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Christian Obrok

SPD 05.11.2025 Sitzungen 18/105

Machen wir nachher. Wir als SPD sagen: Forschung ja. Aber wir versprechen keine Wunder. Nordrhein-Westfalen ist stark in der Forschung; das wurde gerade schon gesagt. Hier sind die Orte Jülich, Aachen, Bochum, Düsseldorf und Münster zu nennen. Dort arbeiten tatsächlich einige der klügsten Köpfe der Welt an der Technologie von morgen. Aber Politik muss eben auch ehrlich bleiben. Denn Kernfusion wird unsere realen energiepolitischen Herausforderungen bis zur Mitte des Jahrhunderts wahrscheinlich nicht lösen. Wenn die FDP im Antrag schreibt, die Kernfusion könnte die Erneuerbaren – so haben Sie es gerade auch ausgeführt – sinnvoll ergänzen, dann muss man aber wirklich sagen: Dafür müsste die Kernfusion erst einmal existieren. Wenn ein erster Fusionsreaktor irgendwann in Deutschland entsteht, so wie es im Koalitionsvertrag auf Bundesebene und jetzt auch in diesem Aktionsplan der Bundesregierung formuliert ist, dann sind wir natürlich dabei. Aber insgesamt brauchen wir etwas mehr Realismus und ein Weniger an energiepolitischem Hollywood. Die Forscher vom DIW bringen es noch einmal auf den Punkt: Milliarden in hypothetische Fusionskraftwerke zu investieren, ist keine Lösung. Die öffentliche Förderung sollte sich auf anwendungsorientierte Forschung konzentrieren. Landtag Genauso sollten wir das tun – und natürlich gleichzeitig bei Investitionen in Netze, Speicher, Wasserstoff, Windkraft und Photovoltaik vorne dabei sein, also in all das, was bereits heute und morgen funktioniert. Das ist Energiepolitik, die seriös ist. Unser Industrieland steht energiepolitisch vor großen Herausforderungen. Die Grundstoff- und die Chemieindustrie, der Maschinenbau und die Rechenzentren, die hier neu entstehen, brauchen alle saubere, sichere und bezahlbare Energie. Aber sie brauchen sie eben jetzt und nicht erst in 30, 40 oder 50 Jahren. Darum sagen wir: Die Kernfusion ist eine spannende Perspektive, aber keine kurz- oder mittelfristige Lösung für hohe Strompreise und schon gar nicht für die Millionen Menschen, die heute ihre Stromrechnung bezahlen müssen. Wir freuen uns sehr auf die Diskussion im Ausschuss; denn das ist ein wiederkehrendes Thema, vielleicht auch mit neuen Erkenntnissen. Der Überweisung stimmen wir natürlich gerne zu. Aber NRW braucht keine energiepolitische Wundertüte, sondern Realismus und Gestaltung der Wirklichkeit. Zum Ende der Rede möchte ich noch einmal Doc Brown aus dem Film „Zurück in die Zukunft III“ – groß unterschätzt – zitieren. Da sagt er am Ende: „Your future hasn’t been written yet. No one’s has. Your future is whatever you make it. So make it a good one.“ Vielen Dank. (Beifall von der SPD)

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