Frank Jablonski
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete der demokrati-Landtag schen Fraktionen! Neben der Eingangstür meines Büros hier im Landtag hängt seit einigen Jahren ein Bild von Água. Água ist ein Stück von Pina Bausch, die neben zahlreichen anderen weltweiten Auszeichnungen den äußerst renommierten japanischen Praemium Imperiale und den Kyoto-Preis verliehen bekommen hat. Pina Bausch, in Solingen geboren, galt in der Fachwelt als die bedeutendste Choreografin ihrer Zeit. Sie hatte bereits als Kind Ballettunterricht und trat in Kinderstücken und Operetten auf. Mit 14 Jahren begann sie hier in NRW an der Essener Folkwangschule ihr Tanzstudium. Später formte sie das Wuppertaler Tanztheater zu einem der weltweit renommiertesten Tanztheater überhaupt. Diese Ikone des modernen Tanzes war nicht nur eine weltweit bekannte Künstlerin, sondern ist bis heute ein leuchtendes Beispiel für die Kreativität, die Kraft und die Wirkmächtigkeit des Tanzes in Nordrhein-Westfalen. Deshalb kann ich den folgenden Punkten in dem vorliegenden Antrag absolut zustimmen: Tanz ist eine einzigartige künstlerische Ausdrucksform und ein zentraler Bestandteil der kulturellen Bildung, sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene. Nordrhein-Westfalen ist ein Bundesland, das mit seinen vielen exzellenten Tanzensembles und hervorragenden Produktionshäusern über nationale und internationale Strahlkraft verfügt. Die Stärkung der kulturellen Bildung in NRW ist ein wichtiger Schwerpunkt und natürlich auch ein zentrales Anliegen dieser Koalition. (Beifall von den GRÜNEN und der CDU) Der Koalitionsvertrag betont daher ausdrücklich die Bedeutung außerschulischer Bildungsorte und die Förderung kultureller Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen, zum Beispiel über JeKits, und formuliert ein klares Bekenntnis zur freien Szene in diesem Bundesland. Wie wir von verschiedenen Rednerinnen und Rednern gehört haben, erkennen die demokratischen Fraktionen im Landtag von Nordrhein-Westfalen die hohe Bedeutung an, die nicht nur die kulturelle Bildung im Großen und Ganzen, sondern auch die freie Szene im Allgemeinen und der Tanz im Speziellen haben. Bis vor wenigen Wochen haben die demokratischen Fraktionen gerade im Bereich der kulturellen Bildung zusammengearbeitet. Nun finden wir in dem Antrag der FDP ein recht buntes Sammelsurium, das inhaltlich nur bedingt zusammenpasst und eher Stimmungen aufnimmt und verstärken möchte. Das kann man so machen. Es kann auch die Vermutung aufkommen, dass die Kommunalwahl schon am Horizont auftaucht. Ich würde mir sehr wünschen, dass wir 05.06.2025 wieder gemeinsam im Ausschuss für Kultur und Medien konstruktiv um die besten Lösungen ringen. Wir stehen für ein klares Bekenntnis zur freien Szene in Nordrhein-Westfalen und setzen uns konsequent für den Erhalt und die Stärkung der kulturellen Infrastruktur in unserem Land ein. (Dietmar Brockes [FDP]: Nein!) Wir glauben, dass die Menschen in Kunst und Kultur in NRW sehr genau verstanden haben, dass wir in äußerst herausfordernden Zeiten leben und dass Versprechungen, die schlicht nicht finanzierbar sind, Probleme nicht lösen, sondern im Gegenteil eher zu Enttäuschung, Frustration und Verunsicherung führen. Deshalb stehen wir für eine verantwortungsvolle Politik und einen realistischen Umgang mit den haushalterischen Gegebenheiten, auch wenn sie schlecht sind. Wir stehen für eine transparente Kommunikation über Probleme und Herausforderungen in der Kulturförderung und die gemeinsame Suche nach Lösungen. Da wir eine optimistische Partei sind, habe ich die Hoffnung, dass die demokratischen Fraktionen im Kulturausschuss diesen Weg im Großen und Ganzen gemeinsam gehen werden. Wir stimmen der Überweisung in den Ausschuss zu, und ich sage jetzt lieber schnell: vielen Dank. (Beifall von den GRÜNEN und der CDU)
