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Andreas Bialas

SPD 05.11.2025 Sitzungen 18/105

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Filmkultur in Nordrhein-Westfalen ist gut und wichtig. Sie muss dies bleiben können und muss sich entwickeln können. Hierzu gehört nicht nur die Erschaffung von Produkten, also den Filmen, sondern auch die Vermittlung und die Bildung. Kaum ein anderer Kulturbereich verfügt aufgrund der Kinolandschaft bereits über so zahlreiche Verortungsmöglichkeiten wie der Film. Filme ermöglichen durch ihren ästhetischen Charakter, aber auch nicht zuletzt aufgrund ihres unterhaltsamen Charakters eine sehr gute Zugänglichkeit, gerade für Kinder und Heranwachsende. Es ist immer wichtig, die Magie von laufenden Bildern, deren Inhalte und Zielsetzungen verstehen und reflektieren zu können. Welt mittelbar aufnehmen und Welt dennoch in ihrem Facettenreichtum, ihrer Ambivalenz und ihrer Vielschichtigkeit reflektieren und im günstigsten Fall verstehen zu können, dabei mündig zu bleiben oder zu werden, ist mehr und mehr Herausforderung und Bildungsaufgabe eben auch der Filmkultur. Filmkultur und Filmbildung fördern Medien-, Filmund interkulturelle Kompetenzen, stärken die Demokratie und ermöglichen Teilhabe. Gerade für junge Menschen können Filmkultur und Filmbildung einen Beitrag zu einem selbstbestimmten Leben leisten. Andersherum: Filmbildung kann vor der Verführbarkeit und der bewussten Instrumentalisierung für spezifische Zwecke durch filmische Beiträge retten. Die Potenziale der Filmkultur und der Filmbildung sind bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Ich wage einmal die Aussage: Da ist noch ganz viel unbearbeiteter Acker. Daher ist es wichtig, diese eher Nische im Bereich der Kulturförderung nicht nur stärker in den Blick zu nehmen, sondern auch in die Entwicklungsund am besten in die Förderpraxis aufzunehmen. Ein kurzer Satz zum Kulturhaushalt 2026: Sie wissen, dass ich gerne umfangreich kritisiere. Nun ist der Haushalt nicht nur keiner Kürzung mehr unterworfen, er wird den letzten Verlautbarungen nach sogar angehoben. Bei diesen Beträgen muss man deshalb nicht zwingend besoffen vor Glück werden, aber es ist eine sehr gute Entscheidung. (Beifall von der CDU und Frank Jablonski [GRÜNE]) Die Erhöhung zeigt einen richtigen und wichtigen Trend, der Hoffnung macht: Gerade wenn es schwer wird, wird eben nicht bei der Kultur gespart; sie wird gestärkt, ihr Haushalt wird erhöht. Das ist neben dem Geld ein wichtiges Signal, eine wichtige Botschaft. Vielen Dank dafür. 05.11.2025 Dass sich daran geknüpft natürlich auch Hoffnungen ranken, braucht wohl kaum jemand zu erwähnen. Und Sie, liebe Frau Ministerin, werden nun wohl auch genügend Vorschläge zum Geldausgeben erhalten. (Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wis- senschaft: Ja!) Meinen möchte ich da nicht zurückhalten. (Heiterkeit von Elisabeth Müller-Witt [SPD]) Mein Vorschlag wäre, mit dem Mehr an Geld gezielt die freie Szene, die kulturelle Bildung und nicht zuletzt auch hier die Filmkultur zu stützen. Insgesamt gilt in der freien Szene und gerade in der Filmkultur: Stabilität und Verlässlichkeit sind grundlegende Notwendigkeiten. Dazu gehören die Beachtung zeitlicher Vorläufe, die Verlässlichkeit im Förderportfolio, die Dynamisierung der Förderprogramme, die Unterstützungsleistungen in der Vernetzung und Kooperation, gerade mit anderweitigen Bildungsträgern, und dazu gehört auch die Weiterentwicklung des Programms „Filmbildung und Kino“ unter Berücksichtigung der Handlungsempfehlungen der Evaluation. Wir regen eine umfangreichere Filmbildungsstrategie an. Zahlreiche Unterpunkte finden sich im Antrag. Ich würde mich freuen, das Thema umfangreicher und vertieft im Ausschuss zu behandeln. Es ist ein wichtiges, bisher nicht zwingend üppig betrachtetes oder üppig gefördertes kulturelles Feld – es macht unter 1 % des Kulturhaushaltes aus –, welches der kulturpolitischen Durchdringung und der besseren haushalterischen Förderung harrt. – Ich danke Ihnen. (Beifall von der SPD)

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