehreren Orten und viele Menschen zwischen den Kulturen leben. Heimat kann deshalb wachsen, sich verändern und neu entstehen. Noch gar nicht haben wir darüber gesprochen, inwieweit digitale Räume eine neue Form von Heimat darstellen können, obwohl wir wissen, dass sehr viele Menschen sehr viel Zeit in diesen Räumen verbringen. Das können wir aber vielleicht im kommenden Jahr tun. Heimat entsteht durch soziale Beziehungen, durch Familie, durch Freundschaften, durch die Gemeinschaften, durch Sprache, durch Tradition, durch gemeinsame Erlebnisse, die Heimatgefühl stiften. Zur Heimatliebe gehören aber auch der Schutz der Lebensgrundlagen und offen gesagt die Nachhaltigkeit in umfassendem Sinne. Auch das ist Heimatliebe. Heimatliebe ist Solidarität und Engagement für unser Gemeinwesen (Unruhe – Glocke) und damit festes Fundament unserer starken Heimat Nordrhein-Westfalen. Es ist nicht selbstverständlich, Heimat zu haben. Das wissen insbesondere diejenigen, die aufgrund von kriegerischen Ereignissen ihre Heimat haben verlassen müssen. Wenn Sie die Berichterstattung aus der Ukraine verfolgen, dann wissen Sie, dass die Russen ihren Angriffskrieg unverändert fortsetzen. In der vergangenen Woche wurden Menschen interviewt, die aus dem Donbass geflüchtet sind. Sie haben gesagt: Wir sind so lange geblieben, weil das unsere Heimat ist. – Niemand verlässt seine Heimat gerne, und deswegen ist sie nichts Selbstverständliches. Heimat bedeutet aber auch, Verantwortung für die Gestaltung des eigenen Umfelds zu haben. Heimat zu bewahren, bedeutet nicht, sie zu konservieren; dafür bin ich der Landesregierung Nordrhein-Westfalen seit 2017 dankbar. Heimat zu bewahren, bedeutet, sie offen für Neues zu halten, denn Heimat ist die Brücke zwischen den Menschen verschiedener Herkunft und keine Grenze. Das ist unser Verständnis von Heimat in Nordrhein-Westfalen seit 2017 und im Jahr 2025. Landtag Vor dem Hintergrund bin ich den regierungstragenden Fraktionen dankbar, dass sie diesen Antrag eingebracht haben und ermöglichen, uns noch einmal neu auf „Starke Heimat Nordrhein-Westfalen“ zu fokussieren. Das hat auch nichts, Herr Abgeordneter Moor, mit den Kommunen und der Stellung der Kommunen zu tun, weil sich „Starke Heimat Nordrhein-Westfalen“ an Vereine, an Organisationen, an Ehrenamtliche richtet, die in zigtausendfacher Weise jeden Tag das Gesicht von Heimat in Nordrhein-Westfalen, unserem wunderbaren Bundesland, sind. Heimat ist die Chance, das Verbindende zu betonen und das Trennende zu überwinden. So verstehen wir Heimat in Nordrhein-Westfalen, und so soll sie gefördert werden. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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