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Andreas Keith

AfD 10.07.2025 Sitzungen 18/99

Herzlichen Dank. – Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wölfe haben 2024 in Nordrhein-Westfalen mehr Weidetiere gerissen als je zuvor. Längst werden nicht nur Schafe und Ziegen gerissen, sondern auch größere Nutztiere wie Rinder. Vor wenigen Tagen berichtete der WDR von einem Biolandwirt im Märkischen Kreis, der seine Kälber deshalb gezwungenermaßen im Stall lässt. Die Kosten für den Herdenschutzzaun, den er sich anschaffe, trage er selbst, nämlich rund 10.000 Euro. Die Forderung der SPD, alle potenziellen Beutetiere in die Förderung und Entschädigung einzubeziehen, klingt daher erst einmal nicht verkehrt. Bei genauerer Betrachtung betreibt die SPD aber wieder nur das, 10.07.2025 wofür sie seit Jahrzehnten berüchtigt ist: Symptombehandlung. In der Sachverständigenanhörung kam schließlich heraus, dass Herdenschutzmaßnahmen keine Dauerlösung, sondern höchstens eine Notfallmaßnahme in Krisenzeiten sein sollten. Technischer Herdenschutz hat seine Tücken und Grenzen, vor allem auf windhöffigen Deichen oder im Bergland. Unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt ist das nicht darstellbar. Konstante Behirtung ist ebenfalls keine Möglichkeit. Dafür fehlen nämlich wie so oft die Fachkräfte – ganz zu schweigen von den Mitteln, um sie zu bezahlen. Dann kann man also Herdenschutzhunde einsetzen. Das ist fraglos ein beliebter Trend, aber auch sehr teuer und zudem im Hinblick auf die Halterhaftung ein Risiko. Denn Wölfe sind nicht im Jagdrecht verankert. Das heißt, es kommt nicht zu einer kompletten Übernahme von Schadenersatzleistungen. Reißen Wölfe Nutztiere, muss dies aufwendig nachgewiesen werden, und dann wird auch nur ein Teil erstattet. Viele Halter sparen sich daher den Aufwand und geben ihre Weidetierhaltung notgedrungen auf. Auch die Stallhaltung, auf die derzeit viele Nutztierhalter ausweichen – eingangs erwähnte ich ein Beispiel –, stellt selbstredend keine dauerhafte Lösung dar. Wie lange dauert es wohl, bis ein Nutztierhalter seinen Bio- oder Tierwohlstatus verliert, weil er seine Tiere vor dem Raubtier Wolf im Stall schützen muss? Das eigentliche Problem wird durch den SPD-Antrag also nicht gelöst. Inzwischen gibt es genügend belastbares Zahlenmaterial, das belegt: Der Wolf greift inzwischen überproportional häufig Nutztiere an, und Zäune bieten keinen ausreichend wirksamen Schutz. Der französische Ökologe Laurent Garde hat herausgefunden, dass im schweizerischen Graubünden 70 % der von Wölfen gerissenen Nutztiere aus geschützten Beständen stammen. In den französischen Alpengebieten sind es sogar 95 % der Nutztiere. Mit anderen Worten: Da helfen die besten Herdenschutzmaßnahmen nicht. Denn Herdenschutzmaßnahmen trainieren die Wölfe bloß darin, immer größere Hürden zu überwinden, um an ihre Beute heranzukommen. Der Schermbecker Wolf Gloria ist dafür das beste Beispiel. Herdenschutzzäune sind kosten- und arbeitsintensiv in Anschaffung, Errichtung und Wartung. Sie sperren Nutztiere ein, unterbrechen Wildwechsel und stören Ökosysteme, indem sie auf qualvolle Weise auch Fauna wie Igel, Hasen oder Rehe töten, die sich in den Litzen und Netzzäunen verfangen. Wie lässt sich also der Konflikt zwischen Wolf und Nutztier am Ende am besten befrieden? Es ist ganz einfach, und dahin weist auch längst der Weg des auf EU-Ebene herabgestuften Schutzstatus des Wolfes. Der beste wolfsabweisende Herdenschutz ist die Landtag Regulierung durch Bejagung. Der Wolf gehört nicht nach Deutschland und schon gar nicht nach Nordrhein-Westfalen. Er gehört ins Jagdrecht. In Österreich, Bundesland Kärnten, wird ein Risikowolf, wenn er sich näher als 200 m an Siedlungen herantraut, ebenso ein Schadwolf, der ein Nutztier reißt, rechtssicher zur Entnahme freigegeben. Diese Voraussetzungen müssen auch in Deutschland geschaffen werden, damit Jäger bei der Entnahme nicht in einer rechtlichen Grauzone alleingelassen werden. Handeln wir endlich, bevor sich die Population weiter ungebremst ausbreitet und nicht nur das Vieh, sondern auch die betroffene Viehhaltung bedroht. Wir haben die Wahl: die Weidetierhaltung oder der Wolf. Die AfD hat sich entschieden: Wir stehen zu den Weidetierhaltern, zu unseren Jägern und zu einem wolfsfreien Nordrhein-Westfalen. Ich komme zurück auf die eben von Herrn Kaiser an Herrn Brockes gestellte Frage. Da haben Sie sich blumig herausgeredet. Ich sage Ihnen die Zahl, die wir in Deutschland zulassen: null. Null Wölfe für ein Land, das dicht besiedelt ist, für eine Kulturlandschaft, die einen Wolf nicht mehr verträgt. Null heißt die Antwort, lieber Herr Brockes. – Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD – Zuruf von den GRÜNEN)

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