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Christian Loose

AfD 19.09.2025 Sitzungen 18/102

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Während Rentner ihre Armut durch Flaschensammeln reduzieren müssen, verschwendet die Landesregierung ihr Geld für Champagner. Wasserstoff ist der Champagner der Energiewende. Er prickelt gerne beim Öffnen, wenn man die Flasche aufmacht, sieht schick aus, ist aber ein Produkt für die Reichen, die sich diesen Luxus leisten können. Die Champagnerpolitik der Regierung erinnert an den Spruch: Wenn die Armen kein Brot haben, sollen sie halt Kuchen essen. Wenn die Champagnerflaschen allerdings zu lange offen stehen, dann verschwindet das Prickeln. Die Kohlensäure, also das CO , verfliegt. So verfliegen auch die Träume der Wasserstoffprojekte der Regierung. Während thyssenkrupp in Duisburg eigentlich einen Kessel auf Wasserstoff umbauen sollte, schließt es lieber einen Kessel. 19.09.2025 ArcelorMittal ist da schon weiter. Sie haben den Umbau ihres Stahlwerks von vornherein eingestellt, obwohl ihnen 1,3 Milliarden Euro an Subventionen zugestanden hätten, denn ArcelorMittal kann rechnen. Der Stahlpreis würde sich mit der Wasserstofftechnologie fast verdoppeln; das Ende für ArcelorMittal. Weiter geht's: Der Lausitzer Energiekonzern LEAG wollte in Boxberg ein Wasserstoffkraftwerk bauen und selbst Wasserstoff herstellen. Nun liegen die Pläne trotz einer Subventionszusage von 58 Millionen Euro von der EU auf Eis. „Zu teuer und unkalkulierbar“, sagt das Unternehmen. Bielefeld, das es eigentlich gar nicht gibt: Oh doch, in Bielefeld hat die städtische Müllabfuhr ein Wasserstoffmüllauto gekauft – natürlich subventioniert durch die Gelder unserer Bürger. Tanken darf das Müllauto in Bielefeld aber nicht, obwohl es dort eine Wasserstofftankstelle gibt, denn diese Wasserstofftankstelle – auch subventioniert – darf natürlich nur von öffentlichen Bussen und nicht von diesem Müllauto genutzt werden. Deswegen fährt dieses Müllauto zum Tanken nach Rheda-Wiedenbrück. In Herten sollte Wasserstoff in einem blauen Biomasseturm hergestellt werden. Das Projekt wurde nach Verschwendung von mehreren Millionen Euro eingestellt. Beim von Energiewendeträumern genannten Erfolgsprojekt SmartQuart setzte man auf einen Elektrolyseur, um Wasserstoff herzustellen. Doch der war immer wieder kaputt. Nach Monaten wurde das Projekt eingestellt und in der Zwischenzeit wurde der Wasserstoff transportiert – mit einem Diesel-LKW. Auch H2 MOBILITY schließt nun 22 Wasserstofftankstellen in Deutschland – etwa jede fünfte ihrer Tankstellen – und der Autokonzern Stellantis stellt die Entwicklung von Wasserstoffbrennstoffzellen ein, also: keine Tankstellen, keine Autos. Im Mai wurden bei 240.000 Autos insgesamt in Deutschland ganze zehn Brennstoffzellenautos zugelassen. Sehr geehrte Damen und Herren, Ihre Wasserstoffblase ist geplatzt, könnte man als vernünftiger Mensch denken. Aber nun gut, Sie machen trotzdem weiter – es ist ja nicht Ihr Geld, sondern nur das Geld der Bürger, was Sie da verschwenden. Jetzt sollen 71 Gaskraftwerke gebaut werden, die dann mit grünem Wasserstoff angetrieben werden. Dieser grüne Wasserstoff soll von Elektrolyseuren, die es nicht gibt, aus überschüssigem Strom von Wind und Sonne erzeugt werden und in ein Netz eingespeist werden, welches es nicht gibt. Alternativ soll dann der grüne Wasserstoff über Schiffe, die es nicht gibt, aus Lieferländern herbeigeschafft werden, die es ebenfalls nicht gibt. Nun gut, die Lieferländer, so glaubt die Landesregierung, könnten auch Länder in Afrika sein – Länder, die nicht einmal über genügend Strom für die eigene Bevölkerung verfügen. Diese sollen jetzt aber nicht Strom für die eigene Bevölkerung produzieren, sondern in Landtag Elektrolyse Wasserstoff für das Erste-Welt-Land Deutschland. PS: Afrika – wenig Wasser, und für die Wasserstoffherstellung brauchen Sie Wasser. Viel Glück dann im Kampf mit der afrikanischen Bevölkerung, die sich über diesen Kolonialismus freuen wir. Aber nehmen wir an, Sie könnten die Afrikaner ausbeuten. Sie könnten den Wasserstoff dann über die Meere nach Deutschland schippern. Sie hätten sogar schon Leitungen dafür gebaut. Dann würde der damit in Gaskraftwerken hergestellte Strom 17 Cent pro Kilowattstunde kosten. Die Industrie braucht 5 Cent. Die werden sich darüber sehr freuen. Sie sehen: Wir brauchen keine Subventionen für Ihre rosa-roten Klimaträumereien. Grundstoffforschung gerne, aber keine weitere Verschwendung! Wir stehen für Freiheit, Wohlstand und Vernunft. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

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