Florian Braun
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben eindrucksvoll vernommen, dass wir allesamt den Weg richtig finden, den Nordrhein-Westfalen geht und den wir in Deutschland gehen, KI im Bildungsalltag einzubeziehen und noch stärker einzubeziehen. Wir haben in einigen Redebeiträgen ebenso gehört, dass es noch Fragezeichen gibt, wir Dinge miteinander diskutieren müssen und Dinge sich weiterentwickeln. Die Grundlage für die heutige Debatte ist der Antrag der FDP. Wenn die FDP einen Antrag stellt, ist der erste Impuls doch: (Franziska Müller-Rech [FDP]: Ablehnen!) freier Wettbewerb nach vorne; beste Lösungen; Dynamik digitaler Werkzeuge nutzen. (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) 06.11.2025 Dann liest man diesen Antrag, in dem steht: zentrale, standardisierte Bereitstellung. – Das ist so ziemlich das Gegenteil davon, wie man einen konstruktiven Wettbewerb gestalten kann, um digitale Werkzeuge an Schule zu nutzen, (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) gerade wenn wir an dem Punkt angekommen sind, über den wir uns gerade ausführlich unterhalten haben. Betrachten wir diesen Weg. Frau Ministerin Feller hat es gerade genannt: Ende 2022 ist ChatGPT gestartet. Was alles ist allein seitdem passiert? Stündlich bzw. minütlich werden neue spannende KI-Tools aus dem Boden gestampft, mit denen auch Unterrichtseinheiten attraktiver gestaltet werden können. Nun soll das Land sagen: Diese drei bis fünf zentralen Tools rollen wir aus. Diese und keine anderen dürft ihr nutzen. – Das wäre genau das Gegenteil von dem, was Sie eigentlich – inhaltlich korrekt – erreichen wollen. Daher darf ich noch einmal darauf hinweisen: Was Sie fordern, hemmt Innovation, Kreativität und auch die Freiheit der Lehrkräfte. (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) In Ihrem Antrag adressieren Sie sehr konkret die Frage der Whitelist. Wenn wir uns auf den Weg machten, jedes neue Produkt aus den Schuppen von Startups und Co. erst einmal zentral zu prüfen und auf Whitelists zu schreiben, (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) würde auch das zu dem genauen Gegenteil führen. Das würde all das nur verzögern. Natürlich ergeben solche Gedanken zu Whitelists Sinn, wenn wir zum Beispiel über die Frage von Textverarbeitungsprogrammen usw. diskutieren. Die Diskussion haben wir sowohl im Plenum als auch im Ausschuss schon ausführlich geführt. (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) Ich bin durchaus dabei: Das ist ein interessanter Ansatz, um zu schauen, wie man Schulen etwas mit an die Hand geben kann, an dem sie sich orientieren können. (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]: Da- rum geht’s!) Im Bereich der KI-Anwendungen aber ist es schlicht nicht konstruktiv. Was also stattdessen? Wir brauchen Leitplanken. Wir brauchen die Skills der Lehrerinnen und Lehrer. Vor allem brauchen wir die pädagogische Motivation von Lehrkräften, ihre Unterrichtseinheiten regelmäßig weiterzuentwickeln sowie initiativ und intrinsisch mit KI-Anwendungen zu unterfüttern. Landtag Ich will kurz auf Frau Kollegin Engin eingehen. Natürlich ist es immer toll, wenn man Dinge vom Land zur Verfügung gestellt bekommt und wenn alles noch und nöcher finanziert ist. All das wird ohne dieses Engagement und diese Motivation der Lehrkräfte trotzdem nicht zum Ziel führen. Das ist das eigentlich Wichtige. (Zurufe von Dilek Engin [SPD] und Franziska Müller-Rech [FDP]) Dann können KI-Anwendungen diesen Mehrwert im Unterrichtsalltag auch heute schon liefern. Darauf sind wir angewiesen. Wenn wir uns an den Schulen umschauen, dann sehen wir einen sehr hohen Grad an Motivation und an Engagement. (Dilek Engin [SPD]: Aber wenn die Lehrkraft kein iPad hat, wie soll sie die KI dann nutzen?) – Wenn Sie etwas sagen wollen, dann können Sie sich sicherlich einklinken und eine Zwischenfrage stellen. Frau Kollegin, ich habe eben vernommen, dass dieses Engagement erst dann zum Tragen komme, wenn das Land noch zig Werkzeuge zur Verfügung stelle. – Das ist nicht der Grund, sondern der Grund ist, dass Lehrkräfte für sich genommen willens sind, KI in den Unterricht einzubringen. Das erleben wir heute schon tagtäglich. Das Schöne daran ist, dass man Unterrichtseinheiten mit all der Kreativität weiterentwickeln kann. Wir haben die …
