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Susanne Schneider

FDP 19.09.2025 Sitzungen 18/102

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ja, der Fachkräftemangel in unserem Land ließe sich sehr einfach beheben, wenn jede Mutter einen vernünftigen Betreuungsplatz für ihr Kind hätte und sich darauf verlassen könnte, dass das Kind gut versorgt ist, während sie arbeitet. Dann hätten wir schon ein Problem weniger. (Beifall von der FDP) 19.09.2025 Ich frage mich bei dem Beitrag von Frau Wendland, ob sie den Antrag überhaupt gelesen hat. (Simone Wendland [CDU]: Ja!) Es geht hier nicht um Mehrarbeit, es geht auch nicht um Altersarbeit oder darum, wer wie lange arbeitet. Die FDP-Position dazu ist eindeutig. Wir wollen, dass die Menschen arbeiten, so lange sie wollen. (Anja Butschkau [SPD]: So ist das!) Wenn jemand früher aufhören will, dann soll er früher aufhören, wenn er länger arbeiten will, dann soll er länger arbeiten. Hier geht es darum, dass Frauen aktiv an der Berufstätigkeit gehindert werden. (Zuruf von Anja Butschkau [SPD]) Das scheint auch der Landesregierung egal zu sein. Das hat man heute Morgen in der Debatte gesehen, (Beifall von der FDP) und das haben wir gerade noch einmal gesehen, als der zuständige Minister am Ende der Rede der zweiten Rednerin ins Plenum kam. Das empfinde ich als eine Respektlosigkeit gegenüber dem Parlament. (Beifall von der FDP) Wir alle wissen, dass es gerade Mütter schwer haben, Familie und Beruf zu vereinbaren. Wenn im Haushalt ein minderjähriges Kind lebt, so ist die Mutter nur in zwei Dritteln der Fälle erwerbstätig, und nur ein gutes Viertel der Mütter arbeitet in Vollbeschäftigung. Die Care-Arbeit wird immer noch vorrangig von Frauen erledigt. Frauen arbeiten beinahe doppelt so lange im Haushalt wie Männer, Elterngeld dagegen beziehen überwiegend die Mütter und nicht die Väter. Wenn wir in Nordrhein-Westfalen die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit sichern wollen, dann müssen wir die Erwerbstätigkeit von Frauen stärker in den Fokus rücken. Auch neue Wege sollten wir hier ausprobieren. Eine neue Strategie darf aber nicht einfach nur auf neue Gremien oder Programme zeigen. Neue Programme bedeuten oft mehr Verwaltung, wenn nicht klar geregelt wird, welche Mittel zusammengeführt oder gestrichen werden. Doppelstrukturen müssen unbedingt vermieden werden, sonst entsteht neue Bürokratie und Zuständigkeiten verschwimmen, ohne dass sich etwas an der Erwerbstätigkeit von Frauen ändert. Das Ziel des Antrags, die Erwerbsquote von Frauen in NRW bis 2030 mindestens um 5 % zu steigern, ist durchaus ambitioniert. Es wird allerdings nicht konkret ausgeführt, wie dieses Ziel erreicht werden soll und wer eigentlich agieren soll. Ebenso ist unklar, welche Ressourcen dazu verbindlich bereitgestellt werden müssen. Landtag Je nach Branche, Unternehmensstruktur und den Wertvorstellungen der Mitarbeitenden könnten sich die passenden Ansätze zur Steigerung von Arbeitszufriedenheit und Arbeitgeberattraktivität unterscheiden. Statt Maßnahmen beliebig umzusetzen, sollte gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herausgearbeitet werden, welche konkreten Elemente im jeweiligen Betrieb tatsächlich sinnvoll und wirksam sind. Maßnahmen zur Weiterbildung, zum Coaching und Aufstieg sind entscheidend. Sie müssen darauf abzielen, Arbeitskultur, Unternehmensführung und Mindset zu ändern. Entscheidend ist dabei aber auch eine offene und kontinuierliche Kommunikation über die jeweiligen Bedürfnisse und Erwartungen. Wenn männliche Vorgesetzte schon nicht verstehen, welche Belastungen durch Wechseljahre entstehen können, wird es schwer, Frauen die fortgesetzte Erwerbstätigkeit zu erleichtern. Neben neuen Programmen werden in dem Antrag auch schlicht mehr Mittel für bestehende Programme gefordert. Aber ohne Rahmenbedingungen und Bewertungen, die belastbar aufzeigen, was funktioniert und wo Engpässe liegen, drohen ineffiziente Ausgaben. Das können wir uns in Zeiten angespannter Haushaltslagen schlichtweg nicht leisten. Wir brauchen eine bessere Überprüfung und Anpassung bestehender Programme statt eines ständigen Aufblähens von Fördertöpfen. In dem Antrag werden zudem die Zielgruppen nicht ausreichend unterschieden. Die Frauen sind eben keine homogene Gruppe; es gibt Alleinerziehende oder Frauen mit Migrationshintergrund. Da bleibt der Antrag doch etwas oberflächlich. Wir halten es für zielführend, an falschen Rollenbildern zu arbeiten. Festgefahrene Gedankenmuster können so endlich geöffnet werden. Ich verweise hier zum Beispiel auf den FDP-Antrag „Mehr Gründerinnen und Unternehmerinnen in Nordrhein-Westfalen: Gründungsklima für Frauen verbessern!“. Die Anhörung im September 2024 hat aufgezeigt, dass es eindeutig mehr weibliche Vorbilder und Netzwerke braucht, die vor allem präsenter und sichtbarer in der Öffentlichkeit auftreten müssen. Im Schulfach Wirtschaft können Unternehmerinnen aus ihrem Alltag erzählen und insbesondere Schülerinnen damit zeigen, dass Unternehmertum und Selbstständigkeit eine attraktive Berufsalternative sind. Wir müssen endlich damit anfangen, Werdegänge abseits von bestehenden Rollenbildern zu fördern, insbesondere bei Berufen und Werdegängen im MINT-Bereich. Aber auch Quereinsteigerinnen benötigen hier Erleichterung. Der vorliegende Antrag greift ein paar tolle Punkte auf, bleibt aber vage. Daher wird sich die FDP-Landtagsfraktion hier enthalten. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP) 19.09.2025

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