André Kuper
Danke, Herr Dr. Beucker. – Für die Landesregierung spricht Frau Ministerin Brandes. Ina Brandes*), Ministerin für Kultur und Wissenschaft: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr verehrte Damen und Herren! Die Rede meines Vorredners hat uns wieder bewiesen, wie wichtig Wissenschaftskommunikation ist. Das wussten wir vorher, aber wir haben es gerade noch einmal gehört. Ich will gar nicht inhaltlich einsteigen und auf die Bedeutung dieses Themas eingehen, weil wir uns darüber, glaube ich, alle einig sind. (Zuruf von Sven Werner Tritschler [AfD]) Die große Debatte, die wir gerade führen, ist: Brauchen wir neue Strukturen, um Wissenschaftskommunikation in Nordrhein-Westfalen weiterzuentwickeln? Es wird niemanden ernsthaft überraschen, dass ich sage: Nein, weil ich tatsächlich der Auffassung bin, dass der große Erfolg der Wissenschaftslandschaft in Nordrhein-Westfalen, der sich dieser Tage im Grunde genommen wöchentlich bestätigt, darauf zurückzuführen ist, dass wir der Wissenschaft so große Freiräume geben und dass wir so wenig zentrale Koordinierungsmechanismen einziehen, wo sich Menschen miteinander abstimmen und Dinge auf Linie bringen müssen, die eigentlich dezentral wunderbar laufen. Dabei würde ich es auch sehr gerne belassen. Ich bin tatsächlich überzeugt davon, dass das System sehr gut und über die letzten 15 Jahre immer besser darin geworden ist, zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Ein schönes Beispiel dafür haben einige von uns in der vorletzten Woche bei einer, wie ich fand, sehr guten Veranstaltung der Akademie der Wissenschaften und Künste erlebt, die sich mit der Landesrektorenkonferenz und der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft zusammengetan und eine gemeinsame Veranstaltungsreihe zur Wissenschaftskommunikation ins Leben gerufen hat. Wir haben uns auf einem sehr hochrangig besetzten Panel mit der Frage beschäftigt: Was macht eigentlich die geopolitische Situation mit unserer Wissenschaftsfreiheit und mit unserer Wissenschaftslandschaft? Das war das erste Mal, dass diese Institutionen in dieser Kombination zusammengekommen sind und gesagt haben: Wissenschaftskommunikation ist wichtig. Wir müssen uns mit diesen Inhalten beschäftigen. Wir müssen einer breiten Öffentlichkeit Zugang zu dieser Diskussion und zu diesem Wissen geben. Es war eine sehr interessante und auch sehr gut besuchte Veranstaltung und ein Beweis dafür, dass die Landschaft völlig alleine in der Lage ist, sich zusammenzufinden, solche Formate zu entwickeln und etwas zu tun, was Sinn hat und was uns alle weiter-Landtag bringt. Die brauchen nicht uns, die wir ihnen erklären, wie sie ihre Arbeit machen sollen. Die können das alleine, und sie haben es großartig gemacht. Ich habe großes Vertrauen darin, dass das in Zukunft so weitergehen wird. Lassen Sie uns hier dafür entscheiden, die Wissenschaft weiter zu unterstützen und zu stärken und sie nicht zu behindern. – Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
