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Dietmar Brockes

FDP 08.10.2025 Sitzungen 18/103

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ab Juni kommenden Jahres sollen Privatpersonen keine wirksamen Mittel gegen Ratten mehr einsetzen dürfen, und dass, obwohl die Situation in Nordrhein-Westfalen wirklich dramatisch ist. Ich zitiere aus dem Express: In Köln-Sülz zählen Anwohner inzwischen bis zu 100 Ratten in den Vorgärten. Selbst Kinderspielplätze sind nicht mehr sicher. In Essen-Leithe heißt es laut WAZ: Die Ratten kommen zum Frühstück. RTL schreibt: Ein Eigentümer in Essen fing bereits 47 Riesenratten, jede so groß wie ein Kaninchen. (Lachen von Zacharias Schalley [AfD]) In Dortmund sprechen Experten von bis zu zwei Millionen Ratten. So die Ruhr Nachrichten. (Ralf Witzel [FDP]: So ist das!) Nordrhein-Westfalen gilt inzwischen als Rattenhochburg Deutschlands. 11 % aller Schädlingsmeldungen kommen aus unserem Land. So stand es im Westfälischen Anzeiger. Jetzt kommt gleich wieder das Argument, es handle sich um ein bundespolitisches Thema, dass die Zulassung von Rodentiziden ausgesetzt werden soll. (Unruhe – Glocke) Aber, meine Damen und Herren, wir als Land können die Kommunen mit dieser Problematik – ich habe die Beispiele gerade geschildert – aber nicht alleinlassen. (Beifall von der FDP) Wir haben die Landesregierung in einer Kleinen Anfrage gefragt, wie die Lage im Land aussieht, und ich muss sagen: Die Antworten waren ernüchternd. Wie 08.10.2025 viele Ratten gibt es im Land? – Keine Aussagen. Wo sind sie vertreten? – Könne man nicht sagen. (Christian Dahm [SPD]: Wir brauchen ein Mo- nitoring! – Heiterkeit von der SPD – Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales: Ich weiß noch nicht mal, wo sie bei mir auf dem Hof sind!) Wie viele Schädlingsbekämpfer stehen bereit, um den Ausfall der privaten Schädlingsbekämpfung zu ersetzen? – Wisse man nicht. Das ist ein gefährlicher Blindflug auf Kosten von Gesundheit, Hygiene und Wohnqualität. (Beifall von der FDP) Ratten übertragen bis zu 120 Krankheiten. Eine weibliche Ratte ist nach drei Monaten geschlechtsreif und kann im Jahr bis zu 40 Junge bekommen. Die Rattenpopulationen wachsen, die Gesundheitsgefahr steigt, der Fachkräftemangel behindert eine Vollübernahme durch Profibetriebe. Die Privatbekämpfung bleibt unausweichlich wichtig. 800.000 Ratten werden jährlich allein von privaten Anwendern bekämpft. (Beifall von der FDP – Zuruf von der CDU) Deshalb fordern wir Freie Demokraten: Kurzfristig sollen die Rodentizide unter klaren Auflagen weiterhin zugelassen bleiben, um das Risiko zu minimieren und den Gesundheitsschutz zu wahren. Um es klar zu sagen: Ein sofortiger nationaler Alleingang eines Verbots wäre auch sozial unfair. Wer kann sich denn einen Kammerjäger mit Kosten von mehreren Hundert Euro pro Auftrag leisten? Mittelfristig brauchen wir den Aufbau von Strukturen, die Populationen messbar machen, Personalressourcen stärken und die Effizienz von Bekämpfungsmaßnahmen erhöhen. (Beifall von der FDP) Langfristig brauchen wir die Förderung alternativer Methoden wie digitale Fallen und neue Technologieplattformen und gleichzeitig kontinuierliche Untersuchungen, welche Instrumente in welchem Kontext am effizientesten sind. Ein einseitiges Verbot würde die Problematik nur verschärfen. Dies können wir nicht zulassen. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP)

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