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Sven Werner Tritschler

AfD 19.09.2025 Sitzungen 18/102

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! E-Sport ist eine moderne Erscheinungsform des Sports und gehört als solche anerkannt. Das ist seit Jahren die Position der AfD, die wir in verschiedenen Landtagen und im Deutschen Bundestag vertreten haben. Wir freuen uns, dass nun auch die CDU, nachdem sie vor Jahren noch das Verbot bestimmter Spiele forderte, im 21. Jahrhundert angekommen ist und zaghaft die Realitäten anerkennt. Für die Anerkennung von E-Sport als Sport spricht vieles: der Wettbewerbscharakter, der Trainingsaufwand, die hohen geistigen und körperlichen Anforderungen. Wer E-Sport ernsthaft betreibt, muss fit sein und sieht demzufolge anders als das Klischee weniger mir ähnlich als einem klassischen Athleten. Ja, es gibt sie, die Couch-Potatoes, die den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringen und ihrem Körper weder Tageslicht noch Bewegung zumuten. Aber das sind eben keine echten E-Sportler, zumindest keine erfolgreichen. Wer das als Gegenargument zur Anerkennung als Sport anführt, der kann auch bierbäuchige Fußballfans anführen, um dem DFB die Anerkennung als Sportverband abzusprechen. Dabei gibt es – das soll hier nicht verschwiegen werden – Risiken, wie bei nahezu jeder Sportart, gerade wenn sie in einem professionellen Maß betrieben wird. Denken wir an Kopfverletzungen und Hirnschäden bei Kampfsportlern, an Rückenschäden bei Radsportlern, an magersüchtige Skispringer. Kaum ein engagierter Sportler ist solchen Problemen nicht ausgesetzt. Trotzdem leben sie in der Regel gesünder als der Durchschnitt der Bevölkerung. Mit dem Vordringen und dem wachsenden Erfolg des E-Sports breiten sich natürlich auch in diesem Bereich die Degenerationserscheinungen der gesamten Sportwelt aus, Doping zum Beispiel. In der Szene ist besonders das Medikament Ritalin beliebt – ein Präparat, das aus guten Gründen in Deutschland 19.09.2025 ausschließlich auf Betäubungsmittelrezept verordnet werden darf und dessen Konsum mit erheblichen Nebenwirkungen und Risiken einhergeht. Weiterhin kämpfen weibliche E-Sportler inzwischen mit einem Problem, das wir auch in anderen Sportarten kennen: Biologische Männer, die sich als Frauen ausgeben – (Zuruf von den GRÜNEN) sogenannte Transfrauen – und die sich so einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Aber dazu findet sich kein Wort in Ihrem Antrag, meine Damen und Herren, … (Zuruf von den GRÜNEN) – Ja, schreien Sie nur! … in dem ja so viel von Geschlechtergerechtigkeit die Rede ist. Spätestens seit dem Mord an Charlie Kirk wissen wir, was das für eine kranke und gefährliche Ideologie ist. (Zuruf von den GRÜNEN und von Franziska Müller-Rech [FDP]) – Da können Sie ruhig reinschreien. (Beifall von der AfD) E-Sport kämpft also mit denselben oder ähnlichen Problemen wie die gesamte Sportwelt. (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) Deshalb ist es gut und richtig, wenn sich die Sportpolitik damit fundiert auseinandersetzt. Ihr Antrag aber, meine Damen und Herren von CDU und den Grünen, ist dafür denkbar ungeeignet und unehrlich. Er ist klassisch schwarz-grün. Es gibt irgendein Modethema, das man mit einem möglichst geschwätzigen und folgelosen Antrag bespielt. Nicht ein einziger konkreter Auftrag an die Landesregierung ist enthalten, nichts Messbares. (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) Stattdessen muss wieder ein bisschen links-grüner Blödsinn beigemischt werden. Und die CDU macht das – wir kennen es – brav mit. Geschlechtergerechtigkeit soll gleich mitgefördert werden. Was dürfen wir uns darunter vorstellen? Eine Frauenquote bei Counter-Strike? Kostenlose Tampons bei E-Sport-Turnieren? (Zurufe von den GRÜNEN und Franziska Mül- ler-Rech [FDP]) Und gilt das dann nur für echte Frauen oder auch wieder für die Transfrauen? Wir wissen es nicht. (Zuruf von den GRÜNEN: Unverschämt! – Mehrdad Mostofizadeh [GRÜNE]: Offene Menschenfeindlichkeit!) Landtag Was auch immer es ist: Der Antrag zeigt, dass es Ihnen gar nicht um das Thema geht, sondern darum, Ihre abgehalfterte Ideologie neu zu verpacken. Sie wollen jungen Wählern zeigen: Guckt mal, wir machen jetzt auch was mit E-Sport. – Doch so blöd sind die jungen Bürger wirklich nicht, trotz erheblicher Anstrengungen Ihrer Bildungspolitik. In der vorliegenden Form ist das jedenfalls nicht zustimmungsfähig. Wir legen Ihnen deshalb einen Änderungsantrag vor, der die ideologische Kontamination aus Ihrem Antrag entfernt. Wenn Sie es mit dem Thema ernst meinen, dann stimmen Sie dem zu. Dann stimmen wir natürlich auch Ihrem Antrag zu. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

Protokoll ↗