Dorothee Feller
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Jeder junge Mensch – egal, welchen Geschlechts – hat ein Recht auf gute Bildung. (Zuruf von der AfD) Dies ist eines der Grundprinzipien, das an all unseren Schulen gilt und bis heute schon gelebte Praxis ist. Schülerinnen und Schüler müssen ihre Potenziale frei entfalten können, ohne von der Gesellschaft vorgeschrieben zu bekommen, was für ein Mädchen oder für einen Jungen angemessen ist. Schule muss ein Ort sein, an dem alle Kinder und Jugendlichen vorurteilsfrei gefördert und begleitet werden. Das ist das Ziel der Landesregierung, und das entspricht auch einer geschlechtersensiblen Bildung an Schulen. In dem Antrag der AfD wird jedoch behauptet, geschlechtersensible Bildung hätte einen „frauenbevorzugenden Charakter“. Das ist einfach falsch. Geschlechtersensible Bildung nimmt alle Geschlechter gleichermaßen in den Blick, ohne zu pauschalieren. Dabei werden Jungen selbstverständlich genauso in den Blick genommen und gefördert wie Mädchen. Um Schulen bei ihrer geschlechtersensiblen Bildung zu unterstützen, haben wir erst kürzlich eine Handreichung zur geschlechtersensiblen Bildung an Schulen veröffentlicht. Zudem gibt es zahlreiche weitere Materialien und Fachtage, die wir zu diesem Thema anbieten. Auch in der Lehrkräfteausbildung und in der Lehrkräftefortbildung wird die geschlechtersensible Bildung thematisiert. In dem Antrag wird zudem behauptet, der teils hohe Frauenanteil im Lehrerberuf schade den Bildungschancen von Jungen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch eindeutig, dass das Geschlecht der Lehrkraft keine Auswirkungen auf den Schulerfolg von Kindern und Jugendlichen hat. Natürlich freuen wir uns über jeden weiteren Kollegen – insbesondere an unseren Grundschulen; einer Schulform, in der Lehrer unterpräsentiert sind. Für uns als Ministerium für Schule und Bildung ist es jedoch vor allem wichtig, so viele junge Menschen wie 08.10.2025 möglich für den Lehrerberuf zu begeistern, unabhängig von ihrem Geschlecht. Um die Leistungen aller Kinder und Jugendlichen zu stärken, braucht es eine Bildungslandschaft, die einschränkende Geschlechterrollen kritisch reflektiert und die individuellen Potenziale jedes einzelnen jungen Menschen fördert, egal welchen Geschlechts. Gute Bildungschancen erhöhen wir durch gute Lehrkräfte, ganz gleich welchen Geschlechts. Dafür steht auch unsere sehr erfolgreiche Kampagne „Was ist deine Lehrkraft?“, mit der wir bereits Hunderte junge Frauen und Männer für den Lehrerberuf gewinnen konnten und in Zukunft noch weitere gewinnen werden. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
