Susanne Schneider
Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! In meinem Heimatkreis ist ein Standort unserer Bundeswehr mit dem schönen Namen Glückauf-Kaserne. Ich bin sehr, sehr gerne bei den Soldatinnen und Soldaten dieses Versorgungsbataillons 7, wenn die mich einladen, mal um sich auszutauschen, mal für eine Fortbildungsveranstaltung, für Informationen oder ehrlich gesagt dann auch mal, um mit denen tüchtig zu feiern. Ich gehe gerne dahin und fühle mich verpflichtet zuzuhören, zu gucken, wo den Soldatinnen und Soldaten der Schuh drückt, wo wir vielleicht auch etwas ändern können. Das hat sich dann auch ein bisschen herumgesprochen. Ich durfte mittlerweile auch die Luftwaffenkaserne in Köln-Wahn besuchen, war vor einigen Wochen bei der Schule des Heeres in Aachen und habe da sehr viele Eindrücke und gute Gespräche mitnehmen dürfen. Wenn man jetzt so hinguckt, haben seit der Gründung unserer Bundeswehr mehr als 10 Millionen Landtag Frauen und Männer unserem Land gedient oder leisten aktuell ihren Dienst. Sie kämpfen für unsere Freiheit, für unsere Sicherheit und unsere Werte und sind dafür sogar bereit, ihr Leben zu riskieren. Dafür bin ich und sind wir alle hier in diesem Haus zu ganz großem Dank verpflichtet. (Beifall von der FDP und der SPD – Vereinzelt Beifall von den GRÜNEN und der AfD) Die Bundeswehr steht auch dann bereit, wenn in Ausnahmesituationen besondere Hilfe benötigt wird. So war das bei dem katastrophalen Hochwasser 2021, als Soldatinnen und Soldaten bei der Rettung, beim Wiederaufbau und der Logistik geholfen haben. Auch während der Coronapandemie war unsere Bundeswehr nicht wegzudenken, als sie vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern unterstützend beim Impfen geholfen hat. Sie ist eben auch eine gesellschaftliche Stütze. Leider bekommt dieses Engagement bisher noch nicht die angemessene öffentliche Würdigung, die es verdient. Von daher freue ich mich, dass wir jetzt am 15. Juni zum ersten Mal den Nationalen Veteranentag feiern, den der Deutsche Bundestag noch in der letzten Wahlperiode beschlossen hat. NRW ist nun aber aufgerufen, diesen Tag nicht nur zu nutzen, um Anerkennung zu zollen, sondern NRW ist auch aufgerufen, diesen Tag darüber hinaus mit Leben zu füllen. Im Landtag wird nächste Woche eine Ausstellung zum Veteranentag eröffnet. Aber die FDP-Landtagsfraktion ist der Meinung, dass das Land sich noch mehr engagieren sollte. (Beifall von der FDP) Direkt am 15. Juni sollte künftig eine öffentliche Veranstaltung in Abstimmung mit dem Landeskommando NRW, der Bundeswehr sowie den Bundeswehrverbänden stattfinden. Zudem sollte der Veteranentag auch Beflaggungstag in Nordrhein-Westfalen werden. Neben der so wichtigen öffentlichen Würdigung haben diejenigen, die unserem Land gedient haben, aber auch ganz konkrete Hilfe verdient. Viele Veteranen und Veteraninnen tragen die Last ihres Dienstes oft noch lange nach dem Einsatz mit sich, besonders dann, wenn sie mit Wunden zurückkehren, seien es sichtbare, die für uns alle auch zu erklären sind, oder seelische Wunden, die dann im Verborgenen sind. Für diese seelischen Wunden – ich nenne das posttraumatische Belastungssyndrom, ein wohl ganz eindrückliches Beispiel – brauchen die Soldatinnen und Soldaten unsere Hilfe. Wer an PTBS leidet, der findet in unserer Gesellschaft leider nicht immer die Aufmerksamkeit, Anerkennung und vor allem auch die Fürsorge, die er benötigt. Und das, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, müssen wir ganz dringend ändern. (Vereinzelt Beifall von der FDP) 05.06.2025 Denn wer für unser Land gedient hat, der verdient eben nicht nur Respekt, sondern auch unsere volle Unterstützung während, aber auch nach dem Dienst. (Beifall von der FDP – Vereinzelt Beifall von der SPD) Es muss daher das Ziel sein, die Erkennung und Behandlung von PTBS nach Einsatzlagen zu verbessern, durch mehr Sensibilität und gezielte Qualifikation. Dafür müssen wir Fachkräfte in der Praxis stärken und gemeinsam mit den Ärztekammern, mit der Psychotherapeutenkammer in NRW geeignete Fortbildungsangebote schaffen und ausbauen. Daneben machen wir uns für die Einführung einer professionell besetzten Notrufnummer zur psychosozialen Krisenintervention stark. Sie muss flächendeckend und rund um die Uhr erreichbar sein. Ergänzt werden soll dies auch durch ein Online-Chat-Angebot. Gemeinsam mit der Bundeswehr und den kommunalen Partnern wollen wir zudem den Zugang zu bestehenden telemedizinischen Angeboten, etwa beim Bundeswehrkrankenhaus, bekannter machen. Ich freue mich sehr, dass wir im September vor dem Landtag von Nordrhein-Westfalen das erste Mal ein öffentliches Gelöbnis haben. Ich bin meiner FDP-Fraktion sehr dankbar, die in der letzten Wahlperiode gemeinsam mit den Kollegen der Christdemokraten dafür gesorgt hat, dass das dieses Jahr endlich mal stattfinden darf. Ich danke Ihnen jetzt allen fürs Zuhören, wünsche unseren Soldatinnen und Soldaten allzeit Gesundheit, Soldatenglück und Gottes Segen. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP, der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der AfD)
