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Katharina Gebauer

CDU 05.06.2025 Sitzungen 18/97

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Bereits im letzten Plenum haben wir mit unserem Antrag zur Verbesserung der Frauengesundheit ein wichtiges Thema auf die Tagesordnung gebracht. Heute möchten wir konkreter werden und uns geschlechterspezifische Unterschiede in der Medizin, die oft zur schlechteren Versorgung und sogar zu lebensbedrohlichen Fehldiagnosen führen können, genauer anschauen. Es geht dabei nicht nur um Gerechtigkeit, sondern vor allem um die medizinische Qualität. Wir müssen sicherstellen, dass sowohl Frauen als auch Männer eine optimale und ihrem Geschlecht entsprechende Versorgung erhalten. Leider ist die Realität oft eine andere. Viele Medikamente werden vor allem an männlichen Probanden getestet – mit der Folge, dass Dosierungen nicht auf Frauen abgestimmt sind. Dies führt zu häufigen oder teils schwerwiegenden Nebenwirkungen bei Frauen. Ein Beispiel sind Schlafmittel. Diese bauen sich bei Frauen langsamer ab und wirken länger – oft, ohne dass dies ausreichend in den Studien berücksichtigt wird. Diese Lücke in der Forschung ist keine Kleinigkeit, sondern eine ernsthafte Gefahr für die Patientensicherheit und die Qualität der Versorgung. Ein weiteres Problem sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Herzinfarkte galten lange als typische Männerkrankheit. Doch Frauen sind keineswegs weniger betroffen – im Gegenteil. Sie zeigen oft andere Symptome, die nicht so leicht erkannt werden, etwa Übelkeit, Rückenschmerzen oder Atemnot, statt der bekannten starken Brustschmerzen. Diese Unterschiede führen dazu, dass Herzinfarkte bei Frauen oft später diagnostiziert werden und damit weniger effektiv behandelt werden. Die Folge: Frauen sterben häufiger an Herzinfarkten als Männer. – Dies ist nicht nur tragisch, sondern vermeidbar, wenn wir geschlechterspezifische Forschung, Diagnose und Behandlung fördern. Es ist erfreulich, dass mittlerweile erste wichtige Schritte unternommen wurden, etwa durch die EU-05.06.2025 Verordnung zur Regulierung klinischer Studien. Doch es reicht nicht, allein die Rahmenbedingungen zu schaffen. Gerade vom Land geförderte Forschung muss geschlechterspezifische Aspekte zwingend berücksichtigen, um bestehende Datenlücken zu schließen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Neben der Forschung braucht es aber auch eine bessere Aufklärung sowohl unter medizinischem Fachpersonal als auch in der Bevölkerung. Die AXA-Studie macht das deutlich. Nur wenige Menschen haben von dem Gender Health Gap gehört, und nur ein verschwindend geringer Anteil der Ärztinnen und Ärzte bezieht das Geschlecht konsequent in ihre Behandlungen ein. Das zeigt deutlich, dass wir aktiv werden müssen. Eine solche Sensibilisierung darf nicht dem Zufall überlassen bleiben, sondern muss integraler Bestandteil des Gesundheitssystems sein. Ein wichtiger Hebel ist die medizinische Ausbildung. Geschlechtersensible Medizin muss systemisch in die Lehrpläne integriert werden, damit zukünftige Ärztinnen und Ärzte bereits frühzeitig für die Problematik sensibilisiert sind.

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