Dorothee Feller
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Künstliche Intelligenz verändert unsere Welt sehr rasant. Wir können heute noch gar nicht absehen, wie die Welt von morgen und übermorgen im Rahmen der Künstlichen Intelligenz aussehen wird. Ich glaube, es wird auch noch eine gesamtgesellschaftliche Debatte bleiben – sie ist auch erforderlich –, welche Risiken, welche Vorteile wir mit Künstlicher Intelligenz verbinden. Auch die Schule wird hier ihre Rolle spielen. Wir werden selber Lehrkräfte, die KI-Kompetenz vermitteln müssen, im Bereich der KI-Themen fitmachen müssen. Wir werden Schülerinnen und Schülern die Landtag entsprechende Kompetenz vermitteln müssen. KI-Tools werden wir auch dafür gebrauchen können, die Verwaltung in Schule zu verschlanken und insoweit auch die Lehrkräfte zu entlasten. Das Bild, das hier aber gezeichnet wird, als ob in unseren Schulen noch mit Kreide gearbeitet wird, ist schlichtweg falsch und wird den Lehrkräften, die an unseren Schulen arbeiten, nicht gerecht. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Als ChatGPT im vierten Quartal 2022 das Licht der Welt erblickt hat, waren viele überrascht. Man wusste, dass an solch einer Möglichkeit der Künstlichen Intelligenz, an einem solchen Tool gearbeitet wird, aber dass es so plötzlich da war, hat viele auch in der Wissenschaft überrascht. Wenn man schaut, welche Varianten wir mittlerweile von ChatGPT haben, dann wird deutlich, wie rasant die Entwicklung in diesem Bereich ist. ChatGPT hat im vierten Quartal 2022 das Licht der Welt erblickt. Im Januar 2023 hat Nordrhein-Westfalen schon die erste Handlungsleitlinie im Umgang mit Künstlicher Intelligenz an Schulen veröffentlicht. Damit ist Nordrhein-Westfalen Vorreiter und hat daher die Federführung im Rahmen der Bildungsministerkonferenz, weiter an diesem Thema zu arbeiten. Daher hinken wir hier nicht hinterher. Vielmehr haben wir bereits die wesentlichsten Punkte in einem Handlungsleitfaden festgehalten. Dieser Handlungsleitfaden ist auch wichtig. Es ist nämlich nicht so, dass unsere Schulen, unsere Schulleiter, unsere Lehrkräfte in den Schulen ohne Konzept unterwegs sind. Das ist einfach falsch. Dieser Handlungsleitfaden ist genau der Rahmen, in dem sie sich bewegen und der ihnen wichtige Hinweise gibt. Daher ist auch das Bild, das hier gezeichnet wird, falsch. Es ist wichtig, unsere Lehrkräfte im Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu schulen. Denn sie müssen unseren Kindern, unseren Schülerinnen und Schülern die Kompetenz weitervermitteln. Daher ist es wichtig, dass sie wissen, was sich hinter Künstlicher Intelligenz verbirgt, welche Vor- und Nachteile man dadurch hat. In diesem Monat startet unsere groß angelegte Fortbildungsinitiative für alle Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen und das gesamte im Landesdienst stehende pädagogische Personal, unsere KI-Skilling-Initiative, mit der wir allen Lehrkräften in Nordrhein-Westfalen das Angebot machen, sich im Bereich „KI“ informieren und fortbilden zu lassen. Natürlich sind das Thema „Künstliche Intelligenz“ und der Umgang damit fester Bestandteil des Vorbereitungsdienstes in Nordrhein-Westfalen. Unsere jungen Lehrkräfte, unsere LAAs, die jetzt in der Ausbildung sind, werden schon von vornherein mit diesem Thema vertraut gemacht. Ihnen wird auch beigebracht, wie sie damit umgehen. 06.11.2025 Ich will gerne noch einmal die Gelegenheit nutzen, um auf etliche Maßnahmen einzugehen, die wir bereits in Nordrhein-Westfalen eingeführt und angestoßen haben. Ja, es gibt die ländergemeinsame und für den Bildungskontext konzipierte KI-Chatbot-Anwendung telli. Natürlich werden wir sie in Nordrhein-Westfalen anwenden, denn das haben wir auf der Bildungsministerkonferenz gemeinsam beschlossen und der Chatbot ist im Auftrag der Bildungsministerkonferenz entwickelt worden. Natürlich werden wir sie hier genauso zur Anwendung bringen, wie es in den anderen Bundesländern schon passiert ist. Dieses Verfahren ist aber gerade in der Mitbestimmung. Wir halten die Mitbestimmung in Nordrhein-Westfalen hoch, und sobald die Personalräte zugestimmt haben, wird von heute auf morgen dieses Tool auch allen Schulen zur Verfügung gestellt. Damit wissen unsere Schulen, dass sie ein datenschutzkonformes Chat-Angebot haben. Was wollen wir mehr? Das gibt doch auch Sicherheit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Zu dem Projekt KIMADU. Es tut mir immer wieder für die, die sich diesbezüglich engagieren, leid, dass das von Ihnen, Frau Müller-Rech, als „Projektchen“ dargestellt wird. Das ist einfach schlichtweg falsch; das muss ich einmal so deutlich sagen. (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) 25 Schulen arbeiten daran. Erstens. Schulen verwenden schon andere KI-Projekte. Es geht doch nicht nur um dieses eine Projekt. Bei diesem Projekt geht es doch darum: Wenn wir als Land von einem Projekt sagen wollen: „Das ist das Richtige“, dann müssen wir doch wissen, dass nicht nur eine entsprechende Technik dahintersteckt, sondern dass es auch lernförderlich ist. Darum geht es doch. Für das Projekt haben sich 25 Schulen mit ihren Lehrkräften und vor allem auch mit den Schülerinnen und Schülern bereit erklärt, mit der Universität Siegen genau auszuprobieren, wie es gelingt, eine weitere „künstliche“ Lehrperson an der Seite zu haben, und welche Fragen ihr gestellt werden können. Es geht doch nicht darum, dass der Schüler oder die Schülerin der Künstlichen Intelligenz den Befehl gibt: Gib mir mal die Antwort auf die Aufgabe. – Darum geht es doch gar nicht. (Franziska Müller-Rech [FDP]: Das hat doch niemand behauptet!) Wir müssen den Lernprozess abbilden. Es geht darum, welche Fragen einer solchen Künstlichen Intelligenz, einem solchen Chatbot gestellt werden können. Das wird entwickelt. All diese Erkenntnisse werden peu à peu an alle Schulen weitergegeben, damit sie davon profitieren. Landtag
