André Kuper
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich heiße Sie alle herzlich willkommen zu unserer heutigen, 105. Sitzung des Landtags von Nordrhein-Westfalen in dieser Legislaturperiode. Mein Gruß gilt auch den Gästen auf der Besuchertribüne, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Medien sowie den Zuschauerinnen und Zuschauern an den Bildschirmen. Für die heutige Sitzung haben sich elf Abgeordnete entschuldigt; die Namen werden in das Protokoll aufgenommen. (Präsident André Kuper tritt an das Redepult.) Liebe Kolleginnen und Kollegen, am 18. Oktober ist unser geschätzter und beliebter Kollege Marc Lürbke im Alter von nur 48 Jahren verstorben, für viele von uns unerwartet, plötzlich, obwohl wir wussten, dass er gegen eine schwere Erkrankung kämpfen musste. Von seinem Tod erfahren zu müssen, hat mich persönlich und all jene tief getroffen, die ihn kannten und die ihn schätzten – als Kollegen im Parlament, als fairen politischen Wettbewerber, als Ratgeber, als Freund und Wegbegleiter. Erst vor wenigen Wochen, Anfang September, hat er seine Erkrankung öffentlich gemacht. Es war ein mutiger, ein mutmachender, ein selbstbewusster Schritt, geprägt nicht zuletzt von seinem Optimismus, der ihn bis fast zuletzt hat hoffen lassen. Aber es sollte nicht sein. Am vergangenen Dienstag hat seine Fraktion im Raum der Stille Abschied von Marc genommen. Heute erinnern uns die Blumen auf seinem Platz an sein Leben und Wirken, an all das, wofür er sich hier im Parlament mit Leidenschaft, Verantwortung und Augenmaß eingesetzt hat. Seit 2012 gehörte Marc Lürbke dem Landtag an, wiederholt gewählt über die Landesliste seiner Partei, der FDP. Geboren wurde er 1977 in Arnsberg. Seine persönliche Heimat fand er schließlich in Paderborn und damit in Ostwestfalen. Er war liberal in seinem Denken und politischen Handeln, und er war unnachgiebig, wenn es darum ging, unseren Rechtsstaat und die parlamentarische Demokratie zu schützen und zu stärken. So engagierte sich Marc Lürbke unter anderem als innenpolitischer und integrationspolitischer Sprecher sowie stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion, in den parlamentarischen Untersuchungsausschüssen zur Kölner Silvesternacht und zum Terroranschlag von Solingen und als Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums für den nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz. Liebe Kolleginnen und Kollegen, sosehr wir alle auch in unserem politischen wie persönlichen Handeln da-05.11.2025 rauf bedacht sind, Zukunft zu planen, der viel zu frühe Tod unseres Kollegen Marc Lürbke erinnert uns schmerzvoll daran: Das Leben ist nicht immer planbar. Es bleibt oft unvorhersehbar, und es bleibt auch unergründlich. Gefragt nach seinem persönlichen Lieblingsbuch hat Marc Lürbke in der Parlamentszeitschrift Landtag Intern geantwortet: „‚Per Anhalter durch die Galaxis‘ von Douglas Adams – weil es zeigt, wie absurd und gleichzeitig wunderbar das Leben ist.“ Meine Damen und Herren, vor den Türen des Plenarsaals liegt ein Kondolenzbuch aus für persönliche Worte des Abschiednehmens und für Worte des Trostes an die Familie, die Marc Lürbke hinterlässt und an die wir auch an dieser Stelle mitfühlend denken. Für unser stilles Gedenken an Marc Lürbke bitte ich Sie nun, sich von Ihren Plätzen zu erheben. (Die Anwesenden erheben sich von ihren Plät- zen.) – Vielen Dank. (Präsident André Kuper nimmt wieder Platz.) Vor Eintritt in die Tagesordnung: Alle fünf im Landtag vertretenen Fraktionen haben sich zwischenzeitlich darauf verständigt, den neuen Tagesordnungspunkt 20, Wahlvorschlag der Fraktion der SPD mit dem Titel „Wahl eines stellvertretenden Mitglieds des Rundfunkrats des Westdeutschen Rundfunks Köln“, Drucksache 18/16306, zu behandeln. – Hiergegen sehe ich keinen Widerspruch. Dann verfahren wir so, und die nachfolgenden Tagesordnungspunkte verschieben sich entsprechend. Ich rufe auf: 1 Jugendkriminalität in Nordrhein-Westfalen – Resignation ist keine Strategie! Aktuelle Stunde auf Antrag der Fraktion der FDP Drucksache 18/16295 In Verbindung mit: Kinder- und Jugendkriminalität in NRW nimmt zu Aktuelle Stunde auf Antrag der Fraktion der AfD Drucksache 18/16296 Die Fraktion der FDP und die Fraktion der AfD haben jeweils mit Schreiben vom 3. November gemäß § 95 Abs. 1 der Geschäftsordnung zu einer aktuellen Frage der Landespolitik eine Aussprache beantragt. Landtag Ich eröffne die Aussprache. Für die FDP spricht als Erster ihr Abgeordneter Herr Hafke.
